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Tabellenführer Altach als Favorit

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Mattersburgs Vastic hofft gegen den WAC auf den ersten Punkt.

Die Cashpoint-Arena von Altach erlebt am Samstag gleich zwei Premieren. Erstmals kommt es im österreichischen Fußball-Oberhaus zu einem Duell zwischen dem SCR und dem SKN St. Pölten, und erstmals treten die Altacher als Bundesliga-Tabellenführer an.

Zur Feier des Tages fehlen den zum Auftakt dreimal siegreichen Vorarlbergern nur noch drei Punkte gegen St. Pölten - die Trainer Damir Canadi unbedingt einfahren will. "Ich hoffe, dass die Mannschaft selbstbewusst auftritt, aber dabei nicht den schmalen Grat zur Überheblichkeit überschreitet", erklärte der Wiener vor dem Spiel der 4. Runde.

Das aktuelle Ranking, das Altach je drei Punkte vor Rapid, Sturm Graz und der Austria ausweist, ist für Canadi nicht viel mehr als eine Randerscheinung. "Wichtiger ist es, wieder zu einer Heimmacht zu werden", betonte der Coach. Auch für Benedikt Zech spielt die Tabellenführung nur eine untergeordnete Rolle. "Das hat keine Auswirkungen auf die Arbeit auf dem Platz. Aber es ist ein schönes Gefühl, das wir auch gerne nach dem Match gegen St. Pölten hätten", meinte der Abwehrspieler.

Dazu benötigen die Altacher gegen die Niederösterreicher zumindest einen Punkt, was laut Canadi allerdings kein leichtes Unterfangen werden dürfte. "Wir haben sehr großen Respekt vor ihnen, das ist eine spannende Mannschaft. Sie haben in den drei ersten Spielen eine hervorragende Performance abgeliefert", sagte Canadi über den bei drei Zähler haltenden Aufsteiger.

St. Pöltens Betreuer Karl Daxbacher freute sich zwar über das Lob, wies aber auch auf gewisse Anpassungsschwierigkeiten seiner Truppe in der Bundesliga hin. "Der Niveauunterschied zwischen höchster und zweithöchster Liga ist schon deutlich zu merken. Kämpferisch können wir gut mithalten, aber die spielerische Komponente konnten wir nicht so zur Geltung bringen."

Dennoch rechnet sich der 63-Jährige in Altach einiges aus, zumal seiner Mannschaft die Fünferkette der Vorarlberger entgegenkommen könnte. "Die funktioniert gegen die großen Clubs gut, aber dadurch kommt Altach auch zu weniger Möglichkeiten. Vielleicht ist die Fünferkette gegen weniger starke Teams nicht so wirksam, das könnte unsere Chance sein", spekulierte der frühere Austria-Trainer.

Dies ändere jedoch nichts an der Tatsache, dass die Favoritenrolle klar bei den Altachern liege. "Aber das wird sie eher beflügeln als unter Druck setzen", prophezeite Daxbacher und gab zu: "Es hätte wahrscheinlich nach drei Runden niemand damit gerechnet, dass die Altacher Tabellenführer sind. Doch sie haben bei ihren Verstärkungen ein gutes Händchen bewiesen."

Nach drei Runden und ebenso vielen Niederlagen findet sich der SV Mattersburg im Tabellenkeller der Fußball-Bundesliga wieder. Saisonübergreifend seit zwölf Ligaspielen ohne vollen Erfolg, beschäftige der Negativlauf die Mannschaft mittlerweile auch mental, wie Trainer Ivica Vastic erklärte. Gegen den WAC hofft Vastic auf den ersehnten Befreiungsschlag - zur Not auch mit einem "schmutzigen Sieg".

Am Samstag wird es 155 Tage her sein, seit Mattersburgs Fußballer in der Bundesliga zuletzt drei Punkte feierten. Seit diesem 1:0 in Grödig verging eine lange, sieglose Zeit, die Trainer Vastic zusehends in die Rolle des Psychologen drängte. "Es wird immer mehr zur Kopfsache", sagte Vastic angesichts des verpatzten Saisonstarts.

Der 46-Jährige versucht, positiv zu bleiben, es gelte, "Vertrauen in sich und seine tägliche Trainingsarbeit" zu haben. "Natürlich würde ein Erfolgserlebnis in dieser Phase besonders gut tun, doch das müssen wir uns mit dem Glauben an uns und unsere Leistungen auch erarbeiten. Nichts passiert von alleine", sagte Vastic.

Vor Saisonstart wurde Mattersburg in der Öffentlichkeit als Abstiegskandidat tituliert. Bisher gelang es den Burgenländern nicht, den Gegenbeweis anzutreten: Einem 0:1 gegen die Admira folgten eine 1:3-Auswärtsniederlage bei der Austria und eine 0:2-Heimniederlage gegen Sturm. Die Ergebnisse sind mittlerweile auch eine Folge des angekratzten Selbstvertrauens, wie Vastic verriet: "Anders ist es nicht mehr zu erklären, warum Spieler, die solche Chancen noch vor Monaten locker verwertet haben, nun scheitern."

Grund zu Optimismus gibt ihm die Bilanz. Gegen den WAC sind die Burgenländer in bisher vier Duellen im heimischen Pappelstadion mit je zwei Siegen und Unentschieden noch ungeschlagen. Die Kärntner würden, so Vastic, einen "einfachen, aber konsequenten Fußball" spielen. Er stellt sich auf einen harten Fight ein. "Es würde niemand etwas gegen einen schmutzigen Sieg haben", erklärte Vastic.

"Serien, egal welche, interessieren mich nicht", meinte WAC-Trainer Heimo Pfeifenberger. "Mein Fokus liegt rein auf meiner Mannschaft, wir müssen am Samstag voll da sein." Mit vier Punkten zum Saisonstart kann der Salzburger gut leben. "Wir hatten zwei Auswärtsspiele dabei. Ich bin zufrieden mit dem Saisonstart." Vor allem die "sukzessive Leistungssteigerung" freut Pfeifenberger. Die will er auch beim 1:0-Sieg gegen Ried bemerkt haben: "Wir haben zwar gegen Salzburg gepunktet, aber gegen Ried war es noch einmal eine stabilere Leistung, wo wir auch Akzente nach vorne setzen konnten."

Ganz zufrieden kann der ehemalige Torjäger mit der Offensiv-Ausbeute (2 Tore) aber nicht sein: "In der finalen Zone ist noch sehr viel Luft nach oben. Das ist aber auch die schwierigste Zone. Wir brauchen noch mehr Entschlossenheit, mehr Abschlüsse." Ein angeschlagener Gegner wie Mattersburg sei immer gefährlich: "Das wird ein enges Match. Beide Mannschaften stehen kompakt, es könnte ein Spiel um den zweiten Ball werden."

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