Schock-Aussagen

Villach-Attentäter ohne jede Reue: "Ich wollte mindestens 10 Menschen töten!"

Der Prozess gegen den 24-jährigen Syrer Ahmad G. findet unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen statt - wohl zu Recht. Der Mann schockte am Mittwoch mit extremen Aussagen. 

Kärnten. Mehr als ein Jahr nach dem Terroranschlag in Villach, bei dem ein 14-jähriger Schüler getötet und fünf Personen teils lebensgefährlich verletzt wurden, beginnt heute, Mittwoch, am Landesgericht Klagenfurt der Prozess gegen den 24-jährigen Syrer Ahmad G. Er soll in der Innenstadt auf Passanten eingestochen haben, ihm werden Mord, mehrfacher Mordversuch und terroristische Straftaten vorgeworfen. Zwei Verhandlungstage sind anberaumt - schon am ersten eskalierte der Angeklagte mit starrem Blick. „Ich habe schon alles gesagt“, erklärt er eiskalt. Er bereue nichts, würde alles noch einmal genau so machen. Er hätte „noch mehr Menschen töten wollen – mindestens zehn Männer zwischen 14 und 45 Jahren", erklärt der unbeirrbare IS-Sympathisant. "Ich hatte andere Szenarien, aber leider keinen Zugang zu anderen Waffen, wie einen Sprenggürtel, mit dem ich noch mehr Menschen töten hätte können." 

Ahmad G.
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Reporter Mike Vogl Prozess Villach-Attentäter
© oe24TV/Reporter Mike Vogl ist live vor Ort.

Warum er direkt vor seiner Festnahme gelächelt und den erhobenen Zeigefinger (den Tauhid-Finger, Anm.) gezeigt hatte, begründete der syrische Kurde so: "Ich habe damit gerechnet, dass mich die Polizei erschießt und ich als Märtyrer in den Himmel komme." Vor der Tat habe er mehrmals ein rund 30-minütiges IS-Video angesehen, auf dem eine regelrechte Anleitung zu einem Anschlag mit einem Messer gegeben wurde. Er sehe sich als "Krieger des IS", der das Ziel habe, westliche Männer zu töten. Das habe auch zur Auswahl seiner Opfer beigetragen: "In den Videos wurde immer gesagt: Keine Kinder, keine Frauen, keine älteren Menschen töten, sondern jeden westlichen Mann, der eine Waffe tragen kann." 

Die Frage, ob er die Tat bereut, verneinte der Angeklagte auch vor Gericht. Vor der Polizei hatte er ausgesagt: "Das Einzige, was ich bereue, ist, dass ich nicht gestorben bin." Auffällig war, wie klar der Angeklagte in der Vernehmung eine Grenze zwischen dem Islam als Glaubensrichtung und dem IS zog: "Der Islam wird sagen, meine Tat ist falsch. Aber der IS wird das gutheißen." Denn beim IS gelte: "Jeder, der Ungläubige tötet, kommt ins Paradies." 

Für den Schwurgerichtsprozess in Klagenfurt gelten jedenfalls strengste Sicherheitsvorkehrungen. Rund um das Gerichtsgebäude und auch innen waren am Mittwoch zahlreiche Polizeibeamte postiert. Alle Zuhörer, auch Journalistinnen und Journalisten, wurden am Eingang genau auf elektronische Geräte kontrolliert. Die Zahl der Handys und Laptops wurde von den Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes notiert - diese müssen dann vor dem Eingang des Saales abgegeben werden. Will man damit im eigens eingerichteten Medienraum arbeiten, so muss man diese beim Verlassen des Saales jeweils wieder abholen.

Angeklagter in Fesseln hinter Glaswand

Schon eine Dreiviertelstunde vor Prozessbeginn herrschte reger Andrang beim Einlass. Um 8.30 Uhr wurde der Schwurgerichtssaal geöffnet. Dabei wurde auch der erste Blick auf die Umbauarbeiten im Saal möglich: In einer Ecke des Saales, vom Zuhörerraum aus gesehen rechts neben dem Richterpult, wurden Plexiglaswände installiert, die einen kleinen, viereckigen Raum bilden. Der Angeklagte gilt als extrem gefährlich, er wird mit Hand- und Fußfesseln gesichert in diesen Raum geführt und den gesamten Prozess über dort bleiben. Oberstes Ziel sei es, alle Beteiligten, vor allem aber die Geschworenen, zu schützen, hieß es vom Landesgericht. Der Prozess ist jeweils von 9.00 bis 16.30 Uhr anberaumt.

Ein Toter, fünf Schwerverletzte

Der Terroranschlag hatte sich am 15. Februar 2025 in der Villacher Innenstadt ereignet. Der damals 23-Jährige soll versucht haben, seine Opfer mit einem Klappmesser zu töten. Gestoppt wurde er erst durch die schnelle Reaktion eines Essenszustellers, der ebenfalls aus Syrien stammt: Er erkannte die Situation und fuhr den mutmaßlichen Täter mit dem Auto an, woraufhin dieser festgenommen wurde.

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