Rapid putzt WAC, Austria Tabellenführer

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Rapid putzt WAC, Austria Tabellenführer

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Austria siegt in Grödig, Mattersburg und Ried trennen sich 3:3.

Rapid hat die Pflichtaufgabe zum Bundesliga-Frühjahrsauftakt positiv gelöst. Die Hütteldorfer feierten am Samstag nach einer schwachen ersten Hälfte gegen Schlusslicht WAC noch einen klaren 3:0-Sieg. Die Wiener zogen damit nach Punkten mit Titelverteidiger Salzburg gleich, weiter ein Zähler fehlt auf den Lokalrivalen Austria, der zumindest bis Sonntag Platz eins übernahm.

Die ersatzgeschwächten Wiener gingen im Ernst-Happel-Stadion mit einem schmeichelhaften 0:0 zur Pause in die Kabine, sorgten danach aber mit sieben starken Minuten, in denen die Tore von Philipp Schobesberger (56.), Mario Pavelic (60.) und Matej Jelic (62.) fielen, noch für einen komfortablen Heimerfolg. Die Truppe von Chefcoach Zoran Barisic tankte damit in der 21. Ligarunde auch Selbstvertrauen für das ÖFB-Cup-Viertelfinale gegen Admira Wacker Mödling am Mittwoch, das zweite von sieben Pflichtspielen im Februar.

Für den vor dem Seitenwechsel alles andere wie ein Absteiger agierenden Tabellenletzten setzte sich die eigene Auswärtsmisere fort. Die Kärntner warten weiter seit dem 4. Oktober 2014 auf einen Sieg in der Fremde, haben dabei in 23 Spielen auch nur vier Zähler geholt. Der Abstand auf Platz neun wuchs auf vier Zähler an, da der Vorletzte Ried in Mattersburg einen Punkt erkämpfte.

Coach Heimo Pfeifenberger hatte die Wolfsberger vor 13.700 Zuschauern offensiv ausgerichtet aufs Feld geschickt, Zugang Ibrahim Bingöl gab dabei im Mittelfeld sein Debüt. Die erste Großchance in Hälfte eins fanden aber die Wiener vor, Jelic traf die Außenstange (16.). Sonst blieben die Hausherren vieles schuldig, konnten ihr im Herbst zum Teil gefürchtetes Offensivspiel überhaupt nicht aufziehen und waren hinten anfällig.

Die Kärntner hatten die besseren Momente und hätten in der 31. Minute bei einer Vierfach-Chance eigentlich in Führung gehen müssen. Peter Tschernegg scheiterte aber zweimal an Richard Strebinger, und auch Issiaka Ouedraogo konnte den Rapid-Tormann nicht überwinden. Den vierten Schussversuch setzte Tschernegg noch daneben. Das sollte sich nach der Pause rächen.

Vor eigenem Publikum gelang den Rapidlern aus einem Konter die Führung, Schobesberger schob den Ball an Alexander Kofler, der gegenüber Christian Dobnik den Vorzug erhalten hatte, vorbei (56.). Vier Minuten später nützte die Barisic-Elf neuerlich einen Gegenstoß, diesmal traf Pavelic ins kurze Eck. Bei beiden Treffern gab der für den gesperrten Steffen Hofmann im Mittelfeld-Zentrum agierende Stefan Nutz die Vorarbeit. Endgültig den Sack zu machte Jelic mit einem herrlichen Fallrückzieher nach Schobesberger-Flanke nur wenig später (62.).

Danach verhalf Barisic noch dem Ex-Rieder Thomas Murg zu seinem Rapid-Debüt. In der Schlussphase gab zudem auch noch der zuletzt verletzungsgeplagte Andreas Kuen ein Kurz-Comeback. Da hätte es 1:3 stehen können, doch auch Jacobo fehlte im Abschluss die Effizienz (73.). Auf der anderen Seite hätte auch der Rapid-Sieg durchaus noch höher ausfallen können, die beste Chance ließ aber "Joker" Tomi ungenützt (76.). Für die Wiener war es der vierte Heimsieg in Folge, sie revanchierten sich damit auch für die 1:2-Pleite in Wolfsberg am 18. Oktober. Im Hinblick auf das Europa-League-Sechzehntelfinale gegen Valencia, das am 18. und 25. Februar über die Bühne geht, muss aber sicher noch eine Steigerung her.
 

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Sieg in Grödig: Austria Tabellenführer

Die Wiener Austria ist erfolgreich ins Frühjahr gestartet. Mit einem 1:0-(1:0)-Auswärtserfolg in Grödig setzten sich die Violetten am Samstag vorerst an die Spitze der Tabelle. Alexander Gorgon erzielte nach einem Eckball in der 40. Minute per Kopf mit seinem zwölften Saisontor den einzigen Treffer der Partie. Für die Austria war es im sechsten Versuch der erste Sieg in Grödig überhaupt.

Die in der ersten Saisonhälfte heimstarken Salzburger kassierten hingegen die zweite Niederlage vor heimischer Kulisse in Folge. Grödig liegt in der Tabelle weiter vier Zähler vor Schlusslicht WAC, aber bereits punktegleich mit dem Neunten Ried. Die Austria ist nun einen Zähler vor Salzburg Tabellenführer. Der Meister ist erst Sonntag bei der Admira im Einsatz.

Vor knapp 1.500 Zuschauern stand zunächst vor allem Lucas Venuto im Zentrum des Interesses. Der im Winter von Grödig zur Austria gewechselte Brasilianer traf erstmals auf seinen Ex-Club. Bei den Salzburgern lief seine Ersatzmann Reagy Ofosu ebenfalls von Beginn an ein. Venuto war es dann, der in einer großteils zerfahrenen Partie für den ersten Aufreger sorgte.

