Ein Kommentar von Gerald Grosz.
Der Blick auf den Iran zeigt einmal mehr die Doppelmoral einer selbstgefälligen europäischen Politik. Während in Teheran ein Regime seine eigene Bevölkerung unterdrückt, Frauen entrechtet und Andersdenkende verfolgt, verharrt Europa in moralischer Selbstbespiegelung. Freiheit? Menschenrechte? Offenbar nur Schlagworte für Sonntagsreden.
Ja, das iranische Volk hat ein Recht auf Selbstbestimmung. Und ja, Israel hat das unverrückbare Recht, seine Existenz zu verteidigen – Tag für Tag, gegen Kräfte, die es von der Landkarte tilgen wollen. Wer das relativiert, betreibt Geschichtsklitterung.
Doch während geopolitische Spannungen eskalieren, versagt Europa auf ganzer Linie. Nicht Washington treibt uns in die Krise – es ist die eigene politische Unfähigkeit. Abhängigkeit von Energieimporten, fehlender Grenzschutz, wirtschaftspolitische Naivität.
Und während Bürger unter steigenden Preisen leiden, profitieren Konzerne – gedeckt von einer Politik, die längst den Bezug zur Realität verloren hat. Europas Problem sitzt nicht in Übersee. Es sitzt in den eigenen Parlamenten.