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Es ist schon wieder passiert: FPÖ fragt Kanzler nach Friseurrechnung

Der Haarwuchs des Bundeskanzlers ist überschaubar - die FPÖ fragt trotzdem gnadenlos nach.

Michael Schnedlitz kann man wohl als einen Steher bezeichnen. Seit Start der Ampel-Koalition bombardiert der FPÖ-Generalsekretär die Regierung aus ÖVP, SPÖ und NEOS mit parlamentarischen Anfragen. Insgesamt hat die FPÖ bisher 4.000 Anfragen an die Ampel gestellt, ein Großteil geht auf Kosten von Schnedlitz. Der Mann ist also gnadenlos.

Michael Schnedlitz
© APA/HELMUT FOHRINGER

Das Ziel ist klar, die Blauen sind auf der Suche nach Munition gegen die von ihr ungeliebte Dreierkoalition. Ob man dabei übers Ziel schießt? Nun, alle drei Monate fragt Schnedlitz alle Ministerinnen und Minister nach ihren "Kosten für Friseure, Visagisten, Stilberater und Sonstiges" - zumindest insoweit diese auf Staatskosten abgerechnet wurden. Da kommt es dann eben auch vor, dass der FPÖ-Mann den sichtlich haararmen Bundeskanzler nach seinem Friseur fragt - ein entsprechender oe24-Bericht sorgte für viele Lacher. Auflösung des Rätsels: Zumindest Stockers Haarpracht kostet die Steuerzahlerinnen und -zahler keinen Cent.

Nur Marterbauer ließ sich verschönern

Nun, Schnedlitz war aber durchaus fündig geworden: Sowohl SPÖ-Vizekanzler Andreas Babler als auch Bildungsminister Christoph Wiederkehr gaben zu Protokoll, sich professionell verschönert zu haben - ließen aber die Kosten offen. Auf Nachfragen wurde dann bekannt gegeben, dass dies die Steuerzahler nichts gekostet haben soll. Man hat die Rechnung also wohl selbst bezahlt oder - ganz untransparent - der Partei umgehängt. Allein Finanzminister Markus Marterbauer gab offen zu, sich für eine Fotoserie um 465 Euro behandeln zu lassen. Was für begrenzten Aufruhr sorgte.

Nun, inzwischen lässt die Koalition Schnedlitz in Sachen Frisur ins Leere laufen. In der aktuellen Antwortserie nennt kein einziges Regierungsmitglied diesbezügliche Ausgaben auf Staatskosten. Oder wie es Frauenministerin Eva-Maria Holzleiter formuliert: "Soweit die in den Fragen genannten Leistungen in Anspruch genommen wurden, habe ich sie bis dato privat gezahlt."

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