Slowakei: Erstmals als unabhängige Nation dabei

Porträt

Slowakei: Erstmals als unabhängige Nation dabei

Slowaken mit schwerer Auslosung - Trainer Kozak: "Wollen harter Gegner sein".

Die Slowakei nimmt erstmals als unabhängige Nation an einer EM-Endrunde teil. 1976 durfte sich Österreichs östlicher Nachbar als Teil der Tschechoslowakei über den Titel freuen. 40 Jahre später will man in Frankreich ebenfalls ein gutes Bild abgeben.

Schwere Gruppe

Um den Achtelfinal-Einzug zu realisieren, müsste die Slowakei aber schon in der Gruppe eine Überraschung abliefern. England, Russland und Wales lauten die Gegner. Zum Auftakt geht es für die Slowaken am 11. Juni gegen die Waliser und damit für beide Teams schon um sehr viel.

Dass sie aus der Rolle des Underdogs zu Höherem fähig sind, haben die Slowaken bereits bewiesen. Beim WM-Turnier 2010 in Südafrika eliminierten sie in der Gruppenphase den damaligen Titelverteidiger Italien. "Ich erwarte und erhoffe, dass wir ein harter Gegner sein werden", kündigte Trainer Jan Kozak im Ausblick auf die EM an.

In der Qualifikation für Frankreich 2016 wusste die Mannschaft um Offensivstar Marek Hamsik vom SSC Napoli zunächst vollauf zu überzeugen. Zum Start gelangen sechs Siege in Folge, darunter auch ein umjubelter 2:1-Heimtriumph über den regierenden Europameister Spanien. Danach kam jedoch Sand ins Getriebe, erst im letzten Spiel gelang mit einem 4:2 gegen Luxemburg als Zweiter hinter den Iberern und noch vor der Ukraine der Sprung nach Frankreich.

Alles dreht sich um Hamsik

Herausragender Akteur ist Vizekapitän Hamsik, als Assistgeber glänzt vor allem Vladimir Weiss. Der 26-Jährige ist nach Engagements in England (Manchester City), Spanien (Espanyol Barcelona) und Griechenland nun in Katar bei Lekhwiya unter Vertrag. Kapitän der Mannschaft ist Liverpool-Legionär Martin Skrtel. Bekannte Akteure sind auch der nun für den 1. FC Köln spielende Ex-Salzburger Dusan Svento sowie Rapids Jan Novota, der als dritter Torhüter im Kader steht.

Trainer Kozak war 1981 tschechoslowakischer Fußballer des Jahres. Der 61-Jährige ist seit 2013 im Amt und arbeitet seither mit einem routinierten Kern an Spielern. Nach der EM wird Kozak den Neuaufbau des alternden Nationalteams aber weiter vorantreiben müssen.