Während andere Bundesländer bei der Kaufkraft zulegen konnten, hinkt die Bundeshauptstadt hinterher. Eine aktuelle Analyse von RegioData Research zeigt auch gravierende Unterschiede zwischen den Bezirken.
Auch wenn in Wien die Kaufkraft insgesamt auf einem hohem Niveau bleibt, wächst sie deutlich langsamer als im Rest Österreichs. Seit 2016 wurde die Bundeshauptstadt im nationalen Ranking Schritt für Schritt überholt. Aktuell liegt Wien (28.239 Euro Kaufkraft pro Person) gemeinsam mit Kärnten (27.987 Euro), dem Schlusslicht im Land, sogar unter dem österreichweiten Durchschnitt.
- Horrende Sprit-Preise setzen Wiener Taxibranche zu
- ESC am Naschmarkt: So schmeckt der Song Contest
- Würstelstand neu gedacht: "Collina am Berg" erobert den Donakanal
ARCHIV - 04.12.2018, Sachsen, Dresden: Eine Frau hält eine Geldbörse mit Banknoten in der Hand. Haushalte, die mit Gas oder Fernwärme versorgt werden, sollen ihren Dezemberabschlag erlassen bekommen. Die Kosten übernimmt der Bund. Die Soforthilfe soll die Zeit überbrücken, bis im kommenden Jahr die Gaspreisbremse greift. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Hauptgrund dürfte die hohe Inflation sein, die Städte bekanntlich mehr trifft als kleinere Gemeinden. Vor allem Mieten und Gastronomie sind in Wien deutlich teurer geworden. Dadurch bleibt den Menschen trotz Einkommenserhöhungen am Ende weniger Geld übrig. Doch auch die Bevölkerungsstruktur bremst die Entwicklung: In Wien gibt es mehr Haushalte mit niedrigen Einkommen, zudem viele Studierende, Teilzeitkräfte und Einpersonenhaushalte, was die durchschnittliche Kaufkraft zusätzlich drückt.
Gleichzeitig profitieren die Umlandgemeinden rund um Wien stark vom Zuzug der letzten Jahre. Steigende Einkommen außerhalb der Stadtgrenzen schwächen dabei die Dynamik in der Millionenmetropole.
Gefälle zwischen Bezirken
Innerhalb Wiens klafft die Schere teils weit auseinander. Die höchste Kaufkraft gibt es in der Inneren Stadt, in Hietzing (33.584 Euro) und Döbling (33.230 Euro). Am anderen Ende liegen Favoriten (23.007), die Brigittenau (22.711 Euro) und Rudolfsheim-Fünfhaus.
Besonders deutlich wird das im Vergleich zwischen Letztem und Erstem. Im 15. Bezirk stehen den Bewohnern im Schnitt rund 22.600 Euro zur Verfügung, während es im 1. Bezirk mit etwa 44.868 Euro fast doppelt so viel sind.
Volkspartei alarmiert
Die aktuellen Zahlen zur Kaufkraftentwicklung in Wien sind für die Wiener Volkspartei ein alarmierendes Signal.
"Der sogenannte Wiener Weg, eine Politik, die überdurchschnittlich auf Sozialtransfers setzt, hat sich als Irrweg erwiesen. Es braucht endlich Impulse für Wachstum und ein faires Maß bei den Sozialleistungen, um die Bundeshauptstadt wieder als Wirtschafts- und Arbeitsplatzstandort attraktiv zu machen", so VP-Landesparteiobmann Markus Figl.