Der frühere Lobbyist Peter Hochegger hat sich am Mittwoch im Untersuchungsausschuss zu den Ermittlungen nach dem Tod von Ex-Justiz-Sektionschef Christian Pilnacek den Fragen der Abgeordneten gestellt.
Thema bei der Befragung war zunächst die Finanzierung eines Hauskaufs, den Pilnacek mit seiner Freundin geplant haben soll, sowie der Weg des Laptops des Ex-Sektionschefs.
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Er sei durch Zufälle, "sofern es solche gibt", in die Geschehnisse rund um den Tod von Christian Pilnacek involviert worden, sagte Hochegger in seinem Eröffnungsstatement. Bei der anschließenden Befragung wiederholte er weitgehend seine früheren Aussagen, die er auch in einem Buch veröffentlichte.
Ein mit Pilnacek befreundeter und mittlerweile verstorbener Unternehmer habe den geplanten Hauskauf für Pilnacek für den suspendierten Sektionschef zwischenfinanzieren wollen. Auf Nachfrage Hocheggers, wie dieser die 1,3 Mio. Euro zurückzahlen werde, habe der Unternehmer erklärt, dass Pilnacek Geld aus Dubai erwarte. Das Gespräch mit dem Unternehmer, zu dem Hochegger ebenfalls ein freundschaftliches Verhältnis gepflegt hat, habe erst nach dem Tod des Sektionschefs stattgefunden.
Weg des Laptops auch Thema
Thema war auch der Weg des Laptops des Sektionschefs, in den der Unternehmer und Hochegger ebenfalls involviert waren. Der Laptop sei dem Unternehmer angeboten worden durch die Mitbewohnerin der Freundin Pilnaceks. Dazu, wie mit dem Laptop umzugehen sei, habe es ein bereits vielfach im U-Ausschuss besprochenes Treffen bei dem Journalisten Michael Nikbakhsh, mit der Freundin Pilnaceks und deren Mitbewohnerin gegeben. Der Unternehmer habe ihn gebeten, an seiner statt an dem Gespräch teilzunehmen. Hochegger wiederholte auch die dort getätigten Aussagen der Mitbewohnerin - einer früheren Mitarbeiterin von Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) - die diese im U-Ausschuss großteils revidiert hat.
Beratung von Politikern
Die Fraktionen FPÖ, SPÖ, Grüne und NEOS erwarten sich von Hochegger Aufklärung über die Finanzierung des geplanten Hauskaufs. Es stelle sich die Frage, ob das Geld für die Beratung von Politikern - darunter der Ex-Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) - durch Pilnacek oder als Belohnung für frühere Interventionen fließen sollte, sagte NEOS-Fraktionsführerin Sophie Wotschke vor Beginn der Befragung.
Wenig Erkenntnisgewinn von der Befragung erwartete sich dagegen die ÖVP. Was die Frage nach dem Hauskauf und dem möglichen Geld aus Dubai mit den Ermittlungen zum Pilnacek-Tod zu tun habe, erschließe sich ihm nicht, sagte der Abgeordnete Jakob Grüner vor Medienvertretern und warnte davor, dass der U-Ausschuss zunehmend den roten Faden verliere und sich mit Nebenschauplätzen beschäftige.
Am Nachmittag wird dann ein Cybercrime-Beamter des Bundeskriminalamts zur Auswertung der Smartwatch des Toten befragt.