Champions League

Super-Bayern ziehen gegen Lyon ins Finale ein

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Top-Favorit Bayern München zieht nach einem 3:0-Sieg gegen Lyon ins Finale der Champions League ein. Im letzten Spiel um Europas Krone treffen Alaba und Co. am Sonntag auf Paris Saint-Germain.

Bayern München steht zum ersten Mal seit 2013 im Finale der Fußball-Champions-League. Der Topfavorit aus München setzte sich am Mittwoch beim Finalturnier in Lissabon gegen Olympique Lyon mit 3:0 (2:0) durch. Serge Gnabry erzielte zwei Tore (18., 33.), Robert Lewandowski im Finish ein weiteres (88.). Im Endspiel am Sonntag (21.00 Uhr) treffen David Alaba und seine Kollegen auf Paris Saint-Germain.

+++ Hier alle Details zum Spiel +++

Lyon hatte nach der Corona-Pause mit Juventus Turin und Manchester City bereits zwei Schwergewichte ausgeschaltet. Auch die Bayern hatten mit dem Überraschungsteam, bei Abbruch der französischen Meisterschaft nur auf Rang sieben, in der Anfangsphase Probleme. Lyon gewann mehr Zweikämpfe, fand durch Memphis Depay (4.) und Karl Toko Ekambi (17.) auch die ersten beiden Großchancen vor. Dazwischen klopfte Leon Goretzka erstmals für die Bayern an (11.).

Bayerns Gnabry zündet Turbo

Keine Minute nachdem sich Ekambi auf der rechten Seite durchgesetzt hatte und die Stange getroffen hatte, schlug auf der Gegenseite aber Gnabry zu. Der 25-Jährige zog von rechts zur Mitte und traf mit einem sehenswerten Linksschuss von der Strafraumgrenze ins Kreuzeck. Mit der Führung im Rücken bekamen die Bayern die Partie besser in den Griff, Alaba bot als Abwehrchef im Zentrum eine starke Vorstellung.

© apa
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Der Mann der ersten Hälfte war aber Gnabry. Der Deutsche war auch an der Entstehung seines zweiten Tores beteiligt. Er bediente Ivan Perisic. Den folgenden Querpass brachte Lewandowski noch nicht über die Linie, Gnabry staubte aus kurzer Distanz ab - sein neunter Treffer in der laufenden Champions-League-Saison. Nur Clubkollege Lewandowski (15) und der Ex-Salzburger Erling Haaland (10) trafen öfter.

Perisic hätte die Partie nach der Pause bereits entscheiden können, scheiterte aber alleine vor Lyon-Goalie Anthony Lopez (51.). Dessen Bayern-Pendant Manuel Neuer musste sich in der Folge gegen Ekambi auszeichnen (58.). Lyon blieb nach Ballgewinnen gefährlich, Alaba hielt die Münchner Hintermannschaft aber zusammen.

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Das 3:0 des eingewechselten Philippe Coutinho zählte wegen Abseits noch nicht (80.), Lewandowski holte es im Finish aber nach. Der Pole traf nach einem Freistoß von Joshua Kimmich per Kopf. Fünf Tage nach dem historischen 8:2 im Viertelfinale gegen den FC Barcelona durften die Bayern vor leeren Rängen erneut jubeln.

Chance auf Triple-Gewinn

Bayern-Trainer Hansi Flick kann es nun am Sonntag Jupp Heynckes gleichtun. Die Münchner haben weiterhin die Chance, ihren Triplegewinn von 2013 zu wiederholen. Fünf Spieler waren vor sieben Jahren bereits dabei, als sie neben Meisterschaft und Cup zuletzt auch die Champions League gewonnen hatten - neben Alaba und seinem Nebenmann Jerome Boateng auch Neuer, Thomas Müller und Javi Martinez.

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Im wichtigsten Europacup-Bewerb haben die Bayern bisher fünfmal triumphiert. Seit dieser als Champions League firmiert, gelang dies 2001 und 2013. Bereits im Halbfinale 2010 hatten die Münchner Olympique Lyon ausgeschaltet - damals in zwei Spielen mit 1:0 und 3:0. Im Finale scheiterte man danach allerdings an Inter Mailand (0:2).

