Mit dem morgigen 1. April tritt die Spritpreisbremse der Bundesregierung in Kraft - eine Einigung wurde nach langen Verhandlungen erzielt.
Die schwarz-rot-pinke Bundesregierung hat eine Einigung bei der Spritpreisbremse erzielt. Dem waren am Dienstag noch mehrstündige Verhandlungen vorausgegangen. Die Verordnungen sollen am morgigen Mittwoch in Kraft treten, die Preissenkungen sollen ab 2. April (Donnerstag) um 12.00 Uhr greifen, wie das Wirtschaftsministerium am Dienstagabend mitteilte.
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Eine der entsprechenden Verordnungen soll die Mineralölsteuer auf Benzin und Diesel um 5 Cent pro Liter senken. Ziel sei es, staatliche Mehreinnahmen aus der Umsatzsteuer infolge gestiegener Preise direkt an die Kundinnen und Kunden zurückzugeben. Bis Ende des Jahres soll diesbezüglich die Budgetneutralität sichergestellt werden. Die zweite Verordnung soll zum anderen krisenbedingte Margen für Diesel B7 und Euro-Super E10 entlang der Treibstoff-Wertschöpfungskette begrenzen. Verpflichtete Unternehmen müssen den Netto-Verkaufspreis ab 2. April 2026 um 5 Cent senken, teilte das Ministerium mit.
E-Control überwacht Einhaltung
Weitere Preissteigerungen dürften sich danach nur mehr im Rahmen einschlägiger Produktnotierungen bewegen. Sinken die Produktnotierungen müsse dementsprechend auch diese Senkung weitergegeben werden. Gleichzeitig bleibe sichergestellt, dass Unternehmen nicht unter ihren Kosten und ohne angemessenen Gewinn verkaufen müssen, hieß es weiter. Die Einhaltung der Verordnungen werde durch die E-Control überwacht. Dazu würden Preis- und Mengendaten herangezogen und mit den maßgeblichen Produktnotierungen abgeglichen.
"Wir werden nicht verhindern können, dass die Spritpreise international weiter steigen", sagte Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP). "Aber wir können verhindern, dass die Inflation ungebremst durchrauscht." Das Senken der Spritpreise um 10 Cent je Liter soll die Inflation demnach um rund einen viertel Prozentpunkt reduzieren. "Die befristete Senkung der Mineralölsteuer um 5 Cent hat einen dämpfenden Effekt auf die Treibstoffpreise und sorgt dafür, dass die zusätzlichen Umsatzsteuer-Einnahmen aufgrund der gestiegenen Spritpreise wieder den Autofahrern und Autofahrerinnen zu Gute kommen", so Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ). Staatssekretär Josef Schellhorn (NEOS) pochte indes auf den Abbau von Abhängigkeiten: "Dauerhafte Preisstabilität erreichen wir nur durch Energiesouveränität und den raschen Ausbau erneuerbarer Energien in Europa."
Preissenkung nicht bei allen Tankstellen gleichzeitig
Mit der Bremse sollen die Preise für Benzin und Diesel um 10 Cent je Liter sinken, allerdings nicht überall sofort. Denn die kleinen freien Tankstellen dürfen noch ihren Lagerbestand ungebremst verkaufen. Tankstellen, die zu einem Mineralölkonzern mit Raffinerie- oder Lageranbindung gehören, müssen dagegen die Senkung sofort an Kundinnen und Kunden weitergeben. Von der Spritpreisbremse ausgenommen sind kleinere Tankstellenbetreiberinnen und Tankstellenbetreiber, die nicht mehr als 30 Tankstellen betreiben. Ebenfalls ausgenommen sind Autobahntankstellen.
Laut dem Spritpreisrechner der Regulierungsbehörde E-Control kostete Diesel am gestrigen Montag bundesweit im Schnitt 2,248 Euro je Liter, bei Super waren es 1,914 Euro/Liter. Aktuell darf nur dreimal die Woche (Montag, Mittwoch und Freitag) zu Mittag der Preis angehoben werden.