Tarif-Diskussion

Tiroler Kinderbetreuung: 11.000 Anmeldungen, Kritik von Liste Fritz

 Bildungslandesrätin zieht für Kinderbetreuungsanmeldeplattform "Frida" positive Bilanz.

Tirol. Bei der Tiroler Online-Anmeldeplattform "Frida", die zur Etablierung des Rechts auf Vermittlung eines Kinderbetreuungsplatzes ab dem 2. Lebensjahr eingeführt worden war, sind bis Freitag 11.000 Anmeldungen eingegangen. Tirols Bildungslandesrätin Cornelia Hagele (ÖVP) zog eine positive Bilanz, nun gehe es an die Platzvergabe. Kritik kam von der oppositionellen Liste Fritz, die Intransparenz bei den Betreuungskosten witterte und "Vereinheitlichung" forderte.

Für Hagele waren die Betreuungskosten jedenfalls noch nicht in Stein gemeißelt. "Für uns ist aber auch klar, dass es noch einige Aufgaben wie die Harmonisierung der Tarife zu erfüllen gilt", sagte sie auf APA-Anfrage. Hinsichtlich dieser Tarifgestaltung der Kinderbetreuung sei man aber bereits "in sehr gutem Austausch mit den Gemeinden und Einrichtungen".

1,20 Euro pro Stunde und Kind als Tarifempfehlung

Als Empfehlung der schwarz-roten Landesregierung gelte 1,20 Euro pro Kind und Stunde mit Beginn des Betreuungsjahres 2026/27 im Herbst, hieß es von Seiten des Landes. Grundsätzlich falle die Tarifgestaltung aber "in die Autonomie der Gemeinden und Einrichtungen", erklärte die Landesrätin dazu. Ein "leistbarer Tarif" werde aber empfohlen und gefördert.

Als nächster Schritt stehe nun unmittelbar nach dem Anmeldeschluss am 31. Jänner die Reihung und Platzvergabe bei privaten und betrieblichen Krippen, Horten und Kindergärten an. Ab 1. März erfolge schließlich die Einteilung bei "öffentlichen Erhaltern und Gemeinden", hieß es in einer Aussendung des Landes.

Liste Fritz zweifelt an 1,20 Euro-Tarif

Der vom Land empfohlene Tarif "sowohl bei Hort, Kinderkrippe und Kindergarten in allen Tiroler Gemeinden" sei zwar "grundsätzlich eine gangbare Größe", doch zweifelte Liste Fritz-Parteichefin und Landtagsabgeordnete Andrea Haselwanter-Schneider bei einer Pressekonferenz am Freitag daran, dass alle Gemeinden diese Empfehlung umsetzen können. "Rechenbeispiele zeigen uns, dass bei diesem Tarif für Gemeinden zum Teil erhebliche Mehrkosten entstehen", strich sie heraus. Das Land, das aktuell 17 Millionen zuschieße um diese abzufedern, müsse deshalb "schneller in die Gänge kommen" und gegebenenfalls schlicht "mehr zahlen".

Auch gehe die "Harmonisierung" der Tarife deutlich zu langsam. "Wir fordern Klarheit, Kostenwahrheit und Vereinheitlichung bis zum kommenden Frida-Anmeldungszeitraum im Dezember", stellte Haselwanter-Schneider klar. Dazu werde man auch bei der Landtagssitzung kommenden Mittwoch einen Dringlichkeitsantrag einbringen. "Eltern müssen wissen, welche Kosten genau auf sie zukommen", forderte sie.

Start von "Frida" im Dezember

"Frida" war mit Dezember letzten Jahres erstmals online gegangen. Mit der Plattform sollten Anmeldungen für Betreuungsplätze gebündelt gesammelt und zugewiesen werden. Sobald ein Platz in einer Einrichtung gefunden wurde, werden Eltern per Mail verständigt. Die Abwicklung aller fristgerechten Anmeldungen ist bis 1. April geplant. Sollte es mit der Vermittlung in der Wunscheinrichtung nicht klappen, kommen Koordinatoren zum Zug, die unterstützen sollen. Ab Herbst 2026 soll schließlich der Rechtsanspruch auf Vermittlung eines Kinderbetreuungsplatzes tirolweit bestehen.

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