WAC ist Erste-Liga-Meister

Nach 3:1-Sieg gegen Vienna

WAC ist Erste-Liga-Meister

Stadion größte Baustelle - Spielgemeinschaft mit St. Andrä wird gelöst.

Mit dem WAC/St. Andrä ist zwei Jahre nach dem Abgang von Austria Kärnten wieder ein Club aus dem südlichsten Bundesland Österreichs in der Fußball-Bundesliga vertreten. Der Verein aus dem Lavanttal schaffte zwei Jahre nach dem Aufstieg in die Erste Liga auch den Sprung in die höchste Spielklasse. Anders als beim später durch einen Konkurs gescheiterten Projekt in Klagenfurt gehen die erstmals in der höchsten Leistungsstufe spielenden Wolfsberger vorsichtiger an die Sache heran.

2,5 Millionen Euro betrug das Budget in der Ersten Liga. Nach dem Aufstieg will der Verein noch einmal eineinhalb Million dazulegen und bewegt sich damit in jenen bescheidenen Dimensionen, die auch Absteiger Kapfenberg zur Verfügung standen. Der Geldgeber hinter den Kulissen ist dabei Präsident Dietmar Riegler. Der Unternehmer ist mit seiner auf Biomasse-Heizkraftwerke spezialisierten RZ-Firmengruppe Hauptsponsor und Gönner der Wolfsberger. Als Aktiver stand Riegler auch für den WAC auf dem Platz.

2002/03 stieg Riegler ursprünglich als Präsident in St. Andrä ein. Innerhalb von neun Jahren zog er mit dem 1931 gegründeten WAC im Eiltempo in die Bundesliga ein. Seit 2007 bilden die Wolfsberger eine Spielgemeinschaft mit dem benachbarten SK St. Andrä, wodurch nach fast 20 Jahren auch die Rückkehr in die Regionalliga Mitte geschafft wurde. 2010 folgte der Aufstieg in die Erste Liga als Zweiter, da Meister Pasching nicht aufstiegsberechtigt war. In der Relegation setzte man sich gegen Parndorf durch.

Nach Rang vier im Vorjahr schaffte der WAC/St. Andrä nun einigermaßen überraschend den Titel. Nach Austria Klagenfurt, Radenthein, St. Veit, Spittal/Drau, FC Kärnten und Austria Kärnten ist der Verein somit der siebente Kärntner Vertreter, der jemals in Österreichs Fußball-Oberhaus vertreten war. Anders als beim Retortenprojekt aus Klagenfurt bauen die Lavanttaler aber keine Luftschlösser.

"Wir werden so weiterarbeiten wie bisher, wollen nichts überstürzen. Wir werden unsere Vision gezielt weiterverfolgen", sagte Clubboss Riegler. So sollen weiter vor allem junge Kärntner ins Team des kroatischen Trainers Nenad Bjelica (40) eingebaut werden. Große Transferbomben darf man sich von den Kärntnern nicht erwarten. Dies entspräche auch gar nicht dem Leitmotiv. "Jeden Euro, den man ausgibt, sollte man auch reinbekommen. Bei uns wird jedenfalls nichts riskiert. Wenn wir gleich wieder absteigen sollten, dann ist es eben so", sagte Riegler.

Noch nicht Bundesliga-tauglich ist die heimische Lavanttal-Arena. Diese scheint die größte Baustelle der Wolfsberger. Das Kleinstadion fasst aktuell 4.100 Zuschauer, wovon allerdings nur 1.100 Sitzplätze bestehen. In der Liga sind 3.000 vorgeschrieben, die Übergangsfrist dauert ein Jahr. Im Sommer soll nun mit dem Bau einer zusätzlichen Sitzplatz-Tribüne für 2.500 Zuschauer begonnen werden.

