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Teamrebell Scharner

"Für Teamchef ist Handy immer eingeschaltet"

Paul Scharner kann nicht verstehen, warum für Hickersberger „das Prinzip wichtiger als die EM“ ist. Er hofft noch immer auf ein Team-Comeback.

In der 2.000-Einwohner-Gemeinde Warrington hat sich Wigan-Mittelfeldmotor Paul Scharner (27) mit seiner Familie niedergelassen. Hier reifte der Niederösterreicher zum Klassespieler – mit der nötigen Distanz hat er seine vor­eilige Entscheidung aus dem Vorjahr, nie wieder für das österreichische Nationalteam spielen zu wollen, neu überdacht.

ÖSTERREICH: Wie gerne würden Sie nächste Woche gegen die Schweiz spielen?
Paul Scharner: Sehr gerne, das können Sie mir glauben. Ich bin aus ganzem Herzen Österreicher und habe sogar mein Haus im österreichischen Stil renoviert. Da tut es einem im Herzen weh, wenn man dem Nationalteam nicht helfen kann.

ÖSTERREICH: Woher kommt diese Wandlung plötzlich?
Scharner: Ich bin in der Vergangenheit nicht immer gut im Team behandelt worden. Aber inzwischen haben sich doch einige Dinge im ÖFB geändert. Und ich habe sehr hart an mir gearbeitet, dass mir die Teamprobleme nicht mehr so nahe gehen und ich über gewissen Dingen stehe. Der Abstand hat mir gut getan.

ÖSTERREICH: Wie konkret ist ihr Angebot an Teamchef Hickersberger?
Scharner: Ich habe meine Meinung von damals geändert und die Tür geöffnet – ob er durchgeht, weiß ich nicht. Jedenfalls ist mein Handy Tag und Nacht für den Teamchef an, und ich warte auf seine Antwort.

ÖSTERREICH: Emanuel Pogatetz, der zweite „Rebell aus England“, will ebenfalls wieder fürs Team spielen …
Scharner: Das ist seine Sache. Mich stört, dass seine Aussagen mit meinen in einen Topf geworfen wurden. Inzwischen hatte ich genug Zeit, mir alles noch einmal genau zu überlegen. Vielleicht wäre es besser gewesen, um eine Auszeit zu bitten, anstatt gleich den Team-Rücktritt zu erklären.

ÖSTERREICH: Wie wichtig ist das Lokalderby gegen Manchester United?
Scharner: Ich freue mich, dass ich mit Wigan endlich in Old Trafford spielen darf. Denn bisher hab’ ich dieses Stadion nur im Nationalteamdress betreten.

Interview: Johannes Kernmayer/ÖSTERREICH