Bewachung

Villacher Terrorverdächtiger gilt als "gefährlichster Häftling"

Besondere Sicherheitsvorkehrungen: Einwegbesteck und Pappteller, Durchsuchungen und Bewachung

Der 23 Jahre alte Syrer, der sich ab 27. Mai wegen des Terroranschlags in Villach vom 15. Februar 2025 verantworten muss, gilt in der Justizanstalt Klagenfurt, wo er auf seinen Prozess wartet, als "gefährlichster Häftling", der dort je einsaß. Das sagte Anstaltsleiter Josef Gramm gegenüber der "Kleinen Zeitung". Besondere Sicherheitsvorkehrungen wie weiches Einwegbesteck und die Sicherung des Haftraums seien nötig, der Mann versuche, aus allem eine Waffe zu machen.

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© APA/GERD EGGENBERGER

"Jederzeit bereit, Menschen zu töten"

"Unsere Beobachtung ist, dass er jederzeit bereit ist, Menschen zu töten", wird Gramm zitiert. Der 23-Jährige habe Fernbedienungen zerstört und spitze Gegenstände daraus gemacht, auch einen Fernseher habe der Mann kaputt gemacht und dagegen getreten. Sein Essen bekomme er auf Papptellern, das Bett in der videoüberwachten Zelle sei festgeschraubt.

Kontakt zu anderen Insassen hat der Häftling keinen, bestätigte Mediensprecher Martin Zwischenberger gegenüber der APA. Wegen der besonderen Sicherheitsvorkehrungen sei es dem Terrorverdächtigen bisher nicht gelungen, jemanden zu verletzen. Bevor der Syrer seinen Haftraum verlasse, werde er jedes Mal auf gefährliche Gegenstände durchsucht. Sobald er die Zelle verlässt, begleiten ihn zwei besonders geschulte Justizwachebeamte.

Justizanstalt Klagenfurt
© Blick in den Hof der völlig veralteten Anstalt (ORF Kärnten)

Deradikalisierung bisher gescheitert

Kontakt hat der Häftling neben Beamten zu Mitarbeitern des Vereins Derad, zum muslimischen Seelsorger und mit dem psychologischen Dienst. Zwischenberger: "Es ist unser Auftrag als Strafvollzug, dass man mit dem Menschen arbeitet." Alle Deradikalisierungsversuche seien bisher aber gescheitert.

Unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen wird auch der Prozess gegen den Terrorverdächtigen abgewickelt werden. Ihm werden Mord, mehrfacher Mordversuch und terroristische Straftaten vorgeworfen. Bei der Messerattacke am 15. Februar 2025 in Villach wurde ein 14-Jähriger getötet, fünf Personen wurden teils lebensgefährlich verletzt.

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