Baby entführt

Nora-Mutter: "Mache mir Vorwürfe"

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Der Albtraum aller Eltern wurde für Nina und Mike Zwilling am Mittwoch brutale Realität. Ihr Baby wurde von einer psychisch kranken Frau entführt.

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Es waren die fünf schlimmsten Stunden ihres Lebens: Aus dem Maxi-Cosi heraus wurde die erst drei Monate alte Nora Mittwoch früh in einem Salzburger Shoppingcenter von der geistig verwirrten Elisabeth S. (32) entführt. Stundenlang wussten Nina und Mike Zwilling nicht, wo sich ihre Tochter aufhält, ob es ihr gut geht, ob sie noch lebt.

Erst am Nachmittag konnte die Polizei die Kidnapperin im bayrischen Unterwössen fassen, Minuten zuvor hatte sie Nora in ihrem Kindersitz einfach auf der Wiese eines Parkplatzes abgestellt.

Elisabeth S., eine Tirolerin aus dem Bezirk Kitzbühel, hat inzwischen die Tat gestanden, Psychiater attestierten ihr einen „übersteigerten Kinderwunsch und eine Störung des Sozialverhaltens.“ Doch auch wenn die 32-Jährige inzwischen im Gefängnis sitzt – für Nina und Mike Zwilling hat sich ihr Leben für immer verändert.

Schock kommt erst jetzt
„Erst mit der Zeit wurde den beiden wirklich das Ausmaß dieser Entführung bewusst“, erklärt Noras Großvater, die Ski-Legende David Zwilling, im Gespräch mit ÖSTERREICH. Die Familie hat sich seit dem Drama aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, will keine Interviews geben, ihr wiedergefundenes Glück mit ihren zwei weiteren Kindern, Eva (4) und Arno (2), in Ruhe genießen.

Wie eine positive Vorahnung wirkt im Rückblick da der Psalm von Noras Geburtstagskarte: „Du weißt, dass Gottes Hand dich hält, wo immer dich Gefahr umstellt.“

Doch trotzdem: Völlig vergessen machen lässt sich das Geschehene nicht. Besonders die 34-jährige Nina Zwilling leidet am Erlebten. „Sie hat zu mir gesagt: Ich mache mir Vorwürfe, dass ich vielleicht zu wenig aufgepasst habe“, sagt ihr Schwiegervater.

Entführerin wünschte sich selbst ein Kind
Denn: Ihre Mutter hatte die kleine Nora in ihrem Maxi-Cosi kurz vor einer Umkleidekabine abgestellt, um ein Sommerkleid zu probieren. Alle paar Sekunden hielt sie Blickkontakt zu dem Baby, doch um 9.45 Uhr schlug Elisabeth S. zu, der Maxi-Cosi war leer und für Nina Zwilling, die gelernte Werbegrafikerin, begann die schlimmste Prüfung ihres Lebens. In einer dunklen Tragetasche schmuggelte die Entführerin, die sich immer selbst ein Kind gewünscht hatte, das Mädchen aus dem Europapark, rauschte in ihrem Peugeot 206 Richtung Deutschland.

Währenddessen leitete die Polizei eine Großfahndung ein, für Nina und Mike Zwilling begann eine Zeit zwischen Hoffen und Bangen. Erst die Bilder der Überwachungskamera brachten den entscheidenden Hinweis – Elisabeth S. wurde identifiziert, kurze Zeit später, um 14.30 Uhr, der Wagen von der bayrischen Polizei entdeckt.

Am Samstag dann machte die Familie einen weiteren Schritt in Richtung Normalität: Im engsten Familienkreis wurde die kleine Nora getauft. Seit Wochen stand der Termin bereits fest. Und: Trotz aller Aufregung dürfte die Kleine das Erlebte bereits weitgehend verarbeitet haben, auch keine körperlichen Schäden davongetragen haben. „Als ich sie das erste Mal wieder gesehen habe, war er wieder da: ihr friedlicher Blick und ihre Seelenruhe. So ist Nora“, sagt ihr stolzer Opa.

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