Wer beim Wegwerfen von Tschick erwischt wird oder die Hinterlassenschaft seinen Hundes einfach liegen lässt, muss ab 1. April ordentlich blechen. Die neuen Tarife der Reinhalteverordnung treffen rücksichtslose Zeitgenossen besonders hart.
Draußen regnet es zwar und von echter Frühlingswärme ist bei diesen Temperaturen noch keine Spur, aber die Stadt Wien macht sich trotzdem bereit für den großen Frühjahrsputz. Die 48er laden alle Wienerinnen und Wiener dazu ein, vom 20. April bis zum 3. Mai wieder kräftig mitanzupacken und die Stadt zum Strahlen zu bringen.
Handschuhe an und los geht es
Am 20. April fällt der Startschuss für die heurige Aktion unter dem Motto "Wien räumt auf". Zwei Wochen lang wird dann auf Gehwegen sowie in Parkanlagen und auf Spielplätzen ordentlich aufgeräumt. Egal ob mit den Nachbarn oder im Freundeskreis oder mit den Kollegen aus dem Büro, jeder kann einen Beitrag leisten. Auch Schulen und Kindergärten sind wie immer herzlich willkommen. Wer sich für die Aktion anmeldet, bekommt von der Stadt professionelle Hilfe in Form von Warnwesten und Handschuhen sowie Müllsäcken gestellt. Die vollen Säcke werden danach einfach bei den Restmülltonnen oder den öffentlichen Standorten der Altstoffsammelstellen deponiert. Die Profis der MA 48 kümmern sich im Anschluss wie gewohnt um den Abtransport.
Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) freut sich auf den tatkräftigen Einsatz der Bevölkerung. "Wien ist nicht von ungefähr eine der saubersten Städte weltweit. Umfassende Maßnahmen wie die Mitmach-Aktion der 48er leisten hier einen wichtigen Beitrag", so der Stadtrat.
Saftige Strafen für unbelehrbare Mistschleudern
Doch während die einen fleißig sammeln, lassen andere ihren Mist leider immer noch achtlos auf dem Gehsteig liegen. Die Stadt verschärft deshalb ab morgen den Druck auf alle Mist-Sünder. Wer seinen Tschickstummel einfach auf das Pflaster fallen lässt oder auf das Sackerl für das Gackerl seines Hundes vergisst, muss ab dem 1. April deutlich tiefer in die Tasche greifen. Das Organmandat kostet dann nämlich 70 Euro statt der bisherigen 50 Euro. Noch viel teurer wird es bei illegal abgelagertem Sperrmüll, denn hier droht den Verursachern in jedem Fall eine Anzeige.
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Der Chef der 48er findet deutliche Worte für diese Unart. "Wir haben informiert, Service angeboten und wenn nichts hilft strafen wir Diejenigen, die sich nicht an die Sauberkeitsregeln in unserer Stadt halten", stellt Josef Thon klar. Die WasteWatcher sind in ganz Wien unterwegs, um sowohl zu beraten als auch konsequent zu bestrafen.
Teures Nachspiel bei einer Anzeige
Die rechtliche Basis für die strengen Kontrollen durch die WasteWatcher gibt es bereits seit dem Jahr 2008. Das Gesetz verbietet Verunreinigungen im öffentlichen Raum strikt und ermöglicht den Aufsichtsorganen das Ausstellen von Strafen. Während ein normales Organmandat nun 70 Euro kostet, kann es bei einer offiziellen Anzeige mit bis zu 1.000 Euro richtig teuer werden. Das eingenommene Geld versickert aber nicht in irgendeinem Budgettopf. Sämtliche Strafgelder sind zweckgewidmet und werden von der Stadt direkt wieder für zusätzliche Sauberkeitsmaßnahmen in Wien verwendet. Wer sich den Ärger und das Geld sparen möchte, nutzt also am besten gleich einen der vielen Mistkübel.