Lob von allen Seiten

"Bafana Bafana" geht mit erhobenem Haupt

Coach Parreira bekräftigte nach dem 2:1 gegen Frankreich seinen Abschied.

Erstmals in der Geschichte von Fußball-Weltmeisterschaften hat sich die Auswahl des Gastgebers schon in der Gruppenphase verabschiedet, dennoch hielt sich die Trauer bei der "Bafana Bafana" in Grenzen. Vielmehr überwog der Stolz der Südafrikaner, beim 2:1 am Dienstag in Bloemfontein gegen desaströse Franzosen ihre beste Turnierleistung abgeliefert und den Vizeweltmeister von 2006 dabei an den Rand eines Debakels gebracht zu haben.

"Das Wichtigste ist, dass wir die WM mit einem echten Höhepunkt beendet haben. Wir sind glücklich, uns von den Fans mit so einem Erfolg zu verabschieden", meinte Offensivspieler Steven Pienaar.

Parreira: "Ein Scheitern war das nicht"
Vor allem in der ersten Phase der zweiten Hälfte waren die Möglichkeiten für die Südafrikaner da, das Torverhältnis entscheidend aufzubessern, so aber hatte man gegenüber Mexiko um drei Treffer das Nachsehen. "Doch als Scheitern kann man das nicht sehen. Es ist nur eine Enttäuschung", erklärte Teamchef Carlos Alberto Parreira.

Der Brasilianer fühlte sich nach dem Schlusspfiff "stolz", wie er betonte. "Wir haben nie darüber gesprochen, in die nächste Runde aufzusteigen. Jeder wusste, dass es eine der härtesten WM-Gruppen war. Am Ende ist es nur an der Tordifferenz gelegen, und die hätte mit etwas Glück auch ganz anders aussehen können", sagte der 67-Jährige.

"Seid stolz, Burschen"
Parreira bestätigte nach dem Match offiziell seinen Abgang. "Ich bin dankbar und stolz, dass ich meine WM-Geschichte mit einem Sieg abschließen konnte", sagte der Nationaltrainer, der nach 1982 mit Kuwait, 1990 mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, 1994 (Weltmeister) und 2006 mit Brasilien sowie 1998 mit Saudi-Arabien an seiner sechsten Endrunde teilnahm. Noch vor dem Ende der WM will der südafrikanische Verband den Nachfolger bekanntgeben. Als aussichtsreichster Anwärter gilt der bisherige Assistenz-Trainer Pitso Mosimane.

Die Zeitungen des Landes würdigten vor allem den 2:1-Sieg der "Bafana Bafana": "Was für ein großartiger Abgang", so die Schlagzeile der "Times". "Seid stolz, Burschen" meinte der "Star". Die "Cape Times" schrieb: "Draußen, aber nicht unten".

Präsident zeigt sich begeistert
Präsident Zuma hatte schon Stunden vor dem Ausscheiden der "Bafana Bafana" Südafrikas "große Verantwortung" für die WM betont, der das Land gerecht werden müsse. "Wir sind Gastgeber des Turniers im Namen Afrikas. Wir müssen das erfolgreich machen und bisher tun wir das außerordentlich gut." Er sei begeistert über den Erfolg der WM und den Geist der Einheit im Land.

Der Verband erinnerte am Mittwoch daran, dass "die WM noch nicht vorbei ist". Die Herausforderung bleibe, bei dieser "einzigartigen afrikanischen Fußball-WM... großartige Gastgeber, aktive Anhänger und loyale Fans zu bleiben", so der Safa-Chef Leslie Sedibe.

"Macht dies zur besten WM überhaupt"
Der WM-OK-Chef Danny Jordaan verlangte von seinen Landsleuten, auch nach dem Ausscheiden der "Bafana Bafana" WM-Begeisterung zu zeigen. "Füllt die Straßen, füllt die Stadien... und macht dies zur besten WM überhaupt", hieß es in der Stellungnahme Jordaans.

Die Nationalmannschaft habe trotz ihres Scheiterns "die Herzen und Köpfe der Südafrikaner und von Menschen in aller Welt gewonnen". "Bafana Bafana" habe "mit Stolz, Leidenschaft, Können und Engagement gespielt". Die Spieler verließen nach dem Sieg gegen Frankreich "hoch erhobenen Hauptes" das Turnier.

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