Manchester erreicht mit 1:0 Finale

Champions League

Manchester erreicht mit 1:0 Finale

Paul Scholes fixierte mit einem Traumtor schon früh den ersten Finaleinzug seit 1999. Es kommt damit zu einem reinenglischen Finale.

Manchester United - FC Barcelona 1:0 (1:0)
Ein einziger Treffer hat den Unterschied gemacht. Manchester United steht nach einem 1:0-Heimsieg im Halbfinal-Rückspiel gegen den FC Barcelona erstmals seit dem Titel 1999 im Finale der Fußball-Champions-League. Das entscheidende Tor in einer zum Teil hochklassigen Partie erzielte ManU-Mittelfeldspieler Paul Scholes mit einem sehenswerten Schuss ins Kreuzeck (14.). Das Hinspiel in Barcelona hatte 0:0 geendet.

Rein englisches Finale
Damit kommt es am 21. Mai in Moskau erstmals in der Geschichte zu einem rein englischen Finale. Im zweiten Semifinale stehen sich am Mittwoch (20.45 Uhr/live ORF1 und Premiere) Chelsea und Liverpool gegenüber. Manchester musste vor 76.000 Zuschauern im ausverkauften Old Trafford zwar Stürmer Wayne Rooney (Hüfte) und Verteidiger Nemanja Vidic (Gesichtsverletzungen) vorgeben, verteidigte nach dem Führungstreffer aber geschickt.

Der unter Druck geratene Barca-Trainer Frank Rijkaard hatte wie erwartet Samuel Eto'o gegenüber Thierry Henry als Mittelstürmer den Vorzug gegeben. Der Kameruner vermochte aber erneut nicht zu überzeugen. Lediglich Lionel Messi und Deco setzten Akzente. Der argentinische Jungstar Messi wurde von Scholes bereits in Minute zwei an der Strafraumgrenze zu Boden gebracht. Der deutsche Referee Fandel entschied allerdings nur auf Freistoß.

Geschockte Katalanen
Auf den Gegentreffer reagierten die im Spielaufbau immer wieder unsicheren Katalanen geschockt. Den entscheidenden Fehler vor dem 0:1 hatte Rechtsverteidiger Gianluca Zambrotta begangen. Der Italiener servierte Scholes den Ball mit einem missglückten Klärungsversuch, der Engländer zog aus rund 20 Metern mit dem Außenrist unhaltbar für Barca-Keeper Victor Valdes ab.

Eine weitere Großchance für ManU vor der Pause vergab der Portugiese Nani per Kopf (41.). Sein Landsmann Cristiano Ronaldo war über 90 Minuten eher blass geblieben. Auf der Gegenseite verfehlte Deco mit zwei Schüssen das Ziel nur knapp (34., 37.). Auch ein abgefälschter Freistoß strich am Tor vorbei (64.). Mit Ausnahme von Messi fehlten Barcelona aber wie im Hinspiel die spielerischen Mittel, die solide ManU-Defensive zu durchbrechen.

Manchester mit den besseren Chancen
Selbst die Hereinnahmen von Henry und des erst 17-jährigen Bojan Krkic vermochten daran nichts zu ändern. Ein Kopfball von Henry nach Corner von Xavi landete direkt in den Händen von ManU-Keeper Van der Sar (78.). Unmittelbar nach Seitenwechsel hatten auch die Engländer noch einmal aufgedreht. Einen gefährlichen Versuch des hart arbeitenden Rooney-Ersatzes Carlos Tevez entschärfte Valdes (57.), ein Ronaldo-Schuss ging rechts am Tor vorbei (81.).

Für Barcelona ist die Saison damit mehr oder weniger gelaufen. Der Champions-League-Sieger von 2006 steht wie im Vorjahr ohne Titel da. ManU dagegen darf nach dem zwölften Heimsieg in Folge in der europäischen Königsklasse weiter auf zwei Trophäen hoffen - jene in der Premier und jene in der Champions League. 1999 hatten die Engländer sogar das legendäre "Triple" gewonnen.