Ein weiteres Problem ist der Auswärtssektor. Da dieser nicht genug abgesichert ist, steht bei Spielen gegen Rapid oder Sturm Graz ein Ausweichen in die Klagenfurter EM-Arena im Raum. "Es ist eine Überlegung, Spitzenspiele in Klagenfurt auszutragen. Natürlich müssen dabei aber die Rahmenbedingungen passen", stellte Riegler klar. Ohnedies sei das Abenteuer Bundesliga für die 25.000 Einwohner zählende Stadtgemeinde Wolfsberg "Neuland".

In punkto Zuschauerschnitt liegt der Verein aufgrund des zuletzt steigenden Interesses aktuell bei rund 2.700 Fans pro Spiel. Erreicht werden soll in der Bundesliga ein Schnitt zwischen drei- und dreieinhalbtausend Fans. Fest steht, dass der Club in der höchsten Spielklasse wieder als WAC fungieren wird. Die Spielgemeinschaft mit St. Andrä wird im Sommer gelöst. Keine Probleme soll dabei bereiten, dass der SK eigentlich Lizenzträger ist. Die Trennung folgt laut Riegler auf Wunsch des Nachbarn, der im Unterhaus als eigenständiger Verein einen Neustart machen will.

Auf der nächsten Seite:  Altach fertigte BW Linz 4:1 ab 

Altach fertigte BW Linz 4:1 ab

   Altach (APA) - Fußball-Erste Liga (35. Runde): SCR Altach - Blau Weiss Linz 4:1 (3:0). Altach, Cashpoint-Arena, 2.000, SR Hirschbichler.

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 Torfolge: 1:0 (6.) Seeger
           2:0 (31.) Ademi
           3:0 (44.) Ademi
           3:1 (74.) Sulimani
           4:1 (84.) Lienhart

 Altach: Kobras - Lienhart, Schösswendter, Sereinig, H. Erbek -
Hörmann (71. Hopfer), Netzer, Schick, Zachhuber (62. Scherrer) -
Seeger (86. Dorta), Ademi

 BW Linz: Bartosch - Arapovic, Duvnjak, Knabel, Rabl - Höltschl,
Piesinger, H. Sulimani (88. Misic), Guselbauer - Hartl (67. Huspek),
Poljanec (76. Tenesor)

 Gelbe Karten: Hörmann, Hopfer bzw. Tenesor
 Die Besten: Seeger, Ademi bzw. keiner
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   SCR Altach hat sich am Freitag von seinen Fans mit einem deutlichen 4:1-Sieg gegen Blau Weiss Linz verabschiedet. Den Aufstieg haben die Vorarlberger freilich verpasst, für das heimstarke Team von Trainer Edi Stöhr bleibt bestenfalls der dritte Platz. Gegen BW Linz sorgte Altach für eine frühe Entscheidung - Patrick Seeger (12. Saisontor) sowie zweimal Ademi (31./44.) machten schon vor der Pause alles klar.

   Die Linzer, die beide Heimspiele gegen Altach gewonnen hatten, blieben diesmal auch frühere gute Auswärtsleistungen (immerhin sechs Siege und drei Remis) schuldig. Die einzige gute Chance vor dem Wechsel ließ Guselbauer aus (30.), eine gute Viertelstunde vor Schluss gelang Sulimani der Ehrentreffer (73.). Es war das 500. Saisontor der Erste Liga. Zuvor hatte Altach-Keeper Kobras Glück gebraucht, als er einen Rückpass passieren ließ, der aber neben das Tor rollte. Den Schlusspunkt setzten wieder die Gastgeber: Lienhart, der zuvor zwei Tore vorbereitet hatte, traf zum 4:1 (84.).

Auf der nächsten Seite: St. Pölten siegte bei Absteiger Hartberg 3:0

St. Pölten siegte bei Absteiger Hartberg 3:0

   Hartberg (APA) - Fußball-Erste-Liga (35. Runde): TSV Hartberg - SKN St. Pölten 0:3 (0:2). Stadion Hartberg, 800, SR Feichtinger.

