Nach drei Monaten

Comeback mit Fragezeichen: Alaba vor dem Real-Aus?

Nach nahezu drei Monaten des Wartens war es am Sonntagabend endlich so weit: David Alaba stand wieder in einem Pflichtspiel für Real Madrid auf dem Rasen. 

Große Bühne, großes Fragezeichen. Ausgerechnet im Supercup-Finale gegen den FC Barcelona meldete sich David Alaba zurück – doch sein Comeback bei Real Madrid könnte gleichzeitig schon der Auftakt zu einem Abschied sein. Beim 2:3 gegen Barça wurde der 33-jährige Wiener in der 76. Minute eingewechselt, ändern konnte er am Ausgang des Spiels nichts mehr. Für Alaba war es dennoch ein emotionaler Moment: Sein erstes Pflichtspiel seit dem 1:0-Erfolg über Getafe am 19. Oktober 2025.

Doch hinter den Kulissen rumort es gewaltig. Trotz überstandener Muskelverletzung scheint Alabas Platz im Starensemble der „Königlichen“ immer kleiner zu werden. In den Planungen von Trainer Xabi Alonso spielt der ÖFB-Kapitän zuletzt nur noch eine Nebenrolle. Der Grund: Seine Verletzungsanfälligkeit und sein im Sommer auslaufender Vertrag – eine Verlängerung gilt als äußerst unwahrscheinlich. 

Nur 159 Minuten durfte David Alaba bei Real-Trainer Xabi Alonso ran.

Nur 159 Minuten durfte David Alaba bei Real-Trainer Xabi Alonso ran.

© Getty

Real will Kasse machen

Mehr noch: Real Madrid würde den Top-Verdiener (kolportierte 22 Millionen Euro Jahresgehalt) am liebsten schon im Winter von der Gehaltsliste streichen. Sein Berater Pini Zahavi soll in Saudi-Arabien bereits über einen Mega-Deal verhandeln, als heißester Kandidat gilt Al-Ittihad.

Doch auch die USA mischen kräftig mit. Charlotte FC hat laut spanischen Medien bereits ein Angebot über 1,5 Millionen Euro gelegt, nun will auch New York City FC den Transfer-Krimi anheizen. Der MLS-Klub lockt den ÖFB-Kapitän mit Spielzeit, Glamour – und dem perfekten WM-Vorlauf im Gastgeberland.

Tickende WM-Uhr

Für Alaba läuft die Zeit. Nur noch 156 Tage bleiben bis zum ersten WM-Gruppenspiel gegen Jordanien (17. Juni, 6 Uhr/MEZ). Klar ist: Ohne regelmäßige Einsätze droht Österreichs Abwehrchef bei der Weltmeisterschaft nicht in Topform zu sein. Besonders bitter: Alaba hatte die EURO 2024 in Deutschland aufgrund seines im Dezember 2023 erlittenen Kreuzbandrisses komplett verpasst. Zwar war er damals als Non-Playing-Captain ein wichtiger Teil des ÖFB-Teams – bei der ersten rot-weiß-roten WM-Endrunde seit 1998 will der Kapitän aber wieder am Platz helfen und nicht nur von der Seitenlinie aus führen.

David Alaba will bei der WM 2026 in Nordamerika nicht mehr Anweisungen von der Seitenlinie geben. 

David Alaba will bei der WM 2026 in Nordamerika nicht mehr Anweisungen von der Seitenlinie geben. 

© Getty

Zumal das Ziel von Teamchef Ralf Rangnick klar definiert ist: das Überstehen der Gruppenphase. Dafür braucht es das bestmögliche Team – und Spielpraxis spielt für den 67-Jährigen ohnehin eine zentrale Rolle.

Alabas Comeback im Supercup war der erste Schritt zurück auf die große Bühne. Doch die viel größere Entscheidung steht ihm nun bevor: Bleibt er in Madrid auf der Ersatzbank – oder startet er noch einmal neu, um rechtzeitig zur WM wieder als Chef der ÖFB-Defensive voranzugehen?

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