Politik-Insider

ÖVP: "Zurück in die Vergangenheit"

Nehammer
© APA/TOBIAS STEINMAURER
Nehammer hatte seit Wochen an seinem ''neuen'' Ministerteam gebastelt.
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Taktik. „Er hat alles seinem Parteitag untergeordnet“, sagt ein VP-Spitzenmann über den Umbau des VP-Teams. Tatsächlich hat Karl Nehammer die Begehren sämtlicher Bünde – Bauern, Wirtschaft – und Länder mit den Neuen erfüllt. Und sich gleichzeitig ein ­eigenes Team erschaffen.

Aber: „Auch, wenn die Neustrukturierung der Aufgaben klug ist, ist er nur ein Getriebener“, obwohl der VP-Kanzler bereits seit „Längerem an der Regierungsumbildung gearbeitet habe“, wie gleich mehrere VP-Spitzenleute berichten. Bereits vor zwei Wochen sollen etwa der Tiroler Landtagsabgeordnete Mario Gerber und die VP-EU-Mandatarin Barbara Thaler gefragt worden sein, ob sie das Wirtschaftsministerium übernehmen wollen. Sie sagten ebenso ab wie Unternehmerin Martha Schulz.

Wie sich Köstinger mit Adieu revanchierte

Indiskretion. Nehammer führte aber – laut mehreren Quellen aus den Ländern – in den vergangenen Wochen nicht nur Gespräche über einen neuen Wirtschaftsminister, sondern auch über eine neue Landwirtschaftsministerin. Ausgewählten VP-Landeshauptleuten wurde signalisiert, dass sie „Vorschläge“ machen sollten. Der Bauernbund – und wie immer Tirols Günther Platter – hatten einen der ihren gefordert. Die gut vernetzte Elisabeth Köstinger überraschte Nehammer mit ihrem Adieu – von dem er erst drei Stunden davor erfuhr. „Obwohl er seit Wochen nach Neuen gesucht hatte, stand er plötzlich ohne passende Nachfolger da“, sagen mehrere VP-Funktionäre. Martin Kocher sei dann der „Kompromiss“ gewesen, „mit dem alle leben konnten“. Totschnig war der Wunsch des Bauernbundes. Dass zwei Frauen durch zwei Männer ersetzt wurden, sei „ein Zurück in die Vergangenheit“, sorgt sich ein VP-Grande. Beim Parteitag werde ihm das aber „weit über 90 Prozent einbringen“. Na dann.

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