In Mödling kam es am Dienstagabend zu einem ungewöhnlichen Rettungseinsatz auf der Südbahn. Ein Cityjet erfasste eine Person, die danach verschwand, woraufhin 250 Passagiere den Zug verlassen mussten.
Dienstag gegen 19:00 Uhr wurden die Einsatzkräfte der Feuerwehr Mödling zu einer Menschenrettung im Bereich der Friedrich-Schiller-Straße alarmiert. Mehrere Passanten und der Triebfahrzeugführer eines ÖBB Cityjets meldeten eine Person auf den Gleisen, die vom Zug in Richtung Wiener Neustadt erfasst worden war. Der Lokführer leitete sofort eine Notbremsung ein, woraufhin die Garnitur kurz nach der Überführung zum Stillstand kam.
Rätselhaftes Verschwinden nach Kollision
Trotz der Kollision dürfte die betroffene Person keine schweren Verletzungen erlitten haben. In einer kuriosen Wendung entfernte sich das Opfer noch vor dem Eintreffen der Retter selbstständig vom Unfallort und blieb unauffindbar. Die Einsatzleiter von Feuerwehr, Polizei, Rettung und ÖBB entschieden sich nach einer Lageerkundung dazu, den Zug kontrolliert zu räumen.
Evakuierung von 250 Fahrgästen
Die Evakuierung der insgesamt 250 Personen, unter denen sich auch zwei Kleinkinder befanden, erfolgte über den hintersten Waggon. Da der Zug nahe an der Bahnüberfahrt stand, konnten die Passagiere rasch und geordnet ins Freie begleitet werden. Ein Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes übernahm vor Ort die Betreuung des Triebfahrzeugführers, der planmäßig vom Dienst abgezogen wurde.
Südbahnstrecke wieder für Verkehr frei
Da bei der Suche keine verletzten Personen entdeckt wurden und der ÖBB-Einsatzleiter die Garnitur nach einer Kontrolle freigab, konnte die Feuerwehr wieder einrücken. Die Sperre der Südbahnstrecke zwischen Wien-Liesing und Pfaffstätten wurde gegen 20:00 Uhr aufgehoben, woraufhin der Bahnverkehr in Niederösterreich wieder planmäßig anlaufen konnte.