U-Haft über Förster (46) verhängt
Kampfsport-Mama feige von hinten erschossen
OÖ. Simone S. war nicht nur von der Größe her eine Ausnahmeerscheinung: Die Ex-Bürokauffrau verwirklichte sich in (fast) jedem Lebensbereich: Beruflich als Waldpädagogin, privat als Westernreiterin und Kampfsportlerin im israelisches Selbstverteidigungssystem Krav Maga, daneben schupfe sie den Haushalt in einem neu gebauten Einfamilientraum in Weißenkirchen im Attergau und kümmerte sich intensiv um ihre Kinder – die älteste steht vor der Matura, die jüngeren sind 7 und 9. Jagdhunde und viele soziale Kontakte rundeten das Bild der 42-Jährigen, die sich für die FPÖ und gegen Corona-Maßnahmen engagierte und täglich eifrig ihre Meinungen dazu auf Facebook postetet, ab. Nur einer konnte offenbar mit der muskulösen und durchtrainierten Fünffach-Mama nicht Schritt halten: Ehemann und Diplomförster Daniel.
Streitereien. Der gebürtige Deutsche und Diplom-Forstwirt zog einst wegen Simone nach Österreich und arbeitete zuletzt bei den Bundesforsten – angeblich soll er den Job vor einem Monat verloren haben. Behördlich ist der 46-Jährige noch nie aufgefallen, dass seine Frau (nur die beiden jüngeren Kinder sind von ihm) immer laut mit ihm redete und sie beide oft stritten, fiel aber sogar den Nachbarn auf. Gegenüber den Ermittlern gab Daniel S. – für den die Unschuldsvermutung gilt – an, dass es zwischen den Eheleuten immer wieder zu Konflikten gekommen war.
Darin sei auch das Motiv zu finden – warum er Samstagnachmittag seine am Esstisch sitzende Gattin durch einen Schuss in den Hinterkopf tödlich verletzte. Feige von hinten, weil die Kampfsportlerin ihn sonst im Handumdrehen niedergerungen hätte? Nach der Tat informierte der Mann über Notruf die Polizei und ließ sich widerstandslos festnehmen. Was die drei Kinder, die beim Mord daheim waren, sahen bzw. miterleben mussten, ist noch unklar – völlig geschockt und verstört konnten sie noch nicht einvernommen werden.
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