Kreuzer verlässt nach Meistertitel Sturm

Nach Meistertitel

Kreuzer verlässt nach Meistertitel Sturm

Wegen Meinungsverschiedenheiten mit Vorstand - Karlsruhe mögliche Destination.

In die große Jubelstimmung beim frisch gebackenen österreichischen Fußball-Meister Sturm Graz haben sich am Donnerstag auch Misstöne gemischt. Sportdirektor Oliver Kreuzer verlässt den Club laut eigenen Angaben wegen Unstimmigkeiten mit dem Vorstand. Der 45-jährige Deutsche war seit August 2008 für die Steirer tätig. Eine neue Vereinbarung bis 2013, wie sie der Club im April kommuniziert hatte, habe er nie unterschrieben.

 Wochenlang war über den neuen Kontrakt verhandelt worden - offensichtlich doch erfolglos. "Es ist in den letzten Monaten sehr viel passiert. Ich habe das Gefühl, dass seitens des Vorstandes kein Vertrauen da ist", erklärte Kreuzer. "Es tut mir sehr leid. Ich wäre gerne geblieben, aber nicht unter diesen Umständen."

"Heute wird einmal gefeiert"
Sturm-Präsident Gerald Stockenhuber bestätigte die Trennung von seinem Sportchef, wollte aber bei der Meisterparty nicht näher darauf eingehen. "Heute wird einmal gefeiert", betonte Stockenhuber. 25.000 Besucher waren laut Polizeiangaben in der Grazer Innenstadt. Der Meisterteller sollte erst kurz nach 19:00 Uhr vom Balkon des Rathauses präsentiert werden.

Kreuzer gilt als enger Vertrauensmann von Sturm-Trainer Franco Foda, der den Club nach dem sensationellen Meistertitel ebenfalls verlassen könnte. Wohin Kreuzers Reise geht, stand am Donnerstag noch nicht fest. Der Ex-Verteidiger von Bayern München bestätigte allerdings Kontakte zum deutschen Zweitligisten Karlsruher SC. Sein Stammclub war in der vergangenen Saison nicht über Platz 15 hinausgekommen und damit nur knapp dem Abstieg entgangen.

"Es gibt noch keine Zusage, aber mit Karlsruhe bin ich in Kontakt", sagte Kreuzer, der vor Sturm bereits als Sportmanager beim FC Basel und bei Red Bull Salzburg tätig gewesen war. 2008 hatte er einen Dreijahresvertrag bei den Grazern unterschrieben. Mit einer bereits Ende der Herbstsaison angestrebten Verlängerung war Kreuzer allerdings immer wieder hingehalten worden.