Sturm schießt Rapid von der Spitze

Bundesliga

Sturm schießt Rapid von der Spitze

Bukva trifft im Schlager in Graz; vier Linz-Treffer in Wien.

Ein spätes Tor von Haris Bukva brachte Sturm im Schlager der vierten Bundesliga-Runde in Graz den Sieg gegen Rapid. Keine Tore fielen zwischen Wiener Neustadt und Wacker Innsbruck.

Roland Linz traf in Wien vier Mal beim 5:0-Erfolg der Austria gegen Kapfenberg. Die Admira erkämpfte in einem turbulenten Heimspiel drei Punkte mit einem 2:1-Sieg gegen Mattersburg.

Dank der besseren Tordifferenz überholte die Wiener Austria den Hütteldorfer Stadtrivalen in der Tabelle und liegt nun auf Platz eins.

Meister Sturm feiert ersten Saisonsieg

Ausgerechnet im Spiel gegen den bisher ungeschlagenen Tabellenführer Rapid Wien hat Sturm Graz in der vierten Runde den ersten Saisonsieg in der Fußball-Bundesliga gefeiert. Der erst in der Schlussphase eingewechselte Haris Bukva erlöste am Samstag mit seinem Siegestreffer zum 1:0-Endstand in der 92. Minute die 14.000 Zuschauer in der Grazer UPC-Arena und stieß Rapid von der Spitze der Liga.

Im Spiel der Wiener gegen das bisherige Schlusslicht waren die Grazer das klar feldüberlegene Team, konnten das spielerische Übergewicht aber lange nicht in einen zählbaren Erfolg ummünzen. Bis sich der erst in der 84. Minute eingewechselte Bukva aus 20 Metern ein Herz nahm. Rapid-Torhüter Helge Payer machte dabei keine glückliche Figur, er konnte den Ball nur an die Innenstange ablenken, von wo er hinter die Linie sprang.

Sturm feierte damit den ersten Heimsieg gegen Rapid seit dem 18. Oktober 2009 und gab die Rote Laterne ab. Rapid musste nach dem ersten Gegentreffer in dieser Bundesliga-Saison die Führung an die Austria abtreten.

Drei Tage vor dem Play-off-Hinspiel in der Qualifikation für die Champions League setzte Sturm-Trainer Franco Foda auf drei neue Spieler. Zwei davon erwiesen sich als echte Verstärkungen. Ex-Kapitän Jürgen Säumel, der erst am Montag verpflichtet worden war, nahm im zentralen Mittelfeld wie in seinen besten Zeiten gleich das Spiel in die Hand und erhielt bei seinem Austausch (70.) Standing Ovations. Milan Dudic, der im Dress der "Blackies" sein Bundesliga-Debüt gab, verlieh der Abwehr viel Halt. Zudem ersetzte Darko Bodul im Angriff den angeschlagenen Imre Szabics (Knöchelverletzung), der 22-Jährige konnte sich aber nicht entscheidend in Szene setzen und wurde nach rund einer Stunde ausgetauscht.

Sturm zeigte gegenüber den Partien zum Saisonauftakt eine klare Steigerung, hatte von Beginn weg mehr vom Spiel, tat sich zunächst gegen die gut gestaffelten Rapidler aber schwer. Rapid ließ in der ersten Hälfte keine einzige zwingende Chance zu und kam selbst zu guten Möglichkeiten. Steffen Hofmann mit einem Freistoß (10.), Hamdi Salihi per Kopf (15.) und Boris Prokopic (45.) vergaben die Chancen auf die Führung.

In der zweiten Hälfte erhöhten die Gastgeber den Druck, Rapid kam zu keiner nennenswerten Chance mehr. Roman Kienast (48. und 56.), Samir Muratovic (62.) und Mario Haas (83.) vergaben ihre Möglichkeiten, ehe Bukva zum Matchwinner wurde. Mit dem ersten Saisonsieg hat sich Sturm auch viel Selbstvertrauen für die vielleicht wichtigsten Spiele der Saison geholt. Am Dienstag (20.45) geht es auswärts gegen den weißrussischen Meister BATE Borisow, am 24. August fällt im Heimspiel die Entscheidung, ob Sturm in die lukrative Champions League einzieht.
 

