Nach der überraschenden Absetzung des ARD-Kultformats „Immer wieder sonntags“ übt Schlager-Legende Michael Holm scharfe Kritik an der Entscheidung der Senderverantwortlichen, während Moderator Stefan Mross sich mit einem Versprechen von seinem Publikum verabschiedet.
Es ist ein Paukenschlag, der die Schlagerwelt bis ins Mark erschüttert: Das Aus für den ARD-Dauerbrenner „Immer wieder sonntags“ ist besiegelte Sache. Ab dem 31. Mai 2026 flimmern noch ein letztes Mal rund ein Dutzend Live-Ausgaben über die Bildschirme, bevor im September der finale Vorhang fällt. Während Moderator Stefan Mross gute Miene zum bösen Spiel macht, findet Schlager-Legende Michael Holm im Interview mit „Schlagerpuls“ drastische Worte für das Ende der Kult-Show.
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Für den 82-jährigen Holm („Tränen lügen nicht“) ist die Absetzung ein strategisches Desaster. Dass ein Format, das seit Jahrzehnten Millionen vor die TV-Geräte lockt, einfach „eingedampft“ wird, stößt bei ihm auf völliges Unverständnis. Besonders die Tendenz der Senderverantwortlichen, bewährte Erfolgsrezepte grundlos zu verändern, kritisiert die Musik-Ikone scharf.
„Man sollte nicht herumgraben“
Michael Holm zieht eine klare Parallele zu anderen TV-Größen und warnt davor, gewachsene Strukturen zu zerstören. Für ihn ist Stefan Mross (50) das Herzstück der Sendung – ein Moderator, der mit dem Format untrennbar verwachsen ist. „Die können das perfekt. An solchen Leuten sollte man nichts herumgraben“, so Holm bestimmt.
Um seinen Punkt zu unterstreichen, bemüht er einen Vergleich aus dem ZDF-Abendprogramm: „Wir graben ja auch nicht an Horst Lichter und seiner super präsentierten Sendung 'Bares für Rares'. Er ist geboren, um das zu machen.“
Ein Austausch von Gesichtern, die eine Sendung erst zur Marke gemacht haben, schade laut Holm dem gesamten Genre. Als warnendes Beispiel nennt er den ehemaligen „Silvesterstadl“, der nach dem Abgang von Andy Borg trotz prominenter Nachfolger nie wieder zu alter Stärke zurückfand.
Stefan Mross: „Saugeile Staffel“ zum Abschied
Während Holm die medienpolitische Keule schwingt, gibt sich der Mann im Zentrum des Sturms betont professionell. Stefan Mross, der die Show über zwei Jahrzehnte prägte, blickt der letzten Saison eher mit Vorfreude als mit Bitterkeit entgegen. Gegenüber der „SZ“ gab er sich kämpferisch und optimistisch. „Ich habe wirklich eine tolle Zeit gehabt und wir haben jetzt noch 13 Sendungen vor uns“, lässt Mross wissen.
Er verspricht seinen Fans ein Finale mit Knalleffekt: Man werde eine „saugeile Staffel hinlegen wie jedes Jahr“, um die Millionen Zuschauer ein letztes Mal zu begeistern.
Das Ende einer Ära
Mit dem Aus von „Immer wieder sonntags“ verliert das Erste einen seiner letzten großen Ankerpunkte für den klassischen Schlager am Sonntagvormittag. Ob Florian Silbereisen, der zuletzt immer häufiger als Allzweckwaffe der ARD einsprang, diese Lücke füllen kann oder ob das Genre insgesamt weiter an Boden verliert, bleibt abzuwarten. Sicher ist nur: Der Abschied im September 2026 wird für viele Fans – und für Michael Holm – ein trauriger Meilenstein der Fernsehgeschichte.