Niederösterreich

Kampfkandidatur: Gipfel-Treffen in der SPÖ

Das erweiterte Landesparteipräsidium der SPÖ Niederösterreich wird sich am Mittwochnachmittag in einer Sitzung mit der Debatte um den Vorsitz befassen. 

Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig hat am Wochenende angekündigt, sich beim Landesparteitag am 30. Mai der Wahl zu stellen und damit gegen Amtsinhaber Landesrat Sven Hergovich anzutreten. Die Kandidatur kam für viele in der Landespartei überraschend.

Von der Gegenkandidatur hatte Hergovich, der als Kritiker von Bundesparteichef Vizekanzler Andreas Babler gilt, aus den Medien erfahren. "Um die aktuelle Situation offen, intern und nicht über die Medien zu besprechen", lud er am Montag das Landesparteipräsidium und alle Bezirksparteivorsitzenden zu dem Termin am Mittwoch um 15.00 Uhr in der Landesparteizentrale ein. Vorbereitet werden soll auch die Vorstandssitzung nächsten Montag.

Königsberger-Ludwig
© APA/GEORG HOCHMUTH

Klubobmann drängt auf rasche Klärung

In Gesprächen sei "deutlich geworden, dass es in Teilen der Partei den Wunsch nach personellen Veränderungen gibt", hatte Königsberger-Ludwig am Sonntagabend an SPÖ-Mitglieder und den Landesparteivorstand geschrieben. Es gehe ihr darum, die niederösterreichische Sozialdemokratie "in eine ruhige, geschlossene und lösungsorientierte Richtung weiterzuentwickeln". Ziel sei es, "ein starkes Personalpaket für die Zukunft zu schnüren", blickte die ehemalige Landesrätin auf die für 2028 geplante Landtagswahl. Hergovich stellte daraufhin klar, dass er ebenfalls kandidieren wird und betonte in einem Schreiben an die Parteikollegen: "Mein Ziel ist eindeutig: 2028 Schwarz-Blau in Niederösterreich zu beenden."

Klubobmann Hannes Weninger appellierte zu Wochenbeginn: "Alle Beteiligten gehören sofort an einen Tisch, um personelle und inhaltliche Fragen zu klären und um rasch wieder als Team agieren zu können." Markus Wieser, Präsident der Arbeiterkammer Niederösterreich und ÖGB NÖ Vorsitzender, bezeichnete die Vorgangsweise von Königsberger-Ludwig als "sehr hinterfragenswert".

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