menezes

"Jogo bonito"

Brasilien startet Projekt WM-Titel

2014 soll bei Heim-WM Weltmeistertitel her - endlich wieder mit "Jogo bonito".

Neustart nach dem WM-Fiasko: Unter Dunga-Nachfolger Mano Menezes will die brasilianische Fußball-Nationalmannschaft das "Jogo bonito" von Pele & Co. wieder aufleben lassen. Im ersten Länderspiel nach dem Viertelfinal-Aus bei der Weltmeisterschaft in Südafrika soll die "Selecao" am Dienstagabend gegen die USA aber nicht nur schön spielen. Ein Sieg ist Pflicht.

Ergebnisse und Leistung müssen stimmen
"Ich mache mir keine Illusionen. Noch sind wir mit Fans und Medien in der Honeymoon-Phase. Aber eine gute Arbeit spiegelt sich auch und vor allem in Ergebnissen wider", sagte Menezes vor dem Duell mit den USA im neuen Meadowlands-Stadium von East Rutherford. Die Medien loben den Nachfolger des stets mürrischen Carlos Dunga bis dato. Er gibt lächelnd Autogramme, ist bisher sehr oft zu Späßen mit Fans und Journalisten aufgelegt.

Keine Job-Garantie
Eine Garantie, dass er bei der WM 2014 daheim in Brasilien noch im Amt sein werde, habe er aber nicht, räumt der Coach ein. "Dass die nächste WM bei uns stattfindet, bringt Vorteile mit sich, aber auch einen Riesendruck, darüber bin ich mir im klaren." Der Präsident des Brasilianischen Fußball-Verbandes CBF, Ricardo Teixeira, hat die Fans bereits um Geduld gebeten. Aber auch er weiß: vor eigenem Publikum ist der Rekordweltmeister zur heiß ersehnten "Hexa", zum Gewinn des sechsten WM-Titels, regelrecht verdammt.

Spieler aus heimischer Liga
Bei der ersten Etappe der Operation Wiedergutmachung gegen die USA setzt Menezes nur auf vier WM-Fahrer und probt entgegen der brasilianischen Tradition der vergangenen Jahrzehnte zunächst einmal mit einem Kader, der vorrangig aus Profis besteht, die in Brasilien ihr Geld verdienen. So zum Beispiel die "Meninos da Vila", die jungen Offensiv-Talente des brasilianischen Pokalsiegers FC Santos um Neymar (18) und Ganso (20). "Das ist eine vielversprechende Generation", betonte der Teamchef.

Vorbild Spanien
Menezes will Weltmeister Spanien nacheifern und Ballkontrolle zum obersten Gebot machen. "Die spanische Spielidee überzeugt ja alle. Und wir Brasilianer gehören zu denen, die diese Idee vom Talent und Spielanlage her am ehesten kopieren können." Neben Spielkunst werde aber auch Disziplin gefragt sein, beteuert Menezes. Der Umgang der Spieler mit Twitter und Facebook bereite ihm besonders große Sorgen, gibt der 48-Jährige unumwunden zu. Ein Verbot sei aber nicht vorgesehen.

Abschied für US-Teamchef?
Sorgen ganz anderer Art hat US-Coach Bob Bradley. Das Erreichen des WM-Achtelfinales wurde in ganz Amerika als Erfolg gewertet und als wichtiger Schritt, Soccer in den USA populärer zu machen. Dennoch mehren sich Spekulationen, dass Bradley gegen Brasilien seine Abschiedsvorstellung geben könnte. Sein Vertrag endet im Dezember. Er selbst wäre einem Engagement in Europa ebenso wenig abgeneigt wie der US-Fußballverband einer Verpflichtung eines namhaften internationalen Trainers von Weltniveau.