Der von der FPÖ entsandte Stiftungsrat Peter Westenthaler fordert eine "Dringlichkeitssitzung" des ORF-Gremiums. Er sieht "Gefahr im Verzug".
Der ORF kommt nicht zur Ruhe. Nach dem Rücktritt von ORF-Generaldirektor Roland Weißmann liegen nun auch mehrere Vorwürfe gegen Stiftungsratschef Heinz Lederer vor. Der von der FPÖ entsandte Stiftungsrat Peter Westenthaler fordert nun eine "Dringlichkeitssitzung" des ORF-Gremiums.
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Konkret geht es um drei Vorwürfe: Lederer taucht in Honorarnoten eines früheren Benko-Anwalts auf, er soll bei der Geschäftsführung des "profil" wegen eines Westenthaler-Artikels interveniert haben und er soll als Berater für den Österreichischen Skiverband (ÖSV) tätig gewesen sein - während der ORF teure Sportrechte ausverhandelte.
Lederer selbst dementierte, ein Auftragsverhältnis zu Signa-Gründer René Benko zu haben und kenne diesen auch nicht. Der Stiftungsratschef sieht auch kein Governance-Problem, da es kein Berufsverbot für Spezialisten im Medienbereich geben dürfe. Außerdem mache klassische PR nur einen sehr geringen Anteil aus.
"Gefahr im Verzug": Westenthaler fordert Sondersitzung
Westenthaler will den Vorwürfen nun jedenfalls nachgehen. Diese bedürfen "einer sofortigen Klärung", so der Stiftungsrat: "Es besteht Gefahr im Verzug!".
Daher fordert Westenthaler nun eine Sondersitzung des ORF-Gremiums. "Es ist daher eine sofortige Dringlichkeitssitzung (außerordentliche Sitzung) des ORF-Stiftungsrates einzuberufen". Ein Drittel der Stiftungsräte müssen dem Verlangen zustimmen.