Großprojekt

Leopoldsdorf bekommt ein Mega-Rechenzentrum

Viele Lichtpunkte strahlen von einem zentralen Punkt in einem Rechenzentrum aus.
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Nach Kronstorf in Oberösterreich zieht jetzt auch Niederösterreich nach: Ab 2027 entsteht in Leopoldsdorf, südlich der Wiener Stadtgrenze, ein neues Rechenzentrum. Hinter dem Millionenprojekt steht der US-Konzern CloudHQ.
OE24 auf Google bevorzugen

Im Endausbau soll die Anlage mit drei Gebäuden auf rund 200 Megawatt Anschlussleistung kommen, in der ersten Stufe sind es 70 Megawatt, erklärt CloudHQ-Manager Andreas Graf-Matzner. Zum Vergleich: Beim Google-Rechenzentrum in Kronsdorf reicht die Bandbreite von 150 bis 500 Megawatt.

Wer die Rechenleistung später nutzt, ist noch offen – vermietet soll meist an große Digitalkonzerne werden, die verstärkt auf Ökostrom setzen möchten.

Neun Millionen für die Gemeinde

Gekühlt wird mit einem geschlossenen Wasserkreislauf, was den Verbrauch niedrig halten soll. Überlegt wird zudem, mit der Abwärme umliegende Haushalte zu heizen. Für die Gemeinde springen neun Millionen Euro seitens CloudHQ heraus, etwa für den Kanalanschluss, aber auch für ein neues Naherholungsgebiet.

Bürgermeister ist überzeugt

Ortschef Fritz Blasnek (ÖVP) steht voll hinter dem Vorhaben: Man habe sich das Projekt und andere Standorte genau angesehen und für geeignet befunden. Er hofft auf Aufträge für heimische Baufirmen sowie auf bis zu 150 neue Vollzeitjobs, von Security bis IT.

Kritik von den Grünen

Anders als in Kronstorf ist der Widerstand in Leopoldsdorf bisher überschaubar. Im Nachbarort Maria Lanzendorf bemängeln die Grünen aber fehlende Gutachten zu Lärm und Wärme. CloudHQ verweist darauf, dass der Genehmigungsprozess erst mit Baubeginn 2027 starte – alle nötigen Unterlagen würden dann vorgelegt.

Seit Anfang Juni gibt es in Niederösterreich neue Regeln für den Bau von Rechenzentren. Unter Berücksichtigung dieser Richtlinien könnte eine niedrige zweistellige Zahl solcher Zentren entstehen. Das Land befürwortet grundsätzlich den Ausbau, will damit aber Nutzungskonflikte möglichst vermeiden.

Rund um Wien: Rechenzentren der Microsoft Cloud Region Österreich

Besonders große Rechenzentren werden derzeit im Großraum Wien gebaut. In Schwechat (Bezirk Bruck an der Leitha), Achau und Vösendorf (beide Bezirk Mödling) sollen laut Website die Rechenzentren der Microsoft Cloud Region Österreich entstehen.

Fazit: Nach neuen Landesregeln für Rechenzentren zieht mit Leopoldsdorf der nächste Großstandort in Niederösterreich ein – Kritiker fordern aber schon jetzt mehr Transparenz.

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