Schlammschlacht

Erpressung: Ex-ORF-Chef Weißmann zeigt jetzt Opfer an

Die ORF-Schlammschlacht rund um den Weißmann-Skandal geht weiter. Nun zeigt der gefallene Ex-ORF-Chef das vermeintliche Opfer selbst an.

Ex-ORF-Chef Roland Weißmann sorgt für das nächste Beben rund um seine Entlassung. Nun zeigt der 58-Jährige, wie bereits oe24 berichtete, sein mutmaßliches Opfer selbst an. Es soll dabei um ein mutmaßlich illegal aufgezeichnetes Telefongespräch gehen. Gerüchten zufolge könnte es auch um Erpressung gehen.

Die Staatsanwaltschaft Wien bestätigt, dass am Donnerstag eine entsprechende Sachverhaltsdarstellung eingelangt ist. Behördensprecherin Nina Bussek sagt zu oe24: „Wir prüfen derzeit den Anfangsverdacht.“ Angezeigt sind offenbar mehrere Delikte, die Staatsanwaltschaft will allerdings nicht sagen welche.

Weißmann (57) ist "mit sofortiger Wirkung" zurückgetreten, nachdem eine ORF-Mitarbeiterin "Vorwürfe der sexuellen Belästigung" erhoben hatte. Konkret soll er sie zu mehr als einer freundschaftlichen Beziehung gedrängt haben, wobei er u.a. auch auf explizite Nachrichten gesetzt haben soll. Weißmann bestreitet die Vorwürfe und ließ seinen Anwalt ausrichten, dass es sich um eine Beziehung im beidseitigen Interesse gehandelt habe, in der er keinen Druck ausgeübt habe.

Opfer meldete sich am Dienstag

Am Dienstag äußerte sich das mutmaßliche Opfer erstmals. In einem Schreiben, das oe24 vorliegt, widerspricht die Frau, die Weißmann sexuelle Belästigung vorwirft, den Behauptungen des früheren ORF-Chefs. In dem Schreiben der Frau heißt es: Es habe nie eine Affäre und nie „intimen physischen Kontakt“ gegeben. „Dies bin ich bereit, unter Eid zu erklären“. Weißmanns Anwalt hatte das in seiner Stellungnahme behauptet. Die Frau beklagt zudem: „Ich wurde diskreditiert, diffamiert und es wurde mir sogar unterstellt, die von mir gewählte Vorgangsweise aus sachfremden Überlegungen, gar als Werkzeug einer Männer-Intrige gewählt zu haben.“ Das mache sie „sehr betroffen“.

Sie habe dem ORF auch angeboten, "über meine Rechtsvertretung ein direktes Gespräch zu führen sowie Informationen und Unterlagen vorzulegen." Das habe sie aus "Transparenzgründen" und für eine "objektive Grundlage zur Beurteilung des Sachverhalts" getan.

Den Schritt an die Öffentlichkeit habe sie gemacht, da die rechtliche Aufarbeitung noch Wochen in Anspruch nehmen werde. Bis dahin möchte sie "die Verbreitung weiterer Unwahrheiten vermeiden" und der Öffentlichkeit ein "klares Bild des Geschehenen geben".

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