Der Weg ins Viertelfinale der Champions League schien geebnet – doch dann kam alles anders: Trotz eines 3:0-Vorsprungs aus dem Hinspiel geht Sensationsteam Bodø/Glimt im Rückspiel mit 0:5 unter. Sporting Lissabon gelingt eine spektakuläre Aufholjagd und zieht in die Runde der letzten acht ein.
Es begann wie eine nordische Saga – und endete in einer regennassen Tragödie. Mit einem beeindruckenden 3:0 im Hinspiel des Achtelfinales hatte das Sensationsteam FK Bodø/Glimt den Traum vom Viertelfinale der UEFA Champions League bereits fest im Blick. Der „gelbe Polarexpress“ rollte scheinbar unaufhaltsam – doch im Rückspiel bei Sporting Lissabon schlug die Realität mit voller Wucht zurück. 4:0-Sieg die Protugiesen drehten die Partie und stehen in der Runde der letzten 8.
Wie ein aufziehender Sturm über dem Atlantik legten die Portugiesen los. Früh setzten sie die Gäste unter Druck, zwangen sie tief in die eigene Hälfte und nahmen ihnen jeglichen Rhythmus. Die Elf von Kjetil Knutsen wirkte ungewohnt passiv, beschränkte sich fast ausschließlich auf die Defensivarbeit und stand über weite Strecken mit zehn Mann hinter dem Ball. Die logische Konsequenz folgte in der 34. Minute: Nach einem Eckball von Francisco Trincão stieg Gonçalo Inácio am zweiten Pfosten am höchsten und köpfte wuchtig zum 1:0 ein - der erste Riss im norwegischen Bollwerk.
Suárez knallt Sporting in die Verlängerung
Nach der Pause wurde aus Druck ein Dauersturm. Sporting spielte nun mit der Entschlossenheit eines Teams, das an das Wunder glaubt – und kam ihm Schritt für Schritt näher. In der 61. Minute ging es über die rechte Seite schnell: Geny Catamo schickte Luis Suárez in den Strafraum, der legte clever zurück auf Pedro Gonçalves – und der schob aus kurzer Distanz zum 2:0 ein. Der komfortable Vorsprung aus dem Hinspiel? Plötzlich nur noch ein schmaler Grat.
Die Norweger gerieten ins Wanken – und dann kam der Moment, der alles kippte: Handspiel im Strafraum, VAR–Check, Elfmeter. Schiedsrichter Sandro Schärer zeigte auf den Punkt. In der 78. Minute trat erneut Luis Suárez an und verwandelte mit voller Wucht zum 3:0. Verlängerung - und das Stadion stand Kopf.
Hausherren benötigten 90 Sekunden
Und als hätte selbst der Himmel das Drehbuch geschrieben, setzte Regen ein. Während Sporting jubelte, weinte der Himmel über Lissabon – sinnbildlich für das bittere Ende einer mutigen Wikinger–Reise. Doch es kam noch härter: Gerade einmal eineinhalb Minuten waren in der Verlängerung gespielt, da folgte der endgültige K.o. Nuno Santos brachte den Ball über links in den Strafraum zu Daniel Bragança, der klug zurücklegte. Francisco Trincão leitete direkt weiter auf Matheus Araújo - und der traf aus rund 14 Metern ins kurze Eck zum 4:0 (92.). Den Schlusspunkt setzte Nel (120.+1) zum 5:0–Endstand.
Damit war das norwegische Märchen endgültig beendet. Sporting hingegen vollendete eine spektakuläre Aufholjagd und steht im Viertelfinale der Königsklasse. Dort wartet nun der Sieger des Duells zwischen FC Arsenal und Bayer Leverkusen.