In Wien wurde Darina Nikolaewa Jotowa zum Weltstar. Doch wer ist die ESC-Siegerin Daria wirklich, was möchte sie mit ihren Songs bewegen und warum musste sie viel erleiden?
Ja, man kann es so sagen: Die Geschichte eines europäischen Popstars begann am letzten Samstag in Wien. Bis vor einer Woche eigentlich nur der Eurovision Song Contest-Gemeinde bekannt, bewegt Daras Sieg beim Finale in der Wiener Stadthalle inzwischen die (Musik-)Welt. Nicht nur, weil die 27-jährige Powerlady, für viele völlig überraschend, den ersten ESC-Sieg für Bulgarien einholte, sondern auch wegen der Message, die Darina Nikolaewa Jotowa aus Warna mit ihren coolen Beats verbreiten will.
"Es geht darum, Angst loszuwerden..."
„Nicht einfach einen ESC-Song wollte ich machen“, erzählt die Künstlerin, die in ihrer Heimatstadt Gesang studierte. „Ich wollte etwas zeigen, das nach meiner Heimat klingt, aber gleichzeitig modern und frei ist.“ Genau das macht „Bangaranga“ wohl so besonders. Der Song verbindet elektronische Popbeats mit traditionellen bulgarischen Elementen und orientiert sich am alten Kukeri-Ritual, bei dem maskierte Figuren böse Geister vertreiben sollen. Für Dara war das mehr als nur eine visuelle Idee: „Es geht darum, Angst loszuwerden und laut zu sein. Jeder Mensch hat Momente, in denen er sich versteckt. ,Bangaranga‘ soll das Gegenteil davon sein.“ Ein Credo, das den Zeitgeist trifft – und Dara nicht nur zum Idol Tausender Teenager werden lässt.
Daras steiniger Weg zum Erfolg
Doch wie so viele ihrer Kolleg:innen musste die Bulgarin hart für ihren Durchbruch kämpfen. Ihre wichtige Mentorin ist seit vielen Jahren „No Angels“-Star Lucy Diakovska, die im „Bild“-Interview erzählt, dass Dara vor dem Song Contest in ihrer Heimat Unglaubliches erleiden musste. „Viele unserer Landsleute waren grausam zu ihr“, so Lucy. „Manche haben das Lied sogar als satanisch bezeichnet.“ Die „No Angels“-Sängerin stand stets hinter ihr. Lucy war es auch, die Daras Talent sofort erkannte, als sie 2015 bei der TV-Castingshow „The X Factor“ antrat und die Jurorin komplett begeisterte. Damals erreichte Dara „nur“ Platz 3, entmutigen ließ sie sich davon jedoch niemals.
No Angels-Star Lucy Diakovska
„Früher dachte ich, mit mir stimmt etwas nicht..."
„Viele wollten mich verändern“, erzählt sie. „Aber ich habe irgendwann verstanden, dass Menschen nicht Perfektion lieben – sondern Ehrlichkeit.“ Weshalb sie auch ganz offen über ihre ADHS-Diagnose sprach und sogar ihr Album „ADHDARA“ danach benannte. „Früher dachte ich, mit mir stimmt etwas nicht“, sagte sie dazu. „Heute weiß ich: Mein Kopf funktioniert einfach anders – und genau das macht mich kreativ.“ Auch auf Social Media zeigt sich die Künstlerin nahbar und präsentiert nicht nur Bühnenlooks und Glamour, sondern auch Nervosität, Zweifel und emotionale Momente.
Ihre große liebe, Erwin Ivanov, ermutigte Dara dazu, beim ESC anzutreten.
Ihre große Liebe macht sie stark
Stark macht Dara auch ihre große Liebe zu dem Pharmakologen Erwin Ivanov, den sie 2025 heiratete. Auf dem Cover des bulgarischen Magazin „Eva“ posierte das Paar damals – Erwin soll es auch gewesen sein, der Dara dazu ermutigte, sich für den ESC zu bewerben. Der Rest ist Song Contest-Geschichte und der Start in eine internationale Karriere. „Dieser Sieg gehört jedem Menschen, der sich jemals zu anders gefühlt hat“, so Dara. Und plötzlich versteht man, warum „Bangaranga“ für viele mehr ist als ein Eurovision-Song – es ist ein Statement.