Wien
Polizei zerschlägt brutale Jugendbande
Zwei miteinander vernetzten Jugendbanden, die sich vor allem durch Raubüberfälle und Erpressungen in Szene gesetzt hatten, ist von der Wiener Polizei das Handwerk gelegt worden. Insgesamt 33 Personen wurden angezeigt, berichtete Oberstleutnant Robert Klug am Freitag. Der angerichtete Schaden beträgt etwa 50.000 Euro.
Facebook-Gründer Zuckerberg als Vorbild
Die erste Gruppierung, die sich die "Goldenbergs" nannte, war straff organisiert. Anführer des inneren Kerns war ein 20-Jähriger Russe, der sich nach dem Facebook-Gründer "Max Goldenberg" nannte. "Er ist nicht so reich wie Mark Zuckerberg geworden, aber seine Einnahmen waren auch nicht adäquat für einen 20-Jährigen russischen Asylwerber", sagte Klug. Der junge Mann wurde mit einem bestimmten Prozentsatz an der Beute seiner Bandenmitglieder beteiligt - er musste nicht einmal selbst aktiv werden. Insgesamt wurden 106 Anzeigen erstellt, die quer durch das Strafgesetzbuch reichen.
Die zweite Bande hatte nur am Rande mit den "Goldenbergs" zu tun und war nicht derart gut organisiert. Auf das Konto der Kriminellen gehen 15 Raubüberfälle, davon vier schwere mit Messern oder Softguns. 16 Verdächtige wurden angezeigt, zehn davon befinden sich noch in U-Haft, berichtete Klug.
Aufgrund einer Häufung von Überfällen, bei denen Jugendlichen von Gleichaltrigen Bargeld und Handys geraubt wurden, wurde Anfang 2014 eine temporäre Sondereinheit zur Bekämpfung der Bandenkriminalität gegründet. Ins Visier der Ermittler gerieten schon bald die "Goldenbergs", die eine gemeinsame Facebook-Gruppe unterhielten. Nach einem Überfall auf einen Billa in Simmering wurden Anfang 2015 fünf Jugendliche, drei Russen, ein Pole und ein Österreicher, festgenommen.
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