Admira blamiert sich im Derby gegen St. Pölten

Bundesliga

Admira blamiert sich im Derby gegen St. Pölten

St. Pölten hat seine Stellung als niederösterreichische Nummer eins in der Fußball-Bundesliga untermauert. 

Das Team von Coach Robert Ibertsberger fertigte eine in der Defensive extrem anfällige Admira am Sonntag in der BSFZ Arena mit 5:0 ab. St. Pölten ist damit auch nach der 2. Runde ungeschlagen und ohne Gegentor. Die Admira liegt mit null Punkten und 1:9-Toren am Tabellenende.
 
 
Marcel Tanzmayr krönte sein Startelfdebüt mit einem Tor in der dritten Minute. Nach einem Doppelpack von Neo-Stürmer Alexander Schmidt (16., 29.) trugen sich auch noch Luan (39.) und Dor Hugi (68.) in die Schützenliste ein. St. Pölten ist saisonübergreifend schon sechs Partien ohne Niederlage. Bei der zum Auftakt in Wien bei Rapid mit 1:4 unterlegenen Admira ging das Debüt von Interimstrainer Patrick Helmes völlig in die Hose.
 
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Admira überfordert

Der Deutsche, der zu Beginn der Woche nach dem überraschenden Ende der kurzen Amtszeit von Zvonimir Soldo "aufgestiegen" war, krempelte sein Team gehörig um. Für die Routiniers Stefan Maierhofer und Christoph Schösswendter blieb nur ein Platz auf der Bank, Sommer-Zugang Tomislav Tomic war gar nicht mit von der Partie. Emanuel Aiwu wurde ins defensive Mittelfeld nach vor gezogen, diese Rochade brachte aber nichts ein, hinten passte die Abstimmung in der neu zusammengestellten Abwehr überhaupt nicht.
 
Die Südstädter kamen nicht einmal in die Zweikämpfe, die Gäste konnten nach Belieben kombinieren und auch Tore erzielen. In der zweiten Minute konnte Admira-Goalie Andreas Leitner noch einen Schmidt-Schuss an die Latte lenken. Danach ging es aber Schlag auf Schlag. Und Schmidt spielte dabei eine tragende Rolle. Der Leihstürmer bediente Tanzmayr ideal mit einer Flanke und der 18-Jährige vollendete am langen Eck stehend per Kopf aus kurzer Distanz.
 
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Hoffer vergibt Top-Chance

Die Admira kam vor der Pause nur einmal gefährlich vor das Tor, Routinier Erwin Hoffer ließ dabei aus sechs Metern eine Top-Chance aus, Luan rettete für den geschlagenen St.-Pölten-Tormann Armin Gremsl vor der Linie (13.). Statt dem Ausgleich fielen die Tore völlig leistungsgerecht auf der anderen Seite. Robert Ljubicic setzte sich auf der Seite gegen Lukas Malicsek durch und seine Hereingabe verwertete Schmidt per Kopf. Vor dem 3:0 setzte sich Tanzmayr auf der Seite gegen den kurz zuvor für den verletzten Malicsek eingewechselten Leonardo Lukacevic sowie Pascal Petlach durch und bediente Schmidt, der wenig Mühe hatte, zu vollenden.
 
Bei einem Tanzmayr-Kopfball verhinderte Leitner das 0:4 (33.). Das fiel aber noch vor der Pause. Nach einem Hugi-Kopfball stieg Luan am höchsten und traf. Zur Pause brachte Helmes die Routiniers Schösswendter und Maierhofer. Der 2,02-Meter-Stürmer war zumindest bemüht und hätte mit einem Latten-Freistoß (65.) beinahe den Ehrentreffer erzielt.
 
So blieb es den Gästen vorbehalten, auch noch für den Schlusspunkt zu sorgen. Nach Blauensteiner-Vorarbeit verwertete Hugi. Auch für den Israeli war es der Premierentreffer im SKN-Dress. Die Admiraner mussten die Partie nach einer Verletzung von Marcus Maier aufgrund des bereits ausgeschöpften Austauschkontingents in den letzten mehr als 20 Minuten in Unterzahl beenden.
 

Stimmen zum Spiel:

Patrick Helmes (Admira-Interimstrainer): "Wir haben sehr gut trainiert und uns viel vorgenommen. Wenn man dann so einen Start hat, mit einem Gegentor gleich in der dritten Minute, wird es schwer. Wir haben auch durch Hoffer die Chance auf das 1:1 gehabt, aber die leider vergeben. Bei St. Pölten war fast jeder Angriff ein Tor, unser Zweikampfverhalten war einfach schlecht, da hat wenig funktioniert. Es nützt nichts, wir müssen diese Niederlage jetzt abschütteln und weiterarbeiten."
 
Robert Ibertsberger (St.-Pölten-Trainer): "Wir haben auch gegen Sturm schon viele Chancen gehabt, aber kein Tor erzielt. Diesmal ist uns das gut gelungen. Ich bin sehr froh, dass die Mannschaft wieder eine gute Leistung gebracht hat. Der Sieg war eindrucksvoll, ich bin sehr zufrieden. Wir wissen, das Spiel aber schon auch richtig einzuordnen, wollen jetzt nicht euphorisch werden."