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Enthüllt: So viel kostete Meinl-Reisingers „Opernball-Inszenierung“

„Opernball-Inszenierung auf Kosten der Steuerzahler?“ Diese Anfrage stellte die FPÖ an Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS). Das Ergebnis: Ihr Opernball-Besuch war günstiger als der von einigen ihrer Amtsvorgänger. 

„Meinl-Reisinger muss jetzt Opernball-Spesen offenlegen“, kündigte FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz im Februar via Aussendung an. Er brachte eine parlamentarische Anfrage zu den Kosten an die Außenministerin, die mit zwei Amtskolleginnen (Albanien und Philippinen) teilnahm, ein. Die entsprechende Beantwortung liegt oe24 jetzt vor.

Für die Loge fielen 26.000 Euro an, die Bewirtungskosten beliefen sich auf 2.431,20 Euro, ein vorhergehendes Abendessen im Ministerium kostete 2.925,84 Euro. An dem Abendessen nahm übrigens auch Staatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) und dessen Gast, die deutsche Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU), teil. Dazu kommen dann noch Ballkarten zu je 410 Euro für Gäste und Mitarbeiter. Für Meinl-Reisinger und ihren Ehemann gab es übrigens (gratis) Ehrenkarten.

Meinl Opernball
© Vienna Press / Andreas TISCHLER

Meinl-Reisinger zahlte Europakleid aus eigener Tasche

Und: Auch für Styling, Kleidung und Schmuck - die Außenministerin trug ja ein aufwändig angefertigtes Europakleid - fielen dem Steuerzahler keine Kosten an. Das wurde von der NEOS-Politikerin privat bezahlt.

Meinl Opernball
© Vienna Press / Andreas TISCHLER

Insgesamt ergaben sich für den Abend Kosten in Höhe von 35.457,04 Euro. Besonders brisant ist dabei, dass die FPÖ auch nach den Kosten ihrer Amtsvorgänger der letzten zehn Jahre fragt. Denn damit ist auch die Amtszeit von Ex-Außenministerin Karin Kneissl - sie war auf einem FPÖ-Ticket in der Regierung - inkludiert. Das Ergebnis: Meinl-Reisingers „Opernball-Inszenierung“ war günstiger als oftmals in der Vergangenheit.

Kneissls Opernball-Besuch 2019 war teurer

2019 fielen für Kneissls - sie lebt übrigens mittlerweile in Russland und betreibt Putin-Propaganda - Opernball-Abend 35.831,65 Euro an. Und hier ist noch keine Inflation mitgerechnet. Eine Opernball-Karte kostete 2019 beispielsweise noch „magere“ 315 Euro. 2018 war Kneissl allerdings günstiger unterwegs. Der Opernball schlug damals für das Außenministerium mit 31.237,38 Euro zu Buche, wobei 23.400 Euro auf die Loge entfielen.

Meinl Opernball
© Vienna Press / Andreas TISCHLER

Und auch Amtsvorgänger Alexander Schallenberg (ÖVP) war 2024 teurer unterwegs. Damals wurden 39.075,26 Euro fällig, davon 24.500 Euro für die Loge. Den günstigsten angeführten „Auftritt“ hatte Schallenberg 2020. Die Kosten für die Loge wurden in dem Jahr von einem anderen Ressort getragen, wodurch „nur“ 6.313 Euro abgerechnet wurden.

„Zentraler Partner der österreichischen Fachkräfteoffensive“

Allgemein hält die Ministerin in der Anfrage-Beantwortung fest, dass der Opernball als „weltweit bekanntes Aushängeschild für Österreich“ ein „wichtiger Treffpunkt für Politik, Kultur und Wirtschaft aus dem In- und Ausland“ sei. Daher stelle er auch eine gute Möglichkeit dar, die bilateralen Beziehungen „weiter zu vertiefen“. Vor allem die Philippinen, die dortige Außenministerin war einer ihrer Gäste, seien ein „zentraler Partner der österreichischen Fachkräfteoffensive, insbesondere im Pflege- und Gesundheitsbereich“.

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