Frauen fordern Anti-Grapsch-Gesetz

Streit eskaliert

Frauen fordern Anti-Grapsch-Gesetz

Auch ÖVP-Frauen gegen Karl-Njet - Po-Attacken sollen bestraft werden.

Empört und mit Unverständnis reagierten viele Frauen am Mittwoch auf den ÖSTERREICH-Bericht zur Po-Grapscher-Affäre. Dass Männer, die Frauen auf der Straße an den Po greifen, strafrechtlich ungeschoren davonkommen sollen, wollen viele nicht verstehen.

Grazer Po-Grapscher-Fall blieb ohne Anklage
Doch genau das musste erst kürzlich eine Bankangestellte aus Graz zur Kenntnis nehmen: Beim Radfahren wurde sie betatscht – für den Staatsanwalt kein Grund einzuschreiten. Argument: Der Po sei kein primäres Geschlechtsorgan – also keine sexuelle Belästigung.

Derzeit droht bestenfalls eine Verwaltungsstrafe
Dem Grapscher droht bestenfalls eine Verwaltungsstrafe. Und: Justizministerin Beatrix Karl empfiehlt betroffenen Frauen, Grapscher zivilrechtlich zu klagen.

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek will jetzt auch das Po-Grapschen strafrechtlich verfolgbar machen: Wie andere sexuelle Belästigungen soll es mit eine Haftstrafe bis zu 6 Monaten bzw. 360 Tagsätzen Geldstrafe bedroht werden.

Ex-ÖVP-Ministerin sagt: 
„Da ist ja abenteuerlich“
Erstmals bekommt Heinisch auch aus der ÖVP Zustimmung. Frauenchefin Dorothea Schittenhelm sagt: „Da bin ich ganz bei Ministerin Heinisch-Hosek. Natürlich soll die strafrechtliche Regelung auf Grapschen an den Po ausgeweitet werden.“ Und auch Ex-ÖVP-Frauenministerin Maria Rauch-Kallat findet es „abenteuerlich, dass Po-Grapschen keine sexuelle Belästigung vor Gericht sein soll“.

Doch längst geht die Debatte über politische Kreise hinaus: So sagt Opernball-Chefin Desirée Treichl-Stürgkh: „Jede Frau sollte die Möglichkeiten haben, Grapschen zur Anzeige zu bringen.“ Und auch Museums-Direktorin Gabriele Zuna-Kratky findet: „Jede Art von Tätlichkeiten, die ohne Einverständnis geschehen, sind sexuelle Belästigungen.“

ÖVP-Frauenchefin Schittenhelm schert aus:
ÖSTERREICH:
Soll das Po-Grapschen strafrechtlich verfolgt werden.
Dorothea Schittenhelm:
Da bin ich ganz bei Ministerin Heinisch-Hosek: Natürlich soll die strafrechtliche Regelung auf Grapschen an den Po ausgeweitet werden.

ÖSTERREICH: Da sind Sie aber im Widerspruch zu ÖVP-Ministerin Karl.
Schittenhelm:
Ich bin eine frei gewählte Abgeordnete. Und wir haben ja auch schon in einem Entschließungsantrag eine Gesetzesverschärfung gefordert.

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