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 Tore: 0:1 (14.) Segovia
       0:2 (22.) Segovia
       0:3 (50.) Ambichl

 Hartberg: Rindler - Kozissnik, Tauschmann, Miljatovic, Strobl -
Rakowitz (56. Gremsl), Huber, Adilovic, Prietl (46. Ismaili), Fucek
(56. Friedl) - Mössner

 St. Pölten: Riegler - Zwierschitz, Kotynski, Rödl, Peinsipp -
Ambichl, Jano, Brandl, Schagerl (79. Hofbauer) - Schibany (75.
Keusch), Segovia (85. Gruberbauer)

 Gelbe Karten: Kozissnik, Miljatovic, Huber, Rakowitz bzw. Segovia,
Peinsipp
 Die Besten: Huber bzw. Rödl, Jano, Brandl
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   Der TSV Hartberg hat im letzten Heimspiel in der Erste Liga nicht an die jüngste Leistung beim Sieg gegen Tabellenführer WAC/St. Andrä anzuschließen vermocht. Der Absteiger zeigte am Freitag in der vorletzten Runde gegen SKN St. Pölten eine inferiore Darbietung und kassierte eine 0:3 (0:2)-Niederlage. Segovia sorgte mit seinen Saisontreffern Nummer 14 (14.) und 15 (22.) schon vor der Pause für die Vorentscheidung, Ambichl setzte den Schlusspunkt (50.).

   Segovia hatte keine Mühe, sein Trefferkonto aufzustocken. Bei der ersten Chance der Gäste (14.) drückte er einen Lattenköpfler eines Kollegen per Kopf ein. Acht Minuten später war er neuerlich aus kurzer Distanz erfolgreich, als Keeper Rindler einen Brandl-Weitschuss abprallen ließ. Ambichl ließ sich nach schönem Schibany-Dribbling entlang der Corner-Linie die Chance gegen die harmlosen, müde wirkenden Gastgeber nicht entgehen.

Auf der nächsten Seite:  FC Lustenau dank Derbysieg weg vom Relegationsplatz

FC Lustenau dank Derbysieg weg vom Relegationsplatz

2:1-Erfolg gegen Tabellendritten Austria Lustenau

   Lustenau (APA) - Fußball-Erste-Liga, 35. Runde: SC Austria Lustenau - FC Lustenau 1:2 (0:0). Reichshofstadion, 6.700, SR Eisner.

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 Torfolge: 0:1 (73.) Zellhofer
           0:2 (87.) Rahman
           1:2 (90.) Thiago

 Austria Lustenau: Mendes - Dunst, Pöllhuber, Tipuric, Zech (46.
Zwischenbrugger) - Dürr, Kampel - Boller (66. Thiago), Karatay,
Krajic (75. Roth) - Boya

 FC Lustenau: Durakovic - Mimm, Vucur, Buchner - Haselberger,
Freitag, Teurezbacher (63. Zellhofer), Simma (80. Holzmann) -
Hinterseer, Novinic (44. Luxbacher) - Rahman

 Rote Karte: Luxbacher (92.)
 Gelbe Karten: Tipuric, Boller, Kampel bzw. Buchner, Rahman
 Die Besten: Karatay bzw. Durakovic, Luxbacher
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   Der FC Lustenau hat sich in der vorletzten Runde der Erste Liga mit einem 2:1(0:0)-Sieg im Stadtderby gegen die Austria vom Relegationsplatz verabschiedet. Der FC geht nun mit einem Punkt Vorsprung auf die Vienna (1:3 gegen Meister WAC/St. Andrä) in das Saisonfinale, in dem man auf Fixabsteiger Hartberg trifft. Die zuvor ohnehin nur noch mit minimalen Aufstiegschancen ausgestattete Austria rutschte durch die Pleite hinter Altach auf (4:1 gegen BW Linz) auf Platz vier zurück.

   Die Austria dominierte vor 6.700 Zuschauern die erste Spielhälfte über weite Strecken. Die mangelnde Chancenauswertung gepaart mit einer starken Leistung des 18-jährigen FC-Schlussmannes Durakovic sorgten für den torlosen Pausenstand. Nach Wiederbeginn änderte sich zunächst wenig an der Spielanlage. Mitte des zweiten Durchganges kam aber der Nachzügler stärker auf, der Aufwärtstrend wurde mit dem 1:0 von Zellhofer belohnt. In der Schlussphase erhöhte Rahman.

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Nur 1:1 gegen Grödig - Aufstiegsträume des LASK geplatzt

Nur 1:1 gegen Grödig - Aufstiegsträume des LASK geplatzt

Grödiger ab 42. Minute nur zu Zehnt - Joker Viana glich in 80. Minute aus.

   Linz (APA) - Fußball-Erste-Liga (35. Runde): LASK Linz - SV Grödig 1:1 (1:0). Linzer Stadion, 5.000, SR Dintar.

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Torfolge: 1:0 Cardozo (29.)
          1:1 Viana (80.)

LASK: Mandl - Hart (82. Barry), Aufhauser, S. Wimmer, Kaufmann (82.
Bytyci) - Silvio jun. (72. Koller), Hamdemir, Cardozo, Varga -
Aigner, Templ

SV Grödig: Schranz - Zündel, Cabrera, Siller, Stangl - Krammer,
Riedl, Öbster (88. Schubert), Salamon - Parapatits (71. Viana), Jukic
(82. Tschernegg)

Gelb-Rote Karte: Salamon (42.)
Gelbe Karten: S. Wimmer, Hart, Templ, Aufhauser bzw. Stangl, Krammer,
Cabrera, Jukic
Die Besten: S. Wimmer, Cardozo bzw. Öbster, Jukic
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Der Traum des LASK, doch noch den Wiederaufstieg in die Bundesliga zu schaffen, ist für diese Saison ausgeträumt. Im Fernduell mit Spitzenreiter WAC/St. Andrä gelang dem Tabellenzweiten in der 35. Runde der Erste Liga gegen den Siebenten SV Grödig nur ein 1:1 (1:0). Da die Wolfsberger zeitgleich 3:1 bei Vienna gewannen, ist das Team von Trainer Walter Schachner eine Woche vor dem abschließenden Spieltag und der Partie in Wolfsberg bei vier Punkten Rückstand ohne Chance auf den Titel. Cardozo brachte die Athletiker per Freistoß in Führung (29.), der eingewechselte Viana glich für zehn Grödiger bei drei Aluminiumtreffern zehn Minuten vor Spielende verdientermaßen aus.

Ohne drei gesperrte und acht verletzte Akteure hatte der LASK gleich eine komplette Mannschaft vorzugeben und wäre fast kalt erwischt worden, als Parapatits an die Stange köpfelte (2.). Aus dem Spiel heraus gelang den Linzern, die zuvor in den Duellen mit den Salzburgern zwei Siege und ein Remis verbucht hatten, lange Zeit gegen die gut gestaffelte Gästeabwehr wenig. So musste ein Freistoß herhalten, den Cardozo von rechts am Strafraum am irritierten Keeper Schranz vorbei zur 1:0-Pausenführung (29.) ins Netz wuchtete.

Bitter für die Gäste, die damit ihr 50. Gegentor kassierten und obendrein noch kurz vor der Pause nach einem Frustfoul Thomas Salamon mit gelb-rot verloren. Zudem wurde Trainer Heimo Pfeiffenberger auf die Tribüne verbannt (42.).

Doch die Salzburger bewiesen Moral und gaben die sportliche Antwort. Nachdem Öbster zunächst die Stange traf (69.), legte der Ex-LASK-Mann später für den eingewechselten Viana, dessen Kopfball bei seinem 10. Saisontreffer vom Innenpfosten über die Linie rollte (80.), auf. Wenig später traf Jukic für den SVG gar die Latte (81.).

Für den LASK ist damit nur noch eine Entscheidung von Belang: Am Dienstag entscheidet das Protestkomitee in zweiter Instanz über die bisher nicht erteilte Lizenz für die Oberösterreicher.