"Totschnig lebt seit 20 Jahren in Wien"

Neuer Landwirtschaftsminister: Bobo statt Bauer

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Bauernbunddirektor Norbert Totschnig folgt Elisabeth Köstinger als Landwirtschaftsminister nach.

Wien. Der 47-jährige Osttiroler Norbert Totschnig wuchs als Sohn eines Milchbauern mit fünf Geschwistern nahe Lienz auf. Seit 2017 ist Totschnig Direktor des mächtigen ÖVP-Bauernbundes.

Jetzt übernimmt er das Landwirtschaftsressort von Elisabeth Köstinger, ohne Tourismus. Nehammer nannte Totschnig "einen Freund und leidenschaftlichen Kämpfer", der jetzt die Herausforderungen Klimakrise und Lebensmittelversorgungssicherheit meistern müsse.

Seit 2016 ist Totschnig auch bezirksrat in Wien Neubau. "Mit Norbert Totschnig haben wir künftig einen herausragenden Landwirtschaftsminister, der nicht nur viel Erfahrung im Bereich der Land- und Forstwirtschaft hat, sondern auch in Wien Neubau kommunalpolitisch engagiert ist", sagte die Bezirksparteiobfrau der Volkspartei Neubau, Christina Schlosser, in einer Aussendung anlässlich der Bekanntgabe des neuen Landwirtschaftsministers Norbert Totschnig.

Westenthaler: "Totschnig lebt seit 20 Jahren in Wien" 

Ex-BZÖ-Politiker Peter Westenthaler kritisiert auf oe24.TV, dass Totschnig seit 20 Jahren in Wien Neubau wohne. Teile des Bezirks werden scherzhaft auch "Bobostan" (Anm. Bobo, Bezeichnung für "Bohemian Bourgeois") genannt. Westenthaler: "Und jetzt zu dem tollen Landwirtschaftsminister – darf ich dazu was sagen? Der tolle Landwirtschaftsminister wohnt seit 20 Jahren in Wien-Neubau – ist dort Bezirksrat. Ich habe gar nicht gewusst, dass in Wien-Neubau im 7. Bezirk so viele Bauernhöfe gibt, dass der aus der Praxis kommt."

Der Ex-Politiker weiter: "Wenn du Bauernbund-Direktor bist und dort ein bißchen Machtschachspiel durchführst, weil das nichts anderes ist, heißt das noch lange nicht, dass du dich auskennst bei der Landwirtschaft."

"Der Zustand der Landwirtschaft und er österreichischen Bauern, der wirklich jämmerliche, weil die haben auch mit dem Dreck zu raufen, ist eigentlich darauf zurückzuführen, dass dieser Bauernbund gescheitert ist bisher. Und jetzt holt man einen aus dieser Organisation, der Bezirksrat in Wien Neubau ist, seit sechs Jahren und 20 Jahre dort lebt und mit einem Bauernhof so viel zu tun hat wie ich, nämlich nichts. Mit Verlaub, das darf ich auch einmal sagen", so Westenthaler.

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