Nach dem knappen 2:1-Erfolg der deutschen Nationalelf gegen Ghana sorgen nicht die Tore für Gesprächsstoff, sondern die Reaktion der Fans in Stuttgart. Leroy Sané wurde bei seiner Einwechslung ausgebuht.
Der sportliche Sieg der DFB-Auswahl rückt nach den Ereignissen im Stuttgarter Stadion fast in den Hintergrund. Als Leroy Sané in der 78. Minute für den Ex-Stuttgarter Nick Woltemade auf das Feld kam, empfingen ihn Teile des Publikums mit deutlichen Pfiffen. Bundestrainer Julian Nagelsmann fand nach der Partie am ARD-Mikrofon klare Worte für das Verhalten der Anhänger.
Kritik vom Bundestrainer
Nagelsmann zeigte sich enttäuscht über die Reaktion gegen den 30-jährigen Offensivspieler. „Bevor er die erste Aktion hat, ihn auszupfeifen, finde ich nicht super fair. Aber du wirst nicht immer allen gerecht werden“, erklärte der Coach. Er betonte zudem die Bedeutung der Identifikation mit dem Nationalteam: „Generell finde ich es nicht schön, wenn unsere Spieler ausgepfiffen werden. Ich finde, wenn unsere Spieler den Adler auf der Brust tragen, dann sollten wir sie alle so lange tragen, wie sie den Adler auf der Brust tragen.“
Undav fordert mehr Respekt
Auch Matchwinner Deniz Undav, der in der zweiten Halbzeit eingewechselt wurde und den Sieg mit einem Treffer sicherte, nutzte sein Interview, um eine Botschaft an die Fans zu richten. Obwohl er selbst lautstark gefeiert wurde, bat er die Zuschauer um Fairness gegenüber seinen Teamkollegen. „Ich hoffe und ich bitte da jeden Fan, dass, wenn Leroy beim nächsten Mal reinkommt oder ein anderer Spieler, dass man da nicht buht“, so der 29-Jährige.
Zusammenhalt als Ziel
Für Undav ist die Geschlossenheit zwischen Team und Anhängern entscheidend für den Erfolg. „Es ist wichtig, dass wir als Mannschaft und mit den Fans zusammen eine Einheit werden“, erklärte der Stürmer weiter. Er unterstrich, dass Sané genauso zum Team gehöre wie jeder andere Mitarbeiter im Staff auch. Er hoffe, dass die Unterstützung beim nächsten Spiel oder dem kommenden Turnier wieder der gesamten Mannschaft gelte