Trennung und Obsorgestreit ließen gewalttätigen den Ex endgültig austicken. Die Mutter hadert mit der Justiz.
Wien. Es müssen gespenstische Szenen gewesen sein, die sich bei der U-Bahn-Station Neue Donau im Dunkel auf dem Fußgänger- und Radsteg zur Donauinsel abgespielt haben: Spätnachts, als sich dort wirklich niemand mehr herumtrieb, dürfte der gesuchte Liberianer Joseph A. mit seinem Sohn Denny im Arm, der wohl schlief oder betäubt war ( eine toxikologische Untersuchung läuft noch ), auf die Brücke geschlichen sein, um mit dem 5-Jährigen in die Tiefe zu springen – der Afrikaner selbst konnte nicht schwimmen und auch der Bub wohl nur rudimentär. Ganz allein (gelassen) hatte das Kind keine Chance, in der Finsternis an Land zu kommen. Beide gingen unter, beide ertranken.
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Kindsmutter weint: »Mamaherz blutet«
Ein entsetzliches Ende eines Beziehungskrieges, bei dem man sich gar nicht vorstellen mag, wie in die hinterbliebene Ex-Frau und Mutter von Denny die Geschehnisse je verstehen, geschweige denn verarbeiten soll. Auf Facebook postet sie nur: „Mein Mamaherz blutet“.
Begonnen hat das alles, als sich die gebürtige Slowakin, die sich in Wien ein erfolgreiches Leben aufgebaut hatte, vom Kindsvater, der sich als gewalttätig herausstellte, trennte. Weil es weiter zu Übergriffen und nun auch zu massiven Bedrohungen gekommen sein soll, wurde sogar ein Betretungsverbot über Joseph A. verhängt, das Jugendamt schritt ein, zog sich aber unverständlicherweise bald wieder zurück, während zunächst per Gericht auch ein Kontaktverbot über den Liberianer (41) zu Ex-Frau und Sohn verhängt wurde – das berichten jedenfalls Freundinnen der 39-Jährigen.
Justiz-Skandal. Aus eben dieser Quelle war auch zu erfahren, dass sich der Afrikaner vehement bemühte, wieder ein Besuchsrecht zu bekommen. Am Bezirksgericht Liesing soll er schließlich eine Richterin gefunden haben, die trotz des Flehens der Mutter („Mein Ex ist gefährlich. Es wird noch etwas schlimmes passieren“) das Kontaktverbot aufhob.
Wie die Regelung genau aussah, ist nicht bekannt – fest steht nur, dass Joseph A. seinen Sohn Sonntagabend am 6. August nach der Besuchszeit heim zu seiner Mutter in Liesing bringen solle.
Nachbar rettete Mutter vor Hammer-Mord
Dabei tauchte er ohne Denny, aber mit einem Hammer in der Hand auf – und attackierte seine Verflossene brutal. Nur dem Einschreiten eines mutigen Nachbarn ist zu verdanken, dass der blutige Angriff nicht mit einem Mord endete. Zerstört hat er das Leben der (Ex-)Frau trotzdem, indem er der Überlebenden den Sohn für immer wegnahm –und ihn mit in den Tod riss.
Roland Kopt