Keine Lizenz für LASK in erster Instanz

Bundesliga

Keine Lizenz für LASK in erster Instanz

Linzer Traditionsverein wurde Lizenz für 2012/13 verweigert. Restliche 19 Clubs sind durch.

19 von 20 Clubs ist von der Fußball-Bundesliga die Lizenz für die kommende Saison ausgestellt worden. Wie der Senat 5 der Liga am Montag mitteilte, muss einzig der LASK nachsitzen. Dem Tabellendritten der Erste Liga wurde wie im Vorjahr in erster Instanz die Spielgenehmigung für 2012/13 verweigert. Die übrigen Vereine erhielten die Lizenz, wobei in der höchsten Spielklasse der FC Admira und Wacker Innsbruck finanzielle Auflagen erhielten. Jene der Austria aus dem Vorjahr wurde indes ausgesetzt.

Protestfrist läuft
Gegen den Beschluss kann der Lizenzbewerber innerhalb von zehn Tagen, also bis spätestens 10. Mai, beim Protestkomitee schriftlichen Protest einlegen. Die Entscheidung des Protestkomitees wird dann bestimmungsgemäß innerhalb von fünf Tagen getroffen. Damit ist der Instanzenweg innerhalb der Bundesliga abgeschlossen, danach kann noch eine Klage beim Ständigen Neutralen Schiedsgericht eingebracht werden.

Deja vu beim LASK

Der LASK erweist sich im Lizenzierungsverfahren weiter als Wackelkandidat. Bereits vergangenes Jahr hatten die Linzer die Lizenz erst in zweiter Instanz mit der Auflage erhalten, quartalsmäßig einen Bericht vorzulegen. Nun wähnte man sich im Lager der Oberösterreicher auf bestem Weg, dies zu vermeiden. "Ich bin überrascht. Nach den Problemen im vergangenen Jahr haben wir heuer eine vorsichtigere Planung für die kommende Saison gemacht. Aber nun heißt es wieder zurück an den Start", meinte Club-Boss Peter-Michael Reichel.

LASK-Boss "natürlich beunruhigt"
Laut Reichel weist der LASK negatives Eigenkapital aus der Vergangenheit auf. Die Liga habe moniert, dass eine Verbesserung des Eigenkapitals zwar stattfinde, in der langfristigen Darstellung allerdings der Abbau fehle. Für Reichel unverständlich. So habe man bei der Abgabe des Lizenzantrags angegeben, bei den Ausgaben 30 Prozent einzusparen. "Dass eine Verbesserung besteht, ist klar ersichtlich. Ich verstehe nicht, warum wir die Lizenz nicht mit einer Auflage bekommen. Ich sehe fünf Clubs mit Auflagen, warum nicht auch wir", sagte ein "natürlich beunruhigter" Präsident der Athletiker.

Bundesligisten mit Auflagen
Finanzielle Auflagen erhielten aus der Bundesliga die Admira sowie Wacker Innsbruck. Die Niederösterreicher müssen dabei einen monatlichen Liquiditätsbericht vorlegen. Beide Vereine bangten bereits im Vorjahr um die Lizenz und erhielten diese erst in zweiter Instanz. Bei der Austria wurde eine aus dem Vorjahr bestehende Auflage aufgehoben. Die Violetten weisen wegen Infrastrukturprojekten zwar negatives Eigenkapital auf, die Zukunftsprognose fällt bei den Wienern aber klar positiv aus.

Wackelkandidaten in der Erste Liga
In der Erste Liga muss neben St. Pölten und dem FC Lustenau auch die Vienna Auflagen erfüllen. Die Blau-Gelben wurden mit einer Personal- und Transferkostenbeschränkung belegt. Die Vienna darf nicht mehr für neue Spieler ausgeben als im Budget für 2012/13 veranschlagt.

Positiver Trend
Rein formal zeichnet sich trotz der Lizenzverweigerung für den LASK ein positiver Trend ab. Im vergangenen Jahr waren in erster Instanz noch vier Clubs "durchgefallen", 2010 waren es drei. "Auf dieses Rekordergebnis dürfen wir zu Recht stolz sein. Es zeigt, wie nachhaltig und professionell in den beiden höchsten Spielklassen gewirtschaftet wird", meine Liga-Vorstand Georg Pangl in einer Stellungnahme. Laut Thomas Hofer-Zeni, dem Vorsitzenden im Senat 5, spreche das beste Ergebnis der letzten zehn Jahre für das "gestiegene Bewusstsein der Clubverantwortlichen für wirtschaftliches Tun und Handeln".

tipp3-Bundesliga
Lizenz erteilt: Red Bull Salzburg, SK Rapid Wien, FK Austria Wien (finanzielle Auflage ausgesetzt), FC Trenkwalder Admira (mit finanzieller Auflage), SK Sturm Graz, SV Ried, FC Wacker Innsbruck (mit finanzieller Auflage), SV Mattersburg, SC Wiener Neustadt, Kapfenberger SV

Erste Liga
Lizenz erteilt: SCR Altach, SC Austria Lustenau, RZ WAC/St. Andrä, SKN St. Pölten (mit finanzieller Auflage), Blau Weiß Linz, SV Grödig, TSV Hartberg, First Vienna FC (mit finanziellen Auflagen), FC Lustenau (mit finanziellen Auflagen)
Lizenz verweigert: LASK

Regionalligen
Lizenz erteilt (etwaige Auflage erst nach Feststehen des Aufstiegs): SV Horn, SC/ESV Parndorf, WSG Wattens, USK Anif, GAK  Lizenzantrag zurückgewiesen: Villacher SV

Weiterer Verlauf des Lizenzierungsverfahrens
*) Bis 10. Mai (Donnerstag) kann beim Protestkomitee schriftlich Protest eingelegt werden

*) Entscheidung des Protestkomitees als zweite Instanz wird innerhalb von fünf Tagen getroffen. Damit ist der Instanzenweg innerhalb der Bundesliga abgeschlossen

*) Innerhalb von sieben Tagen nach Zustellung des Protestkomitee-Bescheids kann Klage beim Ständigen Neutralen Schiedsgericht eingebracht werden

*) Entscheidung des Ständigen Neutralen Schiedsgerichts, das anstelle eines ordentlichen Gerichts entscheidet, spätestens bis 31. Mai, danach Meldung an die Europäische Fußball-Union (UEFA)