Ermittlungen

Pipeline-Sabotage – TAL bringt 90 Prozent des Öls nach Österreich

Ermittler vermuten eine Sabotage an einem Knotenpunkt der Transalpinen Ölpipeline (TAL), die vom Hafen Triest über Österreich nach Deutschland führt.

Wien. Die Transalpine Ölleitung (TAL-Ölpipeline) pumpt seit 1967 Öl von Triest nach Österreich und Deutschland. Nun soll in Italien ein Sabotageakt verübt worden sein, die Staatsanwaltschaft Triest, wo die Leitung beginnt, ermittelt. Russisches Öl wurde aufgrund der Sanktionen ersetzt. Angeliefert wird der Rohstoff per Schiff. 2024 wurden 40,3 Mio. Tonnen Rohöl an acht Raffinerien geleitet, darunter zwei OMV-Raffinerien wie jene in Schwechat.

Die Pipeline hat laut Unternehmensangaben eine Länge von 753 Kilometer. Ihr höchster Punkt liegt am - beziehungsweise unter dem - Alpenhauptkamm in Österreich auf 1.572 Meter über Adria. Die Leitung kommt in Kötschach-Mauthen in Kärnten an und verlässt Österreich bei Kufstein in Tirol.

TAL bringt 90 Prozent des Öls nach Österreich

Die TAL-Gruppe hat Ländergesellschaften in Österreich, Italien und Deutschland, verkauft das Öl in Österreich, Deutschland und Tschechien. Bayern und Baden-Württemberg werden laut TAL laut etwas älteren Angaben zu 100 Prozent versorgt, Österreich (ab Transferstation Kötschach-Mauthen weiter über die Adria Wien-Pipeline nach Schwechat bei Wien) zu 90 Prozent und Tschechien zu 40 Prozent.

Über Berg und Tal und auch darunter

Das TAL-Leitungsnetz verbindet den Hafen von Triest mit den deutschen Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg. Nachdem Öltanker an den zwei Tankerlöschbrücken des Seehafenterminals im Hafen von Triest angelegt haben, wird das Rohöl entladen und ins Tanklager in San Dorligo della Valle (Triest) gepumpt. Von dort aus verläuft die Transalpine Pipeline durch Friaul-Julisch Venetien, Kärnten, Salzburg Tirol und Bayern bis zum Tanklager in Lenting bei Ingolstadt. Hier teilt sich die Pipeline: Eine läuft nach Osten, die andere nach Nordwesten, um die weiteren süddeutschen Raffinerien mit Rohöl zu versorgen.

Die Pipeline verläuft über 145 km auf italienischem Boden, bei Osoppo unterquert sie den Fluss Tagliamento, verläuft weiter in Richtung Cavazzo-See und unterquert dann ein weiteres Mal den Tagliamento. Nach der Stadt Tolmezzo - nördlich dieser wurde die Sabotage gemeldet - geht es dann hinunter in das Tal des Wildbaches But, dessen Verlauf sie folgt und dabei westlich an den Ortschaften Paluzza und Timau vorbeiläuft. Hier verschwindet sie in einem sieben Kilometer langen Tunnel unter dem Plöckenmassiv und kreuzt dabei die Grenze zu Österreich.

In Österreich verläuft die Pipeline in Oberkärnten durch das Gailtal und den Gailbergsattel. Die weitere Trasse führt durchs Drautal weiter nach Osttirol. Über das Tal der Isel geht es unter dem Felbertauern auf 1.572 Seehöhe ins Salzachtal und über den Pass Thurn im Südwesten von Kitzbühel weiter durch den Hahnenkamm-Tunnel. Von dort geht es hinunter nach Going und weiter zur österreichisch-deutschen Grenze nach Kufstein/Kiefersfelden.

In Bayern angekommen, verläuft die Pipeline durch das Inntal und führt dann westlich an Rosenheim und Wasserburg vorbei. Hier geht es weiter in Richtung Norden zu den Raffinerien in Vohburg und Ingolstadt, wo die TAL-IG im Tanklager Lenting endet.

Thema Sicherheit

Die gesamte Strecke ist durch zahlreiche Markierungspfähle mit speziellen Hinweisschildern gekennzeichnet. Auf denen sind die bereits zurückgelegte Strecke und die Telefonnummer des zuständigen Kontrollzentrums angegeben.

Zum Thema Sicherheit schreibt die TAL auf ihrer Homepage: "Die TAL-Gruppe arbeitet auf der Basis der höchsten Sicherheits- und Umweltschutzstandards, die in der Öl- und Gasbranche angewendet werden. Sicherheit ist der wichtigste Bestandteil unserer Tätigkeit und wird insbesondere durch kontinuierliche und gezielte Risikovermeidung und -verminderung gewährleistet, die eine ständige Verbesserung zum Ziel haben."

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