5 Jahre vermisst
Julia Kührer tot im Keller entdeckt
Fünf Jahre der Suche und der Ungewissheit sind vorbei – aus purem Zufall: Am Donnerstag gegen 18 Uhr gingen die Dietmannsdorfer Rudi Th. und Manfred S. mit dessen Hund spazieren. Wie so oft warf S. den Ball für seinen vierbeinigen Freund – doch diesmal zu weit. Der Hund lief auf den Hof eines verlassenen Hauses.
Bei der Suche nach dem Ball stieß das Tier auf ein Loch in einem Erdkeller. Dort machten Herrchen und Hund eine grausige Entdeckung: Aus dem Loch, das mit einer Spannplatte abgedeckt war, lugten Knochenfragmente und Zähne eines Skeletts hervor. Die Männer schlugen Alarm.
Um 19.07 Uhr waren erste Polizisten vor Ort. Und machten weitere schaurige Funde, die sie bald an die vermisste Julia denken ließen. Neben den Skelettteilen lagen Fetzen von Kleidungsstücken und Teile eines Englisch-Lexikons. Julia kam damals gerade von der Schule aus Horn, als sie am Hauptplatz von Pulkau verschwand. Rudi Th. kann es im ÖSTERREICH-Gespräch immer noch nicht fassen: „So etwas kennt man doch nur aus dem Fernsehen. Dass so etwas bei uns im Dorf passiert… Nein!“
Fall Kührer: Hier wurden die Knochen gefunden
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Dr. Rainer König-Höllerweger, ein Vertrauter der Familie Kührer: „Der Typ war auch mir suspekt und alle Jungs im Ort nannten ihn damals als möglichen Täter. Vielleicht hat die Polizei geglaubt, dass er nur ein Sündenbock war und ihn deshalb nicht näher angeschaut.“
Die Staatsanwaltschaft bestätigt, dass K. schon zu Beginn der Suche nach Julia einvernommen wurde – aber nur wegen sogenannter Umfelderhebungen, weil er eben am Hauptplatz die Videothek hatte. Über Michael K., der sich Freitag früh um 7.30 Uhr in Wien widerstandslos festnehmen ließ und für den die Unschuldsvermutung gilt, wird auch erzählt, dass er tätowiert sei und dass der Rapid-Ultra auch beim Platzsturm beim Derby an vorderster Front dabei war. Auf seiner Facebook-Seite hat er 29 eingetragene Freunde – fast nur junge Mädchen …
Julias Freunde Florian und Roland: "Er hat uns immer nur belogen"
ÖSTERREICH: Ihr wart mit Julia befreundet und kanntet auch den Verdächtigen. Was ist das für ein Typ?
Florian: Jetzt wissen wir, er hat uns immer nur belogen. Ernst genommen wurde er aber schon früher kaum. Weil er zu den Burschen kumpelhaft, aber zu den Mädchen anzüglich und ordinär war.
ÖSTERREICH: Hattet ihr viel Kontakt zu Michael K.?
Roland: So wie alle anderen waren wir oft bei ihm in der Videothek und einmal im Haus in Dietmannsdorf. Aber als er ständig von seinen Kämpfen mit Haifischen und Catchern erzählt hat, war es dann zu viel. Einmal kam er mit einem blauen Auge von einem angeblichen Kampf. Das war aber nur bunt geschminkt.
ÖSTERREICH: Traut ihr ihm zu, mit Julias Verschwinden zu tun gehabt zu haben?
Florian: Auf jeden Fall. Er ist ja wenige Tage nach ihrem Verschwinden hier abgehaut und hatte zuletzt auch einen silbernen Wagen. In den hat er Julia sicher gelockt.
M. Hofer, B. Haas, R. Kopt, T. Kronsteiner, M. Lassnig
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