"Krocha"- Mord mit 14 Messerstichen

Weigelsdorf

"Krocha"- Mord mit 14 Messerstichen

Streit nach Disco-Nacht endete tödlich. Es ging nur um eine Lappalie.

Der Disco-Mord von Weigelsdorf ist geklärt. Es ging um eine zu Bruch gegangene Fensterscheibe, über die sich zwei Krocha in die Haare gerieten.

Weigelsdorf
"Bam, Oida" – um sieben Uhr früh musste der 16-jährige Stefan S. aus Pottendorf – früher Heimkind, jetzt Muskelpaket und Dauerraver mit dem Internet-Nick "Krocha 767" – zeigen, was seine Fäuste draufhatten. In Unterwaltersdorf, wo er mit seinem Freund Georg (17) die Nacht in der Scheune unter dem Motto "Stadt Land Bass" durchgetanzt hatte, schlug er in der Nähe der Disco um sieben Uhr früh eine Fensterscheibe ein.

Der Hausbesitzer, der sich mit den Testestoron-Jungs nicht anlegen wollte, verzichtete sogar auf eine Anzeige – doch Georg und Stefan (die möglicherweise verbotene Substanzen zu sich genommen hatten) gerieten darob auf dem Heimweg völlig aus dem Häuschen.

Weil Stefan, der offenbar vorbestraft ist, fest der Überzeugung war, dass der Geschädigte doch noch zur Polizei rennen würde – zeigte er seinen Kumpel mit einem heimlichen Telefonat an; verriet sich aber später im Haus des Großvaters von Georg, worauf die Auseinandersetzung endgültig eskalierte.

Auf dem Weg zum Bahnhof schnappte sich Georg (gebürtiger Moldawier, der vom österreichischen Mann seiner Mutter adoptiert worden war) das Küchenmesser, das Stefan angeblich den ganzen Abend versteckt bei sich getragen hatte. Und stach zu. 14 Mal. Angeblich aus Notwehr. "Ich bin viel schmächtiger als er. Der hätte mich sonst fertig gemacht. Mir blieb gar nichts anderes übrig." Es gilt wie immer die Unschuldsvermutung.
 

Opa spricht: "Der Bub ist harmlos"

ÖSTERREICH: Ist Ihr Enkel Georg ein gefährlicher Messerstecher?
Rudolf O.: Geh hören’S auf, der Bub ist eigentlich harmlos, der hat in seinem Leben nicht einmal ein Taschenmesser besessen.

ÖSTERREICH: Kennen Sie das Opfer, den Stefan?
O.: Ja, der ist bekannt wie ein bunter Hund im Ort, er hat mehrere Vorstrafen, und ich glaub, der ist auch schon gesessen.

ÖSTERREICH: Worum ist es bei dem Streit gegangen, der auch daheim bei Ihnen für Aufregung gesorgt hat?
O.: Es ging um eine eingeschlagene Fensterscheibe. Der Stefan hat zum Georg gesagt: „Ich zeige dich wegen Sachbeschädigung bei der Polizei an, denn wenn sie mich erwischen, geh ich wieder in den Bau.“

ÖSTERREICH: Haben Sie versucht, die Auseinandersetzung zu schlichten?
O.: Ich bin dazwischen und hab zum Stefan gesagt: „Du bist ein feiner Bursch, wenn du deinen Haberer vernaderst.“ Dann sind die beiden weg.

ÖSTERREICH: Hat Ihre Familie seit der Verhaftung schon einmal Kontakt mit Georg gehabt?
O.: Noch nicht, er wird ständig verhört. Wir hoffen, dass wir bald zu ihm können.

ÖSTERREICH: Als Ihr Enkel nach der Tat nach Hause kam, hat er etwas gesagt oder war ihm irgendetwas anzumerken?
O.: Ich war da nicht mehr dabei. Aber sein Stiefvater hat nichts gemerkt, bis die Polizei ihn abgeholt hat.
 

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