Nach 15-jähriger Abstinenz von der Showbühne sorgte eine Schlager-Ikone beim Smago! Award in Schladming für eine Sensation, als sie entgegen aller Ankündigungen wieder zum Mikrofon griff und für ihr beeindruckendes Lebenswerk geehrt wurde.
Es war der wohl emotionalste Moment, den die Steiermark in diesem Musikjahr bisher erleben durfte: Nach eineinhalb Jahrzehnten völliger Abstinenz kehrte die Schlager-Legende Marion Maerz am Mittwochabend ins Rampenlicht zurück. In Schladming bewies die 82-Jährige beim „Smago! Award“, dass wahre Klasse kein Verfallsdatum kennt – und sorgte für eine Überraschung, mit der selbst ihre eigene Familie nicht gerechnet hätte.
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Wer am Mittwochabend in Schladming zugegen war, wurde Zeuge eines musikgeschichtlichen Ereignisses. Seit ihrem letzten Auftritt im Jahr 2010 und einem kurzen Gastspiel bei einer Musical-Premiere 2011 hatte sich Marion Maerz konsequent aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Die gebürtige Flensburgerin, die heute in Hamburg lebt, schien mit dem Showgeschäft abgeschlossen zu haben – bis dieser eine Abend in der Steiermark alles änderte.
Die Überraschung des Abends: Sie sang doch!
Dass die Ikone überhaupt erscheinen würde, war zwar vorab durchgesickert, doch ihre Tochter Mascha Litterscheid hatte die Erwartungen gedämpft: Ihre Mutter werde zwar anwesend sein, aber keinesfalls zum Mikrofon greifen. Doch der Enthusiasmus des Publikums und die Atmosphäre beim Smago! Award ließen die Pläne offensichtlich hinfällig werden. Zur Freude der Anwesenden brach Maerz ihr Schweigen und stimmte tatsächlich wieder an – ein Gänsehautmoment, der mit donnerndem Applaus quittiert wurde.
Eine Stimme, die nie laut sein musste
Die Ehrungen für die 82-Jährige fielen an diesem Abend gleich doppelt aus. Besonders berührend war die Verleihung des Preises für ihr Lebenswerk. Die Inschrift der Trophäe fasste das Schaffen der Künstlerin treffend zusammen: „Eine Künstlerin, die nie laut sein musste, um gehört zu werden. Und: eine der meistunterschätzten Stimmen des deutschsprachigen Pop.“ Zusätzlich durfte sie die Auszeichnung für den „Hit des Jahres 2025“ (Deutschland) entgegennehmen. Ein Erfolg, für den sie indirekt selbst den Grundstein gelegt hatte.
Der „Stumblin’ In“-Effekt: Von 1979 direkt in die Gegenwart
Der aktuelle Mega-Hit von Helene Fischer (41) und Florian Silbereisen (44), „Schau mal herein“, ist nämlich eine Neuauflage jener Nummer, die Marion Maerz bereits 1979 gemeinsam mit Bernd Clüver zum Erfolg geführt hatte (das deutsche Pendant zum Welthit „Stumblin’ In“).
Verantwortlich für das moderne Update ist kein Geringerer als eine weitere Schlager-Legende: Peter Orloff (82). Er überarbeitete den Titel für das Duo Fischer/Silbereisen und ist mit Maerz seit Jahrzehnten freundschaftlich verbunden. Erst vor wenigen Monaten besuchte er die Jubilarin zu ihrem 82. Geburtstag in ihrer Wahlheimat Hamburg. In Schladming schloss sich nun der Kreis: Eine Legende kehrte zurück, eine alte Melodie wurde neu vergoldet, und das Publikum feierte eine Künstlerin, die auch nach 15 Jahren Pause nichts von ihrer Strahlkraft eingebüßt hat.