Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) beharrt auf einer Kürzung beim Latein-Unterricht
Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) hat im Herbst einen kompletten Umbau des Bildungssystems angekündigt, auch bei den Lehrplänen. Seinen "Plan Z" will er zwar erst im März vorlegen. Mittlerweile gibt es aber Hinweise, wohin die Reise geht: Künstliche Intelligenz (KI) soll etwa künftig mehr Raum bekommen, in den Gymnasien wird im Gegenzug bei Latein gekürzt. Zwölf Wochenstunden sind es verteilt über vier Oberstufenjahre - künftig sollen es nur noch acht sein. Statt drei Stunden in der Woche wären es dann nur noch zwei. Von der Gewerkschaft kam postwendend Kritik, Industriellenvertretung und Wirtschaftskammer gefällt die Idee.
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Nun, in der ZiB2 bei Martin Thür sprach Wiederkehr Klartext.
Thür begrüßte Wiederkehr mit einem kernig-lateinischen "Salve". Latein sei ihm immer noch wichtig, kontert Wiederkehr ebenfalls mit: "Salve". Es seien aber andere Themen ebenso wichtig, deshalb sei es notwendig, Latein zu reduzieren. "Wir haben früher nicht den Mut gehabt, andere Bereiche zu kürzen. Themen, die so wichtig wie die Künstliche Intelligenz, verdienen ein eigenes Schulfach", so der Minister.
Ob er auch lebende Fremdsprachen reduziere? Englisch bleibe unverändert, bei der zweiten lebenden Fremdsprache könne gekürzt werden - wenn die Schule das so wolle.
Wiederkehr: "Man kann thematisch nicht immer etwas dazu stopfen", so Wiederkehr. Man werde auch weitere Veränderungen vornehmen. "Wir müssen künftig raschere und größere Reformen machen."
Dass es zehn Wochenstunden für ein Medizinstudium brauche, "ist nicht Gott gegeben", so Wiederkehr. Er will die Voraussetzung auf acht Stunden senken.
Am Schluss fragt Thür Wiederkehr zum Umlagen-Skandal. Er sei nicht am Tisch gesessen, es sei aber ein Gesamtpaket gewesen. Und die höheren Zulagen seien die Voraussetzung gewesen.