Grasser: Jetzt kommt Monster-Prozess

Es drohen 10 Jahre Haft

Grasser: Jetzt kommt Monster-Prozess

Buwog-Prozess bringt Promi-Reigen auf die Anklage-Bank und in den Zeugenstand.

Wenn Karl-Heinz Grasser und Co. auf der Anklagebank Platz nehmen, startet nach sieben Jahren Ermittlungen ein Mammut-Prozess. Der genaue Verhandlungsstart in der Causa Buwog und Terminal Tower steht noch nicht fest, doch klar ist: Der Prozess wird vermutlich noch die Causa Bawag übertreffen. Dieser Prozess hatte ein Jahr gedauert.

  • 15 Angeklagte. Neben Karl-Heinz Grasser hat der Staatsanwalt 14 weitere Personen angeklagt, darunter Grasser-Spezi Walter Meischberger, Lobbyist Peter Hochegger ­sowie Immobilienmakler Ernst Plech und Bänker Karl Petrikovics. Michael Ramprecht, Ex-Mitarbeiter von Grasser, wird nicht angeklagt, weil er nur in einem Anklagepunkt (Lehman; siehe rechts) beschuldigt war, der nun nicht verhandelt wird.

Verhandlung im Großen Schwurgerichtssaal

  • Zeugen. Auch auf der Zeugenbank löst ein Promi den anderen ab. Der Staatsanwalt will die Bänker Julius Meinl und Gerhard Randa ebenso einvernehmen wie Grassers Ex-Lebensgefährtin Natalia Corrales-Díez. Ob sie wirklich kommen müssen, entscheidet letztlich der Richter-Senat. Ein Zeuge, Ex-Bänker Guido Schmidt-Chiari, ist bereits verstorben.
  • Richterin. Derzeit ist die Richterin Nicole Rumpl für die Causa zuständig. Sie wird das Verfahren vermutlich an ihre Kollegin Marion Ho­henecker abtreten, da bei ihr noch ein anderes Verfahren gegen einen der Angeklagten, nämlich Karl Petrikovics, läuft. Dazu kommt noch eine beisitzende Richterin sowie eine Ersatzrichterin, die etwa bei Erkrankung einspringen kann, damit der Prozess nicht neu aufgerollt werden muss.
  • Anklage. Die Anklageschrift umfasst 825 Seiten. Um den gesamten Akt zu transportieren, waren sogar zwei Autos notwendig.
  • Medieninteresse. Dass mit Karl-Heinz Grasser ein Ex-Minister vor Gericht steht, ist nicht alltäglich. Ungewöhnlich ist auch die hohe Zahl an Angeklagten. Sie brauchen gemeinsam mit ihren Anwälten allein schon Platz. Das Medieninteresse wird enorm sein, deshalb findet der Prozess im Großen Schwurgerichtssaal statt.
  • Prozess-Start. Wechselt die Richterin, muss sich diese erst einarbeiten. Mit einem Start vor Spätherbst wird nicht gerechnet. Es gilt die Unschuldsvermutung.


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