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Griechen- Crash: Start für Faymann- Mission
Dass die Zeit für die griechische Regierung abläuft, sollte auch Werner Faymann gestern Abend bei seiner Ankunft in Athen klar sein. Der rote Bundeskanzler will heute mit dem griechischen Premier Alexis Tsipras doch noch eine Lösung finden, bevor es zum fatalen Grexit (dem Aus für Griechenland in der Eurozone) kommt. Bis Donnerstag hat der Syriza-Chef Zeit.
Im ÖSTERREICH-Interview auf dem Weg nach Athen sagt der Kanzler: „Natürlich brauchen wir für laufende Verhandlungen Ergebnisse. Wir müssen aber einen Weg finden, dass wir uns nicht immer über potenzielle Katastrophen unterhalten müssen.“ Er wolle daher einen „Fünfjahresplan“ für Griechenland.
Kanzler sprach sich mit Merkel, Juncker & Co. ab
Vor seinem heutigen Treffen mit Tsipras in Athen hat Faymann freilich auch mit Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker geredet. Beide wollen, dass Faymann seinem Freund Tsipras den Ernst der Lage klarmacht.
Der SP-Chef meint: „Ich unterstütze Jean-Claude Juncker voll dabei, zu einem Ergebnis mit der griechischen Regierung zu kommen. Dazu gehört auch das Einmahnen der Bedingungen, das ich voll unterstütze. Aber alle Rufe, die beschwören, wir werden eine Lösung nicht mehr schaffen und sollten uns deshalb an einen Grexit gewöhnen, sind gefährlich.“
Faymann will heute in Athen aber auch sehen, wie beeinträchtigt das Sozialsystem in Griechenland durch die Krise ist: Er wird eine Notaufnahme – Medikamente gehen aus – und ein SOS-Kinderdorf besuchen.
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Faymann trifft Tsipras in Athen
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+++ LIVE-Ticker +++
Jetzt Pressekonferenz
Faymann und Tsipras treten vor die Presse. Der griechische Premier lobt Kanzler Faymann. Er sagt, er will eine Lösung. Die nächsten Tage seien "entscheidend".
Fotos: Faymann in Athen
Um Deeskalation bemüht
Angesprochen auf die scharfen Worte Athens in Richtung der Geldgeber - Tsipras hatte ihnen Demütigung und Machtspiele vorgeworfen, sowie dem Internationalen Währungsfonds IWF "kriminelle Verantwortung" zugesprochen - antwortete Faymann, dass es "nie hilfreich" sei, "wenn man Gespräche mit einem positiven Ergebnis will, wenn da Worte der Beschimpfung fallen".
(c) Andy Wenzel
Faymann trifft jetzt Tsipras
Beide tagen hinter verschlossenen Türen. In einer Stunde ca. wird ein gemeinsames Pressestatement erwartet.
(c) Andy Wenzel
Jetzt spricht Faymann
Der Kanzler bedankt sich für den "warmherzigen Empfang". Es sei besonders berührend, die Schwierigkeiten in der medizinischen Versorgung zu sehen. Faymann betont, wie wichtig "europäische Solidarität und ein Umgang miteinander auf Augenhöhe" ist. Er fügt hinzu, dass noch viele Bedingungen zu erfüllen sind. Damit ist der Empfang auch schon beendet. Kanzler begibt sich nun zu Premier Tsipras.
Es geht los: Faymann trifft den griechischen Präsidenten
Prokopis Pavlopoulos begüßt Faymann im Palast in Athen "als großen Freund Griechenlands in schwieriger Zeit". Er lobt zudem Faymanns "Sensibilität", sich auch Sozialstätten angeschaut zu haben.
ÖSTERREICH-Interview mit Faymann
Ankunft im Präsidentenpalast
Bundeskanzler Werner Faymann trifft hier um 11:30 Uhr den griechischen Präsidenten Prokopis Pavlopoulos.
Faymann-Statement
"Hier auf dem Rücken der Schwächsten kann Griechenland nicht mehr sparen", so der Kanzler. Blick in die Notfallambulanz der Athener Klinik:
Syriza-Mitglied erklärt seine Sicht der Dinge
Der Politiker Chondros Georgios sagt, dass die EU aufhören muss, unmöglich Reformen für Griechenland zu fordern. Alle sei klar, wie ernst die Lage ist. Heute wird in Athen demonstriert. Am Wochenende in den EU-Hauptstädten -auch in Wien - gegen die "Austeritätspolitik und für die Griechen".
Neuer Sozial-Pass
Die Sozialministerin erklärt Faymann, dass sie einen Gesetzesentwurf für einen Pass für nichtversicherte Personen eingebracht hat. Mit so einem Pass soll man auch Zuschüsse für Miete, Elektrizität erhalten. Budget: 200 Millionen Euro für sechs Monate. Sie hofft auf Unterstützung der EU. So schaut die Karte aus:
Nächste Station: Eine Notfallambulanz
Zusammen mit Griechenlands Sozialministerin besucht Faymann ein Gesundheitszentrum in Athen. Die Ärztin vor Ort berichtet, dass die humanitäre, medizinische Versorgung immer problematisch war. Jetzt aber ist es "eine Katastrophe". Sie arbeitet ehrenamtlich hier. 2,5 Millionen Griechen sind nicht versichert. Wie ernst übrigens die Lage für Griechenland ist, dokumentieren auch die ausländischen Medien. Der "Spiegel" etwa sieht die Faymann-Mission als letzten Versuch an.
Besuch im SOS-Kinderdorf beendet
Faymann verabschiedet sich. Jetzt geht es in eine Notfallambulanz. Dort will sich der Kanzler einen Überblick über die medizinische Versorung machen.
So schlimm ist die Lage in Griechenland
Von der Krise Betroffene berichten, dass nicht mehr ins Krankenhaus können. Sie werden dort nicht mehr behandelt, weil sie als Arbeitslose nicht versichert sind. Auch ihre Kinder nicht. Der Kanzler hört aufmerksam zu:
Lob für Faymann
In griechischen Medien wird der Besuch von Faymann sehr positiv aufgenommen. Auch, dass er sich die soziale Situation anschaut wie hier im Kinderdorf wird gelobt. Der Direktor bedankt sich für den Besuch, "der uns Kraft gibt". Die Säuglingssterblichkeit in Griechenland ist in der Krise um 40% gestiegen, weil die Eltern kein Geld für medizinische Versorgung haben.
Das leisten die SOS-Kinderdörfer in Griechenland
In Athen deckt das SOS Kinderdorf 250 Familien ab. In ganz Griechenland gibt es tausende solcher Einrichtungen seit der Krise. Hauptproblem: Ganze Familien sind arbeitslos. Es gibt kei Geld für Wohnen, Essen, Medikamente, Ärzte. Hier wird alles durch private Spenden finanziert.
Besuch im SOS-Kinderdorf
Der Kanzler ist nun auf dem Weg in ein SOS-Kinderdorf. Dort werden Arbeitslose und unversicherte Familien mit Essen und Medikamenten versorgt.
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