Stimmen zum Spiel:

Hansi Flick (Bayern-Trainer): "Wir wussten, dass es ein schweres Spiel wird. Lyon hat gegen ManCity und Juve starke Leistungen gezeigt. Gerade die erste Phase des Spiels haben wir mit Glück überstanden. Serge hat uns mit einer Einzelleistung in Führung gebracht, die uns auch mehr Sicherheit gegeben hat. Wir wissen, dass Paris sehr, sehr schnelle Spieler hat. Wir müssen ein bisschen besser in der Defensive auch stehen. Wir hatten einige leichtfertige Ballverluste, die müssen wir abstellen."

Serge Gnabry (Bayern-Doppeltorschütze): "Lyon hat sehr viel Druck auf uns gemacht, ist mit schnellen Leuten hinter die Kette gekommen. Man kann nicht immer alles verteidigen. Im Großen und Ganzen sind wir hinten sehr stark, vorne auch. Wir werden am Sonntag alles geben, um den Titel zu holen."

David Alaba (Bayern-Abwehrchef): "Wir wussten im Vorhinein, dass es kein einfaches Spiel ist, dass Lyon eine Mentalität auf den Platz bringt, die nicht immer sehr angenehm ist. Wir sind sehr, sehr glücklich, dass wir unser Ziel und das Finale erreicht haben. Wir spielen ein Spiel mit hohem Risiko. Wir stehen sehr hoch. Immer jeden Ball zu verteidigen, ist nicht einfach. Wir haben es vorne wirklich sehr, sehr gut gemacht. Das 1:0 war ein sehr, sehr wichtiges Tor für uns. Wir haben in keiner Sekunde an uns gezweifelt. Wir sind sehr, sehr selbstbewusst, so treten wir auch auf. Das sieht man an unserem Spiel. Wir haben gezeigt, dass wir dagegenhalten können - körperlich und auch mental."

Manuel Neuer (Bayern-Torhüter): "Wir waren aggressiv, ähnlich wie Lyon. Wir haben anfangs vielleicht auch ein bisschen Glück gehabt, dass wir nicht in Rückstand geraten. Wir haben früh gestört, hatten auch gute Akzente. Das Tor kam auch zur richtigen Zeit für uns, weil wir nicht so toll gestartet sind. Es ist ein wunderbares Ergebnis. Ein 3:0 im Halbfinale der Champions League - das war wieder etwas Besonderes, was wir heute geleistet haben."

Für Alaba hat sich im Vertragspoker "nicht viel geändert"

Die Zukunft von ÖFB-Star David Alaba bei Bayern München wird sich wohl erst nach dem Champions-League-Finale am Sonntag (21.00 Uhr) gegen Paris Saint-Germain klären. Pini Zahavi, der Agent des Wieners, befand sich im Rahmen des Finalturniers in Lissabon, um Gespräche mit den Bayern-Verantwortlichen zu führen.
 
Alaba selbst äußerte sich nach dem 3:0-Sieg im Halbfinale gegen Olympique Lyon am Mittwochabend aber erneut zurückhaltend. "Ich habe es schon öfter betont, der Fokus liegt voll und ganz auf dem Turnier hier", erklärte der 28-Jährige, dessen Vertrag im Sommer 2021 ausläuft, im Sky-Interview.
 
Um ein neues Arbeitspapier wird gepokert, ein Abgang ist nicht ausgeschlossen. Zuletzt soll es aber eine Annäherung mit den Bayern gegeben haben. "Für mich hat sich jetzt nicht viel geändert, weil ich mich davon komplett abgekapselt habe in den letzten Wochen und Tagen", sagte Alaba. "Jetzt sind wir ins Finale eingezogen. Das ist in meinem Kopf, dem will ich mich widmen."
 
Offen ist, ob er im Endspiel in der Innenverteidigung auf seinen Nebenmann Jerome Boateng vertrauen kann. Der deutsche Ex-Nationalspieler wurde gegen Lyon zur Pause ausgewechselt und durch Niklas Süle ersetzt. Als Grund gab Bayern-Trainer Hansi Flick "muskuläre Probleme" an.
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