Homosexueller Fußballer hat Angst vor Outing

'Lebe einen Albtraum'

Homosexueller Fußballer hat Angst vor Outing

Homosexualität ist im Fußballprofibereich nach wie vor ein Tabu-Thema.

Selbst im 21. Jahrhundert ist Homosexualität im Profi-Fußballbereich immer noch ein äußerst heikles Thema. Nur wenige Spieler wagten bis jetzt den Schritt zum "Coming-Out". Die Angst vor Anfeindungen und Schmährufen im Stadion oder gar Sanktionen durch den Verein ist noch zu groß.

Jetzt trat ein homosexueller Fußball-Profi der englischen Premier League mit einem offenen Brief an die Öffentlichkeit. Darin schildert er seine Gedanken über das Tabu-Thema: "Ich bin schwul. Es ist ein großer Schritt für mich, das auch nur in diesem Brief zu schreiben", erklärte der namentlich nicht genannte Fußballer.

In der britischen Tageszeitung "The Sun" wurde der Brief veröffentlicht, das Blatt wiederum hatte ihn von der Justin Fashanu Foundation erhalten. Fashanu war einst der erste Spieler Englands, der sich während seiner Karriere im Jahr 1990 zu seiner Homosexualität bekannt hat. Nur acht Jahre später hat er sich das Leben genommen.

"Habe Angst vor diesem Schritt"

Der anonyme Profi schreibt in seinem Brief, dass er sich eigentlich outen wollen würde - er "habe aber Angst vor diesem Schritt". Bis jetzt wissen nur wenige Menschen aus seinem engsten Umfeld von seiner sexuellen Orientierung. "Ich fühle mich nicht bereit, mit meinen Mannschaftskollegen oder mit dem Trainer darüber zu reden. Ich kann leider nicht ehrlich zu ihnen sein. Aber ich hoffe, dass ich das irgendwann einmal machen kann", meint er.

Durch Anti-Diskriminierungskampagnen des europäischen (UEFA) und internationalen Fußballverbandes (FIFA) setzt der Fußball Maßnahmen, Toleranz und Aufklärung in dieses heikleThema zu bringen. Dennoch glaubt der Profi, dass ein Outing sein Leben belasten würde: "Es gibt noch immer zu viele Vorurteile. Ich lebe einen Albtraum, und zwar Tag für Tag. Mein Herz sagt, dass ich mich outen soll. Aber mein Kopf sagt: Warum soll ich es riskieren? Ich fürchte, dass die Wahrheit die Sache für mich nur noch schlimmer machen würde."

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