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Zum blauen Partei-Chef designiert

Kickl: "Mein Plan für die neue FPÖ"

FP-Präsidium designierte Herbert Kickl nach Hofers Rücktritt zum FPÖ-Obmann.

Wien. Nach sechs Stunden Marathon-Sitzung war es fix: FPÖ-Klubchef Herbert Kickl (52) wurde am Montagnachmittag vom FPÖ-Präsidium als neuer Parteiobmann der Freiheitlichen designiert. Schon in zwölf Tagen soll er bei einem eiligst einberufenen Blitz-Parteitag am 19. Juni offiziell zum Parteichef gewählt werden.

Einstimmig. Das Präsidium entschied einstimmig, wie Generalsekretär Michael Schnedlitz bei der Pressekonferenz nach der Präsidiumssitzung bekannt gab. Kickl tritt damit die Nachfolge des zurückgetretenen FPÖ-Chefs Norbert Hofer an, der die Kritik Kickls an seiner Person als (Mit-)Grund für seinen Rückzug genannt hatte. Kickl gab sich gleich kampflustig, besonders ­gegen Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und dessen „Karrieristen“ (siehe rechts).

Haimbuchner ging vorzeitig

Die einstimmige Wahl Kickls kam nur zustande, nachdem Oberösterreichs FP-Chef Manfred Haimbuchner und der Vorarlberger FP-Chef Christof Bitschi die Sitzung vorzeitig verlassen hatten und nicht mitstimmten. Sie sagten zwar, dass sie die Entscheidung mittragen, wirklich glücklich damit schien Haimbuchner aber nicht. Weil er im Herbst die Landtagswahl in Oberösterreich zu schlagen hat, ist er allerdings froh, dass der außerordentliche Parteitag bereits davor über die Bühne geht. Ex-FPÖ-Chef Norbert Hofer ging auch vor der Abstimmung – durch die Hintertür.

Die Wahl Kickls schien spätestens ab dem Zeitpunkt gesichert, als der frühere Verteidigungsminister Mario Kunasek auf seine Kandidatur als Spitzenmann der Freiheitlichen verzichtete. Ihm sprachen Polit-Beobachter noch am meisten Chancen gegen Kickl zu.

Jetzt will sich die FPÖ unter Kickl auf einen heißen Sommer vorbereiten, der neue starke Mann in der FPÖ rechnet mit baldigen Neuwahlen: Für diese hat er sich mit seinem Sprung an die Spitze in Position gebracht.

Kickl: "Mein Plan für die FP-Zukunft"

Herbert Kickl gab nach Präsidium erste Stellungnahme ab.

  • Über die Entscheidung: „Es ist weißer Rauch aufgestiegen.“
  • Über sein Vorbild und seinen Konkurrenten Haimbuchner: „Mein Lehrmeister war Jörg Haider, mit Haimbuchner pflege ich eine direkte Art der Kommunikation. Ich schätze ihn als einen, der einen eigenen Kopf hat.“
  • Über seine erste Aufgabe: „Ich suche die Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner, insbesondere mit der türkisen Volkspartei. Die Türkisen sind das größte politische Blendwerk der Zweiten Republik. Das ist eine politische Show-Einrichtung, die die Menschen schon viel zu lange hinters Licht geführt hat.“
  • Über die Konkurrenz: „Ich werde mich auch mit jenen auseinandersetzen, die der türkisen ÖVP die Mauer machen. Gleichzeitig will ich zu allen Parlamentsparteien Verbindungslinien aufbauen, erhalten und pflegen.“
  • Über die Zukunft der FPÖ und Koalitionen: „Meine größte Aufgabe ist es, die FPÖ so aufzustellen, dass sie für alle Eventualitäten gerüstet ist. Ich werde dieses Projekt aufnehmen, ohne mich zu verbiegen. Die FPÖ wird bei der OÖ-Wahl erste Früchte ernten.“

Aaron Brüstle 



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