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Linz-Gala bei Austria-Heimsieg

Die Wiener Austria hat auch das zweite Heimspiel der Fußball-Bundesliga gewonnen. Gegen den Kapfenberger SV setzten sich die haushoch überlegenen Favoritner am Samstag in der vierten Runde nicht zuletzt dank vier Treffern von Roland Linz mit 5:0 (2:0) durch und übernahmen damit zumindest bis zum Sonntag die Tabellenführung.

Erstmals in dieser Meisterschaft durften auch die Stürmer der Wiener jubeln: Jun (36.) bzw. Linz dreimal aus dem Spiel (42., 72., 92.) und einmal vom Elfmeterpunkt (68.) brachen auch in der Liga ihre Torsperre, beiden hatten ja bereits in Europa-League-Qualifikation und Cup drei (Jun) bzw. zwei (Linz) Mal getroffen. Linz machte sich damit auch mit einem Schlag zum Führenden in der Torschützenliste.

Eine halbe Stunde lang rannten sich die Hausherren, die hinter der Solospitze Linz Barazite, Jun und Junuzovic aufboten, aber zumeist in einer "gelben Wand" fest. Weil Tempo und Kreativität fehlten, blieb ein Junuzovic-Schuss aus 15 Metern (25.) vorerst die einzige gefährliche Aktion der Favoriten. Das änderte sich aber nach rund einer halben Stunde.

Mit einem Seitfallrückzieher, den Wolf parieren konnte, leitete Linz die Drangphase der Austria ein, zwei Minuten später zappelte der Ball erstmals im Netz der Kapfenberger: Nach einem Doppelpass mit Jun scheiterte erst Barazite am herauseilenden Wolf, in der Folge schoss Jun erst Schönberger an, versenkte den Abpraller aber schließlich per Volley (36.).

Der Bann war gebrochen, die "Veilchen" drückten den letzten Minuten der ersten Hälfte ihren Stempel auf. Suttner ließ nach einem Passfehler in der Kapfenberg-Defensive aus rund 30 Metern die Latte erzittern (40.), wenig später dann das 2:0: Einen Stanglpass Kleins konnte Schönberger nur ungenügend klären, Linz staubte problemlos ab (42.).

Kapfenberg kam auch durch eine beeindruckend laute Pausen-Standpauke von Trainer Werner Gregortisch nicht richtig in Fahrt. Und so plätscherte die Partie in der zweiten Hälfte nach einem Stangenschuss von "Falken"-Verteidiger Scharifi (46.) lange Zeit dahin.

Dann aber hatte Linz noch zweimal seinen großen Auftritt. In der 68. Minute schoss der 30-Jährige nach einem umstrittenen Hands-Elfer - Harrer schien den Ball eher an die Schulter bekommen zu haben - trocken zum 3:0 ein (68.). Sechs Minuten später scheiterte Alexander Grünwald erst an Wolf, dann kam Linz an den Ball und vollendete zum 4:0 (74.).

In der Schlussphase hatten die Wiener noch mehrere Möglichkeiten, den Stand zu erhöhen. Zweimal Tadic bzw. je einmal Stankovic, Junuzovic und Linz scheiterten entweder an Wolf oder hatten das Visier nicht gut genug eingestellt. In der zweiten Minute der Nachspielzeit war dann aber doch noch Linz zur Stelle: Nach Zuspiel von Alexander Grünwald schob er zum 5:0 ein.

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Admira feiert Heimsieg gegen Mattersburg

Aufsteiger Admira hat am Samstagabend in der 4. Fußball-Bundesliga-Runde einen 2:1-(1:0)-Heimsieg über Abstiegskandidat Mattersburg gefeiert. Issiaka Ouedraogo (19.) und Daniel Drescher (83.) erzielten die Tore für die Niederösterreicher, die nach sieben Punkten aus den drei Heimspielen in Serie weiter Tabellenvierter sind. Alexander Pöllhuber (62.) hatte für den zwischenzeitlichen Ausgleich der weiter sieglosen Burgenländer gesorgt, die in den vergangenen beiden Runden sowohl beim Champion Sturm Graz (2:2) als auch beim Vizemeister Salzburg (0:0) gepunktet hatten, nun aber auf den letzten Platz abrutschten.

Die Gäste mussten praktisch das gesamte Match mit nur neun Feldspielern auskommen, da "Enfant terrible" Ilco Naumoski bereits nach acht Minuten ausgeschlossen worden war. Der mazedonische Feldspieler hatte nach einem verlorenen Zweikampf vor den Augen von Referee Harald Lechner ein vollkommen unnötiges Foul ohne Ball an Schwab begangen, das vom Unparteiischen als Tätlichkeit gewertet worden war (9.). Es war der bereits siebente Ausschluss von Naumoski in der Bundesliga.

Die Admira begann gegen den Stammclub ihres Trainers Dietmar Kühbauer engagiert und gab in Minute elf durch Daniel Toth den ersten Warnschuss ab (knapp daneben). Eine Jezek-Doppelchance machte Borenitsch im Verbund mit seiner Abwehr zunichte (15.). Doch in der 19. Minute durften die Gastgeber jubeln: Über Jezek und Palla kam der Ball zu Schwab, dessen Schuss aus spitzem Winkel von Borenitsch schlecht - nämlich genau auf Ouedraogo - abgewehrt wurde. Der Stürmer aus Burkina Faso ließ sich nicht zweimal bitten und verwertete den Sitzer zu seinem ersten Bundesliga-Treffer.

Durch den Rückstand war Mattersburg trotz Unterzahl zu mehr Offensive gezwungen und hatte auch eine große Ausgleichsmöglichkeit: Nach einem Corner stieg Bürger hoch, doch sein wuchtiger Kopfball wurde von Admira-Schlussmann Berger mit einer Glanzparade über die Latte gelenkt. Auf der Gegenseite zischte ein Ouedraogo-Schuss knapp am Tor vorbei (33.).

Nach dem Wechsel brachte aber ein schwerer Patzer von Tormann Berger die Mattersburger zurück ins Spiel. Nach einer Flanke von Domoraud rutschte dem Goalie der Ball durch die Hände, dieses Geschenk nahm Pöllhuber dankend an und erzielte den Ausgleich (62.). Als dann auch noch wenig später Admira-Abwehrchef Christopher Dibon nach einem Foul des durchbrechenden Mattersburg-Stürmers Bürger mit Rot des Feldes verwiesen wurde (67.), schienen die Burgenländer endgültig im Aufwind. Doch Drescher sorgte mit einem Gewaltschuss aus knapp 30 Metern, der via Latten-Unterkante im Netz landete, noch für den Sieg der Südstädter (83.).

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Nullnummer zwischen Wiener Neustadt und Wacker Innsbruck

Der SC Wiener Neustadt hat seine Offensivschwäche auch gegen Wacker Innsbruck nicht abzulegen vermocht. Das Team von Trainer Peter Stöger blieb am Samstag im vierten Match in Serie (inklusive Cup) ohne Torerfolg und trennte sich von Wacker Innsbruck in der 4. Bundesliga-Runde mit 0:0. Angesichts der mäßigen Leistungen hätte sich kein Team mehr als einen Punkt verdient.

Die Tiroler waren zwar in der ersten Hälfte leicht überlegen, es fehlte aber der entscheidende Pass, um die gute Neustadt-Abwehr zu überwinden. So blieb ein Schuss von Schütz (18.), den Keeper Siebenhandl hielt, die einzige Chance. Doch auch die Gastgeber brachten vor dem gegnerischen Tor nichts zuwege.

Nach dem Wechsel agierte Wacker zunächst offensiver, die Gastgeber versuchten sich erfolglos im Konterfußball. Das Kogler-Team zog sich bald wieder zurück, Neustadt vermochte aber mangels eines Spielgestalters die Initiative nicht zu übernehmen. Ein versuchter Fallrückzieher von Evseev, den Safar parierte (69.) und ein Salkic-Kopfball, der knapp das Ziel verfehlte (90.), waren die einzigen Chancen der Gastgeber. Neustadt-Keeper Siebenhandl bändigte einen Weitschuss von Wernitznig (71.) im Nachfassen und hielt im Finish auch bei einem Hinterseer-Kopfball (89.) den Kasten rein.