Nach Doppelpass mit Alexander Grünwald schoss der Flügelspieler aus spitzem Winkel ins Außennetz (13.). Die Austria hatte wie von Trainer Thorsten Fink vermutet deutlich mehr Ballbesitz, in die gefährliche Zone kam sie aber kaum. Dazu offenbarten die Wiener Unachtsamkeiten in der Defensive. Grödig hätte eine davon nutzen müssen: Nach Vorarbeit von Ofosu und Benjamin Sulimani schoss der aufgerückte Martin Rasner aus wenigen Metern über das Tor (18.).

Bei der Austria musste danach Thomas Salamon mit einer Sprunggelenksblessur vom Spielfeld. Auch Roi Kehat humpelte nach einer überharten Attacke des daraufhin mit Gelb verwarnten Matthias Maak über das Spielfeld. Der Israeli konnte aber weiterspielen. Da spielerisch nur wenig zusammenlief, fand die Austria ihr Heil wieder einmal nach einem ruhenden Ball.

Aus dem ersten Austria-Eckball traf der am kurzen Eck sträflich vernachlässigte Gorgon per Kopf. Es war das 18. Saisontor der Austria, das nach einer Standardsituation fiel. 35 haben die Favoritner insgesamt geschossen.

Unmittelbar nach der Pause hätte die Austria beinahe nachgelegt. Larry Kayode spielte seine Schnelligkeit aus, Grödig-Torhüter Pirmin Strasser war aber mit einer sehenswerten Parade zur Stelle. Von den Hausherren kam offensiv nun wenig. Trainer Peter Schöttel wechselte mit Roman Wallner nach einer Stunde einen frischen Stürmer ein, zwanzig Minuten vor dem Ende kam auch Valentin Grubeck zu seinem Grödig-Debüt.

Die Austria lieferte lange Zeit eine souveräne Vorstellung ab. Erst tief in der Nachspielzeit mussten die Gäste noch gehörig zittern. Ex-Austrianer Grubeck setzte den Ball nach einem Eckball knapp daneben, dann parierte Austria-Keeper Osman Hadzikic noch einen Kopfball von Ofosu. Einziger Wermutstropfen für die Austria war eine unnötige Gelbe Karte gegen Grünwald. Der Mittelfeldmann fehlt damit im Derby gegen Rapid am kommenden Sonntag.
 

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Irres 3:3 in Mattersburg
Der SV Mattersburg hat mit viel Moral einen Fehlstart in die Frühjahrssaison der Fußball-Bundesliga verhindert. Die Burgenländer lagen im Heimspiel gegen die SV Ried Mitte der zweiten Halbzeit mit 1:3 zurück und hatten zudem nur noch zehn Mann auf dem Feld, schafften durch Tore von Nedeljko Malic (67.) und Manuel Prietl (71.) aber noch ein 3:3.

Ried dominierte eine Stunde lang das Spiel, traf zweimal durch den lange überragenden Thomas Fröschl nur die Latte (27., 52.) und vergab durch Patrick Möschl zudem einen Foulelfmeter (42.). Doch der Sprung auf Platz sieben der Tabelle gelang trotzdem nicht.

Möschl hatte die Oberösterreicher mit der ersten Chance in Führung (5.) gebracht. Den Mattersburger Ausgleichstreffer durch Markus Pink (21.) konterte nur wenig später Fröschl mit der neuerlichen Führung (24.). Nach dem Ausschluss von Michael Novak (41.) sah alles danach aus, dass Nico Antonitsch mit dem 3:1 (59.) die Partie entschied. Doch mit einer Energieleistung und einem Doppelpack innerhalb von vier Minuten rettete die Vastic-Elf noch einen Punkt.

Ried verlor in der Winter-Transferzeit mit Thomas Murg und Oliver Kragl zwei Leistungsträger, dazu fehlten im Pappelstadion auch Top-Torschütze Dieter Elsneg, Daniel Sikorski und der gesperrte Petar Filipovic. Der Elf von Paul Gludovatz merkte man den Aderlass eine Stunde lang jedoch nicht an.

Nach der frühen Führung bestimmten die Gäste das Spiel. Die Rieder standen defensiv sicher und waren mit ihren schnellen Kontern stets gefährlich. Möschl vergab die große Chance auf das 2:0 (11.), ehe auch Mattersburg gefährlich im gegnerischen Strafraum auftauchte. Pink köpfelte einen Jano-Freistoß per Innenstange zum 1:1 ein, doch das Spiel bekam der Aufsteiger damit nicht in den Griff.

Nur drei Minuten später nützte Heimkehrer Fröschl, der vom LASK zurück ins Innviertel geholt worden war, eine Orientierungslosigkeit in der Mattersburger Abwehr und spitzelte den Ball zum 2:1-Pausenstand ein. Allerdings hätten die Rieder mit einer klar höheren Führung in die Kabine gehen können. Ein abgefälschter Fröschl-Schuss klatschte nur an die Latte (27.), Möschl vergab sogar einen Foulelfmeter, den SVM-Torhüter Markus Kuster parierte (42.). Michael Novak hatte Fröschl an der Strafraumgrenze zu Fall gebracht und sah dafür Rot.

Gegen zehn Mann traf Fröschl zum zweiten Mal nur die Latte (52.), ehe Antonitsch auf 3:1 erhöhte (59.). Doch Mattersburg bäumte sich noch einmal auf und wurde dafür auch belohnt. Malic ließ sich seine zweite Kopfballchance nicht entgehen, und Prietl jagte den Ball aus rund 16 Metern unhaltbar zum 3:3-Endstand ins Kreuzeck.
 

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