Austria

bundesliga

Austria feiert Pflichtsieg - Admira mit Show

Artikel teilen

"Veilchen" rücken mit Dreier an Tabellenspitze heran. Die Admira glänzt.

Austria Wien hat das 1:1 im Spitzenspiel zwischen Altach und Sturm Graz nützen können. Die Violetten feierten am Samstagabend vor nur 6.274 Zuschauern im Happel-Stadion einen 2:0-(0:0)-Heimsieg über die SV Ried. Damit verkürzte die Austria den Rückstand auf das Top-Duo auf zwei Zähler. Ried bleibt auch nach der 15. Runde Siebenter, der Vorsprung auf die Admira beträgt aber nur noch einen Punkt.

+++ Sturm rettet in Altach die Tabellenspitze +++

Die Treffer beim dritten Austria-Heimerfolg en suite erzielten Alexander Grünwald mit einem vom Strafraumeck perfekt getretenen Freistoß ins lange Eck (63.) und Torjäger Olarenwaju "Larry" Kayode zehn Minuten später per Kopf (73.). Das fünfte Liga-Saisontor des Nigerianers hätte aber wegen Abseitsposition nicht zählen dürfen.

Auch wenn das Match für die Austria den gewünschten Pflichtsieg brachte, es war alles andere denn ein glanzvoller "Dreier" der Gastgeber, die am Donnerstag in der Europa League den rumänischen Vertreter Astra Giurgiu empfangen und mit einem Sieg schon den Aufstieg unter die letzten 32 fixieren könnten.

Austria in Habzeit eins schwach

Vor allem in einer ersten Hälfte zum Vergessen - sie erinnerte an das torlose Remis von Österreichs Nationalteam am Dienstag gegen die Slowakei - spielte der Favorit erschreckend schwach. Hinten unterliefen der Elf von Trainer Thorsten Fink haarsträubende Fehler im Aufbau, und vorne agierte sie völlig ideenlos gegen die auf Konter lauernden Rieder.

© GEPA
Austria Ried

(c) GEPA

So gesehen konnte sich die Partie nach der Pause nur bessern, wobei die Gäste aus dem Innviertel nach einem Schnitzer von Christoph Martschinko die erste Topchance vorfanden. Doch Tormann Osman Hadzikic verhinderte im Duell mit Patrick Möschl das 0:1 (52.).

Kayode besorgte Entscheidung

Danach wachte die Austria endlich auf. Grünwald köpfelte zunächst nach einer Flanke von Felipe Pires noch übers Tor (56.), durfte dann nach dem über die Mauer gezirkelten Freistoß aber sein sechstes Saisontor bejubeln.

Ried-Tormann Thomas Gebauer verhinderte zunächst nach einem Distanzschuss von Pires das 0:2 (71.). Wenig später war er beim Kopfball von Kayode machtlos. Allerdings stand der Stürmer bei der Flanke von Jens Stryger Larsen klar im Abseits. Durch diese Fehlentscheidung war die Partie endgültig entschieden.

Der SV Mattersburg ist auch nach der 15. Runde der Fußball-Bundesliga im Besitz der "Roten Laterne". Die Burgenländer trennten sich am Samstag in einem erst in der Schlussphase packenden Kellerduell auswärts vom Vorletzten SKN St. Pölten 2:2 (0:0) und liegen weiterhin einen Zähler hinter den Niederösterreichern zurück. Der Punkt ist für die zwei Partien unbesiegten Teams sicher unbefriedigend.

Marcel Holzmann (70.) brachte die überlegenen Hausherren in Führung, mit Barnabas Varga (74.) und Thorsten Röcher (87.) sorgten aber zwei "Joker" für die vermeintliche Wende. Alhassane Keita bewahrte die Niederösterreicher mit einem Foulelfmeter aber noch vor einer Niederlage.

Beide Teams blieben nach ihren jüngsten Überraschungssiegen gegen Meister Salzburg (Mattersburg/2:1) bzw. Sturm Graz (St. Pölten/2:1) zumindest ein weiteres Mal ungeschlagen. Der Rückstand auf den Rest der Liga wuchs aber an, da der Achte Admira Wacker Mödling gegen den WAC einen klaren 4:1-Erfolg feierte und sich um fünf bzw. sechs Zähler vom Tabellenkeller absetzte.

Niederösterreicher bestimmend

"Man darf sich kein Spiel der feinen Klingen erwarten", hatte Mattersburg-Trainer Ivica Vastic im Vorfeld gesagt. Er sollte vor allem vor der Pause Recht behalten. Beide Teams agierten sehr vorsichtig, St. Pölten war etwas engagierter, zweikampfstärker und hatte auch mehr Ballbesitz, im entscheidenden Bereich fehlten aber die zündenden Ideen, der letzte Pass. Das auch, weil die Burgenländer in der Defensive sehr sicher standen und somit keine einzige Topchance vor der Pause zuließen.

Die Mattersburger selbst lauerten nur auf Konter und wurden dabei zumindest einmal gefährlich. Alexander Ibser nahm sich aus mehr als 20 Metern ein Herz, sein Abschluss ging aber nicht nur über Markus Böcskör, sondern auch über das Tor (31.). Nach dem Seitenwechsel wurde die Überlegenheit der Hausherren vorerst augenscheinlicher.

Lukas Thürauer verfehlte das Tor nach einer sehenswerten Einzelaktion, bei der er drei Mattersburger austanzte, nur knapp (52.). Bei einem Dober-Weitschuss fehlte auch nicht viel (60.). Die Niederösterreicher machten weiter mehr und wurden vorerst belohnt. Nach Ambichl-Vorarbeit traf Holzmann aus 14 Metern platziert ins lange Eck (70.).

© GEPA
St. Pölten SVM

(c) GEPA

Spiel endet erneut mit Remis

Die Entscheidung war damit aber nicht gefallen, ganz im Gegenteil: Aus dem Nichts kamen die Gäste zurück ins Spiel. Nach einer Jano-Ecke und einem Templ-Kopfball vollendete der nicht einmal eine Minute zuvor eingewechselte Varga zum 1:1 (74.). Dem noch nicht genug ging die Vastic-Truppe neuerlich nach einer Standardsituation gar in Front. Wieder leistete Templ die Vorarbeit, Dober brachte den Ball nicht weg, und Röcher stocherte den Ball über die Linie.

Das zweite Mattersburger Jokertor war damit perfekt. Und das zehnte (von 14) der Mattersburger in dieser Saison nach einer Standardsituation. Den zweiten Sieg hintereinander brachten sie aber nicht über die Zeit. Nach einem strittigen Zweikampf von Philipp Erhardt mit Daniel Segovia im Bereich der Strafraumgrenze entschied Schiedsrichter Robert Schörgenhofer auf Elfmeter.

Keita ließ sich diese Chance nicht entgehen, verwandelte trocken und fixierte damit im Duell des schwächsten Heimteams mit der schlechtesten Auswärtsmannschaft seinen ersten Ligatreffer (89.). Wie im ersten direkten Saisonduell, das 1:1 endete, gab es neuerlich keinen Sieger. St. Pölten ist nun schon acht Meisterschaftsspiele gegen Mattersburg sieglos, die Burgenländer sind seit der achten Runde Letzte.

Mit einer 4:1-(1:0)-Gala hat die Admira in der Fußball-Bundesliga in die Erfolgsspur zurückgefunden. Nach drei Niederlagen en suite spielten die Südstädter am Samstag den WAC zuhause an die Wand und beendeten damit auch den Höhenflug der Kärntner. Besonderen Grund zum Jubel hatte Thomas Ebner: In seinem 124. Bundesligaspiel traf der 24-Jährige erstmals - und das gleich doppelt (53., 63.).

Christoph Knasmüllner hatte beim höchsten Saisonsieg den Trefferreigen in der 27. Minute eröffnet, Christoph Monschein (61.) trug sich als weiterer Admira-Torschütze auf dem Spielbericht ein.

Der Tabellenachte revanchierte sich damit für die 0:5-Auswärtsschlappe beim WAC Ende August und baute den Vorsprung auf Schlusslicht Mattersburg auf sechs Punkte aus. Die völlig harmlosen Wolfsberger, die zuletzt vier Spiele in Folge ungeschlagen geblieben waren (drei Siege), sind drei Zähler vor der Admira weiter Sechste.

Knasmüllner bricht den Bann

Angesichts einer haushohen Dominanz von Beginn an war der fünfte Saisonsieg für die Admira hochverdient. Zwar verschoss Zwierschitz (6.) noch knapp, scheiterte Bajrami am gut herauslaufenden Dobnik (10.) und rettete Hüttenbrenner in letzter Sekunde vor Monschein (20.), nach fast einer halben Stunde war es aber so weit.

© GEPA
Admira WAC

(c) GEPA

Monschein setzte sich an der Strafraumgrenze durch und bediente Knasmüllner, der kühl erst Rnic, dann Klem aussteigen ließ und zur Führung einschoss. Einziger Schönheitsfehler: Der Torschütze stand im Abseits.

Kärntner fanden nie ins Spiel

Während die Admira danach durch Monschein (30./Dobnik) und Bajrami (42.) erneut bei Dobnik vorstellig wurde, agierte der WAC fast jenseits der Wahrnehmungsgrenze. Selbst über den Zweikampf fanden die Kärntner nicht ins Spiel, auch nach der Pause änderte sich daran nichts.

Gefährlich wurden nur die Gastgeber, die den "Wölfen" mit dem 2:0 durch Premierenmann Ebner den "Todesstoß" versetzten. Der Ehrentreffer für den WAC durch den eingewechselten Christopher Wernitznig in der Nachspielzeit (91.) war bedeutungslos.

OE